Aarau
Memberclub «Les Amis» - schon vor der Eröffnung ausgebucht

In einer Woche startet der Memberclub im Gewölbekeller des Hotels Kettenbrücke. Es gibt noch viel zu tun bis der Memberclub seine Türen öffnet. Eins steht aber fest, das Konzept scheint aufzugehen.

Ueli Wild
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«Les Amis» – die drei Inhaber des Memberclubs im Kellergewölbe des Hotels Kettenbrücke (von links): Gusti Burkard, Georgios Antoniadis, Philipp Berner; ganz rechts Geschäftsführer Graziano De Tommaso.

«Les Amis» – die drei Inhaber des Memberclubs im Kellergewölbe des Hotels Kettenbrücke (von links): Gusti Burkard, Georgios Antoniadis, Philipp Berner; ganz rechts Geschäftsführer Graziano De Tommaso.

Ueli Wild

Der Augenschein macht klar: Die Bauhandwerker werden sich noch tüchtig ins Zeug legen müssen, damit der Memberclub «Les Amis» im Kellergewölbe des neuen Hotels Kettenbrücke wie geplant in einer Woche seine Eröffnung feiern kann. An der Decke des unverputzten mittleren Tonnengewölbes prangt bereits eine imposante Kaskade von Kronleuchtern. Die Lichtflut werden die Betreiber ein wenig dimmen, wenn hier Barbetrieb in stilvoller Atmosphäre und nicht mehr Innenausbau angesagt ist.
Vorderhand wäre höchstens eine Stehparty in dem 200 Personen fassenden Lokal möglich. Ein Berg von Kartonschachteln erhebt sich unter dem Gewölbe, in dem schon die Umrisse der künftigen Bar erkennbar sind. In den Schachteln warten die Barhocker auf die künftigen Benutzer. An denen wird es nicht fehlen. Das «Les Amis» ist ein privater Memberclub, dessen Mitglieder sich eintragen lassen müssen. Gegen 400 Anmeldungen, sagt Mitinhaber Georgios Antoniadis, sind innert knapp einer Woche eingegangen.

Der Ansturm hat die Inhaber veranlasst, die Reissleine zu ziehen und vorläufig weitere Aufnahmen zurückzustellen. Es existiert jetzt eine Warteliste. Dabei hat noch niemand ein Bild des Lokals gesehen.
Inhaber des «Les Amis» sind ausser Georgios Antoniadis auch Philipp Berner und Gusti Burkart – alles erfahrene Bar- und Clubbetreiber. Als Betreiberin des Clubs ist die «Les Amis Club GmbH» mit Sitz in Zofingen eingetragen. Eigentümerin des Lokals ist die Hotel Kettenbrücke AG des Badener Unternehmers Werner Eglin, der den aufwendigen Hotel-Um- und Neubau realisiert hat. Die Hotel-Verantwortlichen dachten sich, das Inhabertrio verfüge wie kaum jemand sonst über das Knowhow, um ein derartiges Lokal zu planen und zu betreiben.
Liebe auf den zweiten Blick

Die Begeisterung stellte sich bei den «alten Hasen» der Clubszene nicht sofort ein. Sie zögerten. Die Vorgaben der Eigentümerin liessen nur einen beschränkten Spielraum zu. «Das ‹Les Amis› muss mit dem Hotel kompatibel sein», sagt dazu Georgios Antoniadis. Heisst unter anderem: Hotelgäste und Anwohner sollen nicht unter nächtlichen Immissionen zu leiden haben. Eine Neuauflage der alten «Kettenbrücke», des legendären KBA, lag da nicht drin. Angetan vom Charme des Gewölbes, hatte dann Gusti Burkart die zündende Idee: «Hier machen wir einen Memberclub.»
Keine laute Musik

Das Konzept des Clubs stellt das Zusammensein ins Zentrum – den «Austausch unter Freunden, der uns inspiriert und uns ein gutes Gefühl vermittelt». Georgios Antoniadis muss deshalb gelegentlich Interessenten enttäuschen, solche etwa, die gleich einmal ihre musikalischen Vorlieben kundtun. House, Techno? Daraus wird nichts. Da muss Antoniadis klaren Wein einschenken: «Das ‹Les Amis› ist keine Diskothek, sondern eine stilvolle Bar und Lounge.» Genuss ist hier das Thema, Gespräche unter Freunden. Vielleicht auch hin und wieder eine Degustation erlesener Weine.

Darum soll die Musik nur so laut sein, dass man sich entspannt miteinander unterhalten kann. Am späteren Abend, ja, da kann man den Pegel vielleicht sanft anheben, sagt Antoniadis, «damit man im Takt ein wenig mitwippen kann». Das Herz der Lokalität ist die grosse Lounge in der Mitte, wo auch mal Live-Musik gespielt werden kann. «Unplugged», betonen die Betreiber. Wobei Geschäftsführer Graziano De Tommaso als E-Gitarrist klarstellt: «‹Unplugged› heisst nicht unverstärkt, sondern leise Musik.» Auf der einen Seite schliesst sich die Bar an die zentrale Lounge an, auf der andern Seite gibt es ein Fumoir für Zigarrenliebhaber.
Über 23 Jahre alt sein muss, wer Mitglied werden möchte. «Damit haben wir beim ‹Platzhirsch› gute Erfahrungen gemacht», sagt Georgios Antoniadis. Das Durchschnittsalter der bisher registrierten Mitglieder liegt bei 35 Jahren. Über 50 Prozent sind Frauen. Members erhalten einen Zutrittsbadge. Bezahlt wird bargeldlos.
Das Guthaben wird auf den Badge geladen. Sprich: Ohne Badge ist spätestens bei der Getränkebestellung Endstation. Wobei die Clubmitglieder, je nach Typ ihrer Mitgliedschaft, eine bestimmte Anzahl Gäste mitbringen und deren Konsumation übernehmen können.
Basic-Mitglieder (jährliche Mindestkonsumation 300 Franken) dürfen eine Person mitbringen, Platin-Members (jährliche Mindestkonsumation 1000 Franken) deren drei. Damit das Ganze nicht zu einem «Herrenclub» verkommt, wurde ein spezieller «Lady-Badge» (jährliche Mindestkonsumation 50 Franken) geschaffen. Bedingung ist in diesem Fall, dass die Begleitperson weiblich ist. Zutritt zum Club haben ausser den Mitgliedern auch die Hotelgäste. Im Gegensatz zu diesen benutzen die Mitglieder den Eingang unten an der Mühlemattstrasse.
Längere Öffnungszeiten
Vorerst wird das «Les Amis» von Dienstag bis Donnerstag von 17 bis 24 Uhr sowie freitags und samstags von 17 bis 2 Uhr geöffnet sein. Hängig ist derzeit ein Baugesuch für längere Öffnungszeiten: Freitags könnte der Club dann von 17 bis 4 Uhr und samstags von 14 bis 4 Uhr offen halten.
Geplant ist eine spätere Ausdehnung der Öffnungszeit am Donnerstag bis 2 Uhr. Dieses Gesuch soll nach Angaben von Georgios Antoniadis mit einem andern verbunden werden: Für den Sommer ist beim Eingang nämlich ein kleiner Aussenbereich mit Stehtisch oder Stühlen geplant.

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