Aarau
Musikverein Harmonie schöpfte die Akustik der Stadtkirche aus

Auf eine Reise in die Welt hat der Musikverein Harmonie Aarau am Sonntag in die Stadtkirche eingeladen. Motto: «Die Welt – dein Zuhause». Direktor Dominik Rohr leitete das hochstehende Konzert souverän.

Heinz Richner
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Die Musikerinnen und Musiker schöpften die akustischen Möglichkeiten der Kirche voll aus. hri

Die Musikerinnen und Musiker schöpften die akustischen Möglichkeiten der Kirche voll aus. hri

Heinz Richner

Während sich die Unterhaltungsabende der Musikvereine den leichten Melodien widmen, stehen die Kirchenkonzerte eher im Zeichen ernsterer Musik; so können die Formationen beide Seiten ihres Schaffens präsentieren. Nicht anders bei der «Harmonie» Aarau.

Akustik des Kirchenraums

Nirgendwo so stark wie in einem Kirchenraum mit seiner speziellen Akustik kommen die Melodien und Harmonien besser zum Tragen. Die Musikerinnen und Musiker nutzten die Möglichkeiten voll aus. Vorab das grosse Blech legte in manchen Kompositionen einen getragenen Boden. Ein sauberes Piano oder Pianissimo schwang im Raum genauso wie das fulminante Forte nach.

Nach einer lüpfigen Polka ging es auf die siebenteilige Reise durch die rauen Gebiete Norwegens. Besonders gut kam beim altersmässig durchmischten Publikum «A Russin Night» an, ein Medley von russischen Volksweisen wie «Kalinka» und anderen bekannten Melodien.

So unterschiedlich die Lieder, so verschieden ihre Interpretation. Der Musikverein Harmonie traf die diversen Klangfarben genau, erfreute mit ausgeprägter Dynamik, mit exakter Rhythmik genauso wie mit präzisen Tempowechsel.

Ganz andere Klänge im «Highland Song» aus dem Schottland des vorigen Jahrhunderts. Der ruhige Fluss der getragenen Melodie wurde schön wiedergegeben. In den Forte-Passagen bewiesen die Bläser ihre gute Technik.

Im Walliser Dorf Törbel begrüssten die Ziegen mit ihrem frohen Geläute, der junge Schweizer Komponist Mario Bürki probierte hier in der mehrteiligen Komposition ganz verschiedene Klangcharaktere aus.

Ausgeprägte Dynamik

Ein anspruchsvolles Werk erwartete die Zuhörer mit der Segelschiffsreise unter niederländischer Krone in die indischen und ostasiatischen Gewässer. Überzeugt hat der vierte Teil «Der Tod segelt mit». Unter der exakten Stabführung wurde vor allem in den leisen Partien mit grosser Disziplin musiziert.

Smetana und seine tschechischen (Tanz-)Melodien schlossen den offiziellen Konzertteil ab, bevor die beiden vom begeisterten Publikum geforderten Zugaben in den Sonntagabend überleiteten.

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