Aarau

Maienzug wegen Corona abgesagt: Einwohnerräte fordern Honorar-Zahlungen für Künstler

Künstler, die für den abgesagten Maienzug 2020 engagiert worden waren, sollen 80 Prozent ihres Honorars erhalten, fordern die Motionäre.

Künstler, die für den abgesagten Maienzug 2020 engagiert worden waren, sollen 80 Prozent ihres Honorars erhalten, fordern die Motionäre.

Ein Herz für Kunstschaffende – das zeigen einige Aarauer Einwohnerräte der Parteien EVP, CVP, SP, Grüne und Pro Aarau. Sie haben beim Stadtrat drei dringliche Motionen eingereicht, um Künstlerinnen und Künstler durch die Coronakrise zu helfen.

«Im Bereich Kultur sind die Anstellungsbedingungen sehr heterogen», schreiben die Motionäre. «Jede Person ist ein Spezialfall. Oft fallen diese durch die Maschen, wenn es um Gesuche bei der Sozialversicherung oder bei anderen Hilfsfonds geht.» Viele Kulturschaffende würden schon lange auf Hilfsgeldzahlungen warten, oder erhielten Beträge von wenigen hundert Franken, die angesichts eines Totalausfalles der Einnahmen nicht zum Leben reichen. Und: «Die Kulturschaffenden waren die ersten, die von Corona betroffen waren, und werden auch die letzten sein, die wieder arbeiten dürfen.»

Die erste Motion fordert, den Künstlern, die für den abgesagten Maienzug 2020 engagiert worden waren (fürs Rahmenprogramm), 80 Prozent des Honorars auszubezahlen. Sie rechnen dafür mit Kosten von rund 16'800 Franken. Mit der zweiten Motion wollen die Unterzeichnenden erreichen, dass die Stadt den Kunstschaffenden beim Bezahlen ihrer Miete für Wohn- und Gewerberäume unter die Arme greift. «Es gilt, Unterstützung zu leisten, damit nicht eine ganze Branche Konkurs anmelden muss oder/und in die Sozialhilfe wegrutscht», schreiben die Motionäre. Die Stadt soll dafür 30'000 Franken bereitstellen.

Insgesamt 86'800 Franken gefordert

Eine dritte Motion fordert schliesslich 40'000 Franken als «Soforthilfe im Kulturbereich». Darunter verstehen die Motionäre sowohl monetäre Direktzahlungen als auch städtische Leistungen, konkret: ein Kostenerlass für das Jahr 2020 für Nutzungen von städtischen Anlagen (Proberäume, öffentliche Plätze); ein «notfallmässiger Erwerbsausfallersatz» – und zwar à fonds perdu – sowie administrative Unterstützung und Beratung für die Ersuchung um weitere Hilfsgelder.

Man wolle damit «ein dringendes Loch stopfen», schreiben die Motionäre: «Es ist leider wirklich dringend nötig, dass die Stadt Aarau jetzt zu ihren Bewohnerinnen und Bewohnern schaut, die massgeblich dazu beitragen, unsere Stadt attraktiv und lebenswert zu machen.» Wenn Bund und Kanton «ihre Hausaufgaben rechtzeitig machen», so müsse der Kredit nicht ausgeschöpft werden.

Die Motionäre möchten, dass ihre Begehren schon an der nächsten Einwohnerratssitzung vom 8. Juni behandelt werden.

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