Es ist eine filmreife Szene, die sich gestern in Aarau abgespielt hat: Ein vermummter, bewaffneter Mann stürmt in das Geschäft «Münzen Huber».

Er richtet die Pistole auf Inhaber Patrick Huber und schreit in gebrochenem Englisch herum. Weil Huber die Worte nicht versteht, reagiert er zuerst kaum.

Dann nimmt der Täter Anlauf und springt in die Schaufensterauslage. Dort sammelt er ein, was ihm in die Hände kommt. Unterdessen drückt Huber den Alarmknopf, sein Mitarbeiter reagiert und alarmiert die Zentrale.

Verfolgung aufgenommen

Instinktiv schmeisst Huber mit allem, was er in seinem Geschäft findet nach dem Täter – und schlägt ihn so in die Flucht.

Huber und sein Mitarbeiter Agola nehmen die Verfolgung auf. Der Täter macht halt bei einem Velo, packt dort eilig die erbeuteten Gold-Tablare ein.

Doch er hat nicht mit einer Verfolgung gerechnet. Erneut bedroht er die beiden Männer mit der Pistole. Huber packt das Velo und wirft es dem vermummten Mann an. Dieser lässt die Beute fallen und flüchtet.

Raubüberfall Aarau - die Bilder der Überwachungskamera

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«Ein Restrisiko bleibt»

Einen Tag nach dem Überfall rekapituliert Huber die Situation. «Man schaut nicht jeden Tag in die Mündung einer Pistole», sagt Huber.

Mit Arbeit wolle er das Geschehene möglichst rasch vergessen. Angst habe er nicht gehabt, als er das Geschäft wieder betreten habe.

«Wir leben halt mit diesem Restrisiko. Es kann immer etwas passieren.»

Gut, dass das Geschäft schon seit rund 10 Jahren Video überwacht ist. Die Videos werden zur Zeit von der Polizei untersucht.

Doch sobald Huber die Kassetten zurück hat, will er sie unbedingt anschauen. «Ich will wissen, ob diese Person vielleicht schon Tage zuvor bei uns im Geschäft war. Und ich will wissen, wie der Überfall abgelaufen ist», sagt Huber.

Aber die Hauptsache sei, dass niemandem etwas passiert sei. «Es war schon etwas leichtsinnig, dass wir ihm nachgerannt sind», sagt er. «Zum Glück hat er nicht geschossen.»

Der Dieb musste das meiste der Beute liegen lassen. Der Schaden beläuft sich so auf zwischen 3000 und 4000 Franken. «Ganz genau wissen wir es noch nicht», so Huber.

Und widmet sich wieder seinem Geschäft.