Aarau

Masken-Frage spaltet Detaillisten – «Die Grossen» sind fast geschlossen dagegen

Mit Maske beim Einkaufen. (Symbolbild)

Mit Maske beim Einkaufen. (Symbolbild)

«Zentrum Aarau»-Vorstand würde Maskenpflicht in den Läden befürworten, wenn dafür mehr Kunden reindürfen. Aufgrund der unterschiedlichen Ansichten aus den Reihen der Detailhändler wird er nun keine Forderungen an den Kanton stellen

Maskenpflicht in den Läden? Der Kanton Aargau erachtet das – im Gegensatz zu den Nachbarkantonen – nicht als notwendig. Aber wie sehen es die ­Ladenbesitzerinnen und Filialleiter selber? Offenbar sehr unterschiedlich. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Detaillisten-Vereinigung «Zentrum Aarau» bei ihren Mitgliedern gemacht hat, «weil sich öffentlich meist nur Politiker zu diesem Thema äussern», sagt Marianne Bolliger vom «Zentrum»-Sekretariat.

Personal trägt teils schon Masken

Die Resonanz auf die Umfrage war gross – rund 30 Vereinsmitglieder gaben Antwort. Ein eindeutiges Bild zeigt sich aber nicht. «Es ist wie überall: Von ‹unbedingt obligatorisch machen› bis hin zu ‹auf gar keinen Fall› ist alles dabei», so Bolliger.

Wenn sich etwas ausmachen lässt, dann dies: Die «Grossen» sind fast alle gegen eine Maskenpflicht für Kunden. Bei den kleineren Läden gibt es sowohl Befürworter als auch Gegner. Man fürchtet Umsatzeinbussen, weil das Einkaufserlebnis leiden könnte – und bezieht sich dabei auf Zahlen anderer Kantone. Andere wünschen sich ein Obligatorium, damit eine schweizweit einheitliche Lösung geschaffen wird. Oder sie finden ganz einfach, eine Maskenpflicht sei im Vergleich mit härteren Massnahmen – wie etwa einem zweiten Lockdown – das kleinere Übel für die Wirtschaft.

Allerdings: «Viele Umfrageteilnehmer sagen, ihr Personal trage schon Masken», so Bolliger. «Dabei geht es einerseits um den Schutz vor der Ansteckung zwischen Kunde und Personal, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, aber eben auch zwischen den Mitarbeitenden untereinander. Vor allem im Hinblick auf den Winter: Selbst bei einem banalen Infekt ist das Verkaufspersonal angehalten, einen Coronatest zu machen, sobald Symptome auftauchen. Das führt in der Regel zu mehrtägigen Ausfällen. Die Masken verhindern also auch, dass sich die Mitarbeitenden gegenseitig mit Erkältungen anstecken.»

«Bisher hat noch kein Kunde negativ reagiert»

Aufgrund der unterschiedlichen Ansichten aus den Reihen der Detailhändler wird «Zentrum Aarau» nun keine Forderungen an den Kanton stellen. Der Vorstand, da macht Marianne Bolliger keinen Hehl daraus, sei für eine Maskenpflicht. Auch, weil man sich dadurch eine Lockerung der Zutrittsbeschränkungen erhofft – also ein Maskenobligatorium, dafür keinen Mindestabstand und entsprechend die Möglichkeit, mehr Kunden in den Laden zu lassen. Im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft wäre das eine grosse Erleichterung, sagt Bolliger, die das «Zauberhaft» in der Rathausgasse führt und dort maximal fünf Kunden aufs Mal empfangen darf. «Der Rüeblimärt fällt weg, und ob das Night Shopping stattfinden kann, ist noch nicht entschieden. Wir sind alle auf gute Umsätze im Weihnachtsgeschäft angewiesen.»

Marianne Bolliger trägt, wie andere auch, im Laden selber eine Maske, ebenso ihre Schwester, die mitarbeitet. «Wir sind beide in der Risikogruppe. Bisher hat noch kein Kunde negativ reagiert – im Gegenteil, manche bieten von sich aus an, auch eine Maske aufzusetzen. Verlangen tun wir es aber nicht.»

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