Gränichen
Mangelndes Interesse: Gränichen macht Jugendtreff dicht

Die Gränicher Jugend will nicht in den Jugendtreff. trotz verschiedenster Angebote fehlte es dem Treff an Kundschaft. Deshalb beschloss der Gemeinderat den Jugendtreff ab Dezember vorläufig zu schliessen.

Katja Schlegel
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Jugentreff Gränichen bei der Eröffnung.

Jugentreff Gränichen bei der Eröffnung.

fsc

Es ist Jugendtreff und keiner geht hin. Ein Szenario, das sich in Gränichen in den letzten Monaten oft abgespielt hat. Trotz der Renovation der Räume im Frühling, trotz Angeboten wie Billard, DJ-Pult und Ton-Studio, Mädchen- und Bubennachmittagen und Boxkursen liess sich die Dorfjugend an den schulfreien Nachmittagen nicht in den Treff im Untergeschoss des Primarschulhauses locken. Selbst für das Sommerferienprogramm mit Attraktionen im Kletterpark ging nicht eine einzige Anmeldung ein. Und das, obwohl alle Oberstufenschüler den Treff besuchen könnten.

Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, den Jugendtreff ab Dezember vorläufig zu schliessen, wie im neusten Dorfblatt mitgeteilt wird. Auch dem Jugendarbeiter wurde per Ende Jahr gekündigt, im Budget 2014 wurde der Betrag für die Jugendarbeit um 22 000 Franken auf rund 113 000 Franken gekürzt. «Wir können nicht rechtfertigen, dass mit Steuergeldern 70 Stellenprozente finanziert werden, wenn der Treff nur von einer Handvoll Jugendlichen oder im schlimmsten Fall gar nicht besucht wird», sagt Maraj Dürig, Leiterin Soziales.

Waren Jugendtreffs für die Dorfjugend früher noch die Anlaufstelle schlechthin, sieht Dürig das Problem heute im Überangebot an Freizeitangeboten. Doch nicht nur: «Die Jungen treffen sich heute privat in Cliquenkellern, im Verein oder in der Stadt.» In diesen Kreisen kenne man sich, es bestehe keine Hemmschwelle. Und es komme auch nicht zu Reibereien zwischen den verschiedenen Nationalitäten.

Hat die Jugendarbeit den Puls der Jugendlichen nicht gespürt? Dürig verneint. Ausserdem hätten die Jugendlichen viel Mitspracherecht gehabt. «Wir erhoffen uns mit der temporären Schliessung des Jugendtreffs eine Reaktion der Jugendlichen. Wir wünschen uns, dass mit einer neuen Lösung mehr Jugendliche erreicht und motiviert werden können.

Der Stopp sei keine grundsätzliche Absage an die Jugendarbeit, sondern ein Marschhalt: «Wir müssen jetzt gemeinsam mit Jugendkommission und Gemeinderat überlegen, wie und in welcher Form die Jugendarbeit weitergeführt wird», sagt Dürig. Eine Möglichkeit wäre, dass sich die Gränicher mit der Jugendarbeit Suhr-Buchs zusammenschliessen. Der zuständige Gemeinderat Peter Hofmann habe bereits erste Verhandlungen geführt, nächstes Jahr soll eine Lösung auf dem Tisch liegen. Der Gemeinderat sei überzeugt, mit einer neuen und dynamischen Jugendarbeit die Jugend wieder erreichen zu können.

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