Aarau

Livestream aus dem Flösserplatz: Über 2500 Zuschauer verfolgten Konzerte im Internet

Die Corona-Krise hat Kulturschaffende arg getroffen. Dank dem Projekt «Lovestream» des Aarauer Vereins Klamauk konnten diese immerhin ihre Auftritte live im Internet übertragen. Die Aktion läuft noch bis Ende Monat.

Ohne ihre Kunst vor Publikum präsentieren zu können, versuchten einige Kulturschaffende in den letzen Wochen immerhin mit Live-Übertragungen über das Internet Auftritte und Austausch mit dem Publikum einigermassen fortzuführen.

Besonders dafür ins Zeug gelegt haben sich dabei Roman und Luis Hartl vom Aarauer Verein Klamauk. Zusammen mit dem Jugendkulturhaus Flösserplatz haben sie den «Lovestream» erschaffen: Eine Online-Plattform, auf der Kulturschaffende etwa Konzerte präsentieren und sich dabei noch direkt mit ihrem Publikum austauschen können.

Wie interaktives Fernsehen übers Internet

«Die Fans können Fragen stellen und erhalten einen Einblick in Produktionen und das Leben der Künstler», sagt Luis Hartl. Seit April haben bereits etliche regionale, aber auch nationale Künstler ihre neuen Alben oder Singles erstmals im «Lovestream» vorgestellt oder an Live-Interviews teilgenommen.

Der «Lovestream» hatte in der Zeit bereits über 2500 Live-Zuschauer. Insgesamt wurden die Videos knapp 5000 Mal aufgerufen. Heute Samstag um 20 Uhr wird die Zürcher Pop-Band «The Raw Soul» ihr Konzert unter www.lovestream.ch live übertagen.

«Lovestream» soll auch nach Corona weiter existieren

Roman und Luis Hartl wollen auch Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten aus der regionalen Kulturszene und Politik führen. Den Start machte Ende Mai die Aarauer Stadträtin Franziska Graf mit einem Talk zum Thema «Jugendkultur und Entwicklung eigener Kulturszenen aus der Jugend heraus».

Kulturtalk mit Stadträtin Franziska Graf-Bruppacher #FlössiLoveStream

Die Aktion zusammen mit dem Jugendkulturhaus Flösserplatz wird am 27. Juni beendet, da ab heute Samstag wieder Konzerte mit Publikum möglich sind. «Lovestream» soll aber weiter existieren: «Wir haben in dieser Zeit einige Formate entwickelt, die keine Krise brauchen, um zu funktionieren», sagt Luis Hartl, zum Beispiel exklusive Vorpremieren von neuen Songs, wie sie der Zürcher Rapper «Luuk» Mitte Mai vorführte. Mit 591 Live-Zuschauern sei es auch der meist gesehene Event gewesen.

Ein anderes Beispiel für ein zukünftiges Format ist die Hip-Hop-Late-Night-Show «Blackbook». Am Schluss haben Roman und Luis Hartl sowas wie einen kleinen Online-Fernsehsender mit eigenen Shows kreiert. «Zurzeit sind wir daran, Geld zu sammeln und motivierte Leute zu suchen für die Weiterführung von ‹Lovestream›», sagt Luis Hartl.

Die Late Night Show Blackbook für Hip-Hop-Fans

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