Küttigen
Lorenz Hossli verbindet als «Art-en-schutzkünstler» Kunst und Natur

Seit sieben Jahren begeht Lorenz Hossli das Gebiet in der «Breitenmatt», wo der Ziegelei Hochdorf AG die Wiederaufnahme des Tonabbaus bewilligt worden ist, regelmässig.

Hubert Keller
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Lorenz Hossli beobachtet die Natur in der Breitenmatt seit vielen Jahren regelmässig. Rolf Jenni

Lorenz Hossli beobachtet die Natur in der Breitenmatt seit vielen Jahren regelmässig. Rolf Jenni

Unzählige Audio-, Video- und Fotoaufnahmen sind entstanden. 1999 hatte die Ziegelei Hochdorf AG den Tonabbau nach einem Erdrutsch einstellen müssen. Die Natur eroberte das Gelände zurück.

Der «Art-en-schutzkünstler», wie Hossli sich bezeichnet, schafft feinfühlig in die Natur der Tongrube gesetzte Objekte, die von der Natur beansprucht, genutzt und verändert werden. «Der Impuls, Naturschutz und Kunst zu vereinen, wurde aus der Sehnsucht geboren, mit der Erde Frieden zu schliessen», erklärt er. Er sieht seine Hauptaufgabe in der direkten Unterstützung der Arten. Er schuf Vernetzungen für Schlangen, Echsen, Wiesel, Laichgewässer für Frösche, Kröten, Unken, Molche und Libellen, Skulpturen, die auch Vögeln als Nistplätze dienen. Seit 16 Jahren wohnt er in der Papiermühle, hier sammelt und bearbeitet er sein Rohmaterial.

Artenschutz und Friedenskultur

Seine Themen, «Artenschutz» und «Friedenskultur», habe er seit seiner Jugend verinnerlicht. Inspiriert durch Filme wie «Home» von Yann Arthus-Betrand oder Bücher wie die empathische Zivilisation von Jeremy Rifkin und durch unzählige Erlebnisse in der Natur will der Künstler der Natur etwas zurückgeben. Das «Nest am Abgrund», eine der Arbeiten in der Tongrube, weise symbolisch auf die Zerbrechlichkeit unserer Zivilisation hin, erklärt er. Auch die Herzform des Areals interpretiert er als Hinweis, wie wir wieder mit der Natur umzugehen lernen könnten.

Auf dem Herzberg hat er den «Seinstransformer» geschaffen, ein Baumskelett hat er in Wolle verpackt. Ein Transformer vermittelt Impulse. «Nicht Mahnfinger, nur Impuls», sagt der Natur- und Technikinteressierte.

«Kunst in und mit der Natur, heisst für mich, lange, wiederkehrende Rhythmen wahrzunehmen, unterstützend Arten zu fördern und mich und meine Werke zu integrieren. Heimat bedeutet für mich auch Artenkenntnis», sagt er.

Eine kleine Sensation war seine Entdeckung der im Gebiet beheimateten Moorbläulinge. Auch der Neuntöter, eine Vogelart, die letztes Jahr zum ersten Mal brütete, sind in der Breitenmatt Gäste geworden.

Nur ein Teilerfolg

Da er sich der Sensibilität von Feuchtgebieten bewusst sei (Abfall, Zigarettenstummel, Trittschäden, Störung durch Lärm der Vogelbrutplätze), habe er durch Einsprachen den Schutz des Gebiets ohne Öffentlichkeit erreichen wollen. «Leider war die Einsicht, diese Perle, die an Struktur- und Artenvielfalt kaum zu überbieten ist, unter Schutz zu stellen, nicht vorhanden.» Ein Teilerfolg konnte durch den Schutz der angrenzenden Wiese erlangt werden.

Ob ein Abbau und eine Auffüllung zur Stabilität des Geländes beitragen kann, bezweifelt er, da nur ein Gutachten im Auftrag des Besitzers gemacht worden sei. «Doch ich habe die Hoffnung, einen Mäzen zu finden, der das Herz, die Heimat der Bewohner dieses Feuchtgebiets sichert, noch nicht ganz aufgegeben», meint Lorenz Hossli.

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