Aarau
«Musig i de Altstadt»: Wieso tritt Präsidentin nach 10 Jahren zurück?

Nach 10 Jahren tritt Rosi Luongo als Präsidentin von «Musig i de Altstadt» zurück.Zudem wird das Sponsoring professionalisiert. Denn auch das Festival 2014 schloss nur dank einer Geldspritze vom OK mit einer schwarzen Null.

Pascal Meier
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«Musig i de Altstadt» lockt jedes Jahr viel Volk in die Beizen und Gassen der Stadt. Finanziell sieht es jedoch weniger rosig aus.Archiv/Markus Christen

«Musig i de Altstadt» lockt jedes Jahr viel Volk in die Beizen und Gassen der Stadt. Finanziell sieht es jedoch weniger rosig aus.Archiv/Markus Christen

Dass in den vergangenen Jahren bekannte Namen wie Marc Sway, Steff La Chef und Stiller Has in der Aarauer Altstadt spielten, ist zu einem grossen Teil der Verdienst von Rosi Luongo. Die OK-Präsidentin von «Musig i de Altstadt» hat seit 2005 mit ihrem Team jedes Jahr ehrenamtlich den kostenlosen Open-Air-Event organisiert und diesem zu überregionaler Ausstrahlung verholfen.

Rosi Luongo, Präsidentin von "Musig i de Altstadt"

Rosi Luongo, Präsidentin von "Musig i de Altstadt"

Zur Verfügung gestellt

Jetzt gibt Rosi Luongo das Präsidium ab. «Ein frischer Wind nach zehn Jahren kann unserem Musik-Festival nur guttun», sagt Luongo. Zudem sei sie in den vergangenen zwei Jahren bei den Festival-Vorbereitungen wegen einer Weiterbildung zeitlich ans Limit gestossen. «Der Spagat zwischen Beruf, Weiterbildung und ‹Musig i de Altstadt› wurde immer schwieriger.» Über das ganze Jahr gerechnet setzte Rosi Luongo etwa 10 Prozent ihrer Arbeitszeit für das Aarauer Musik-Festival ein.

Die abtretende Präsidentin blickt auf eine «sehr schöne Zeit» zurück, wie sie sagt. «Ich habe jedes Jahr genossen.» Deshalb bleibt Luongo dem Festival-Team als
OK-Mitglied erhalten. Die Leitung bleibt zudem in der Familie: Neuer Präsident wird ihr Bruder Domenico Finocchiaro.

Festival stand vor dem Aus

Mit dem Wechsel an der Spitze von «Musig i de Altstadt» ist gleichzeitig der Vorstand von fünf auf sieben Personen vergrössert worden. Eine weitere externe Person unterstützt das Team beim Sponsoring, das professionalisiert werden soll. «Wir wollen unseren Sponsoren künftig mehr Gegenleistungen für ihr Engagement bieten», sagt Rosi Luongo, die in den vergangenen Jahren jeden Franken für das Musik-Festival zwei Mal umdrehen musste, bevor sie ihn ausgeben konnte. Die Rechnung ging meist auf, allerdings stand das Festival vor zwei Jahren kurz vor dem Aus.

Eng wurde es finanziell auch dieses Jahr: Die Jubiläumsausgabe von «Musig i de Altstadt» schloss nur dank einer rückwirkenden Geldspritze vom Vorstand mit einer schwarzen Null. Für Rosi Luongo ist das zu verschmerzen. «‹Musig i de
Altstadt› ist unser Baby. Wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig.» Lungo ist zudem überzeugt, dass das Musik-Festival eine Zukunft hat. «Nach
zehn Jahren ist ‹Musig i de Altstadt› ein fester Bestandteil von Aarau.»

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