Aarau

Nach 21 Jahren: Auf der Pferderennbahn im Schachen geht eine Ära zu Ende

Bruno Vogel (l.) und Peter Schneider am letzten Renntag.

Bruno Vogel (l.) und Peter Schneider am letzten Renntag.

Nach 21 Jahren verabschiedet sich morgen Sonntag das «Schützen»-Team als Wirt der Aarauer Turfanlage. Die Nachfolgeregelung steht noch nicht fest, sei aber «auf gutem Weg».

«Wir gehen im Guten.» Das wiederholt Peter Schneider (36) mehrmals. Seine Schwester Manuela Schmid (35) ergänzt: «Der Abschied ist mit Wehmut verbunden – vor allem bei unserem Vater und beim Personal. Einzelne Angestellte waren an jedem Renn-Wochenende dabei.»

Das Restaurant Schützen tritt morgen Sonntag als Wirt der Aarauer Pferderennbahn ab – nach 21 Jahren. Es geht also eine Tradition zu Ende. Der Aargauische Rennverein (ARV) hat den neuen Pächter noch nicht bekannt gegeben. «Wir sind bei der Reglung der Nachfolge auf gutem Weg», erklärt ARV-Präsident Bruno Vogel.

Der «Schützen» könnte sich vorstellen, weiterhin im Schachen aktiv zu sein – quasi als Unterakkordant oder während Fremdvermietungen. «Wir wollen uns entlasten», sagen Manuela Schmid und Peter Schneider. Ganz besonders wegen ihrer Familien mit den inzwischen fünf Kindern. Aber auch, weil ihre Präsenz im «Schützen» wegen des absehbaren, altersbedingten Ausscheidens der Eltern vermehrt gefordert sein werde.

Betrieb ist stetig kräftig gewachsen

Seit sie vor sechs Jahren den Betrieb von Ruth (65) und Hans «Hausi» Schneider (64) übernommen haben, ist der «Schützen stetig gewachsen. Das Unternehmen beschäftigt zwischenzeitlich etwa 120 Personen. Davon sind 85 Festangestellte (100%-Pensen). Die «Schützen»-Besitzer haben über all die Jahre immer wieder viel investiert. Aktuell gibts über den Sälen ein neues Flachdach mit einer Photovoltaikanlage.

An Renntagen bis zu 80 Personen im Einsatz

Für den Gastronomie-Pächter ist ein Rennwochenende eine anspruchsvolle Sache: «Wir hatten jeweils gegen 80 Personen im Einsatz», erklärt Peter Schneider. Durchschnittlich kommen 6500 Besucher, an absoluten Spitzentagen um die 10 000. «Der Betrieb hängt extrem vom Wetter ab», sagt Schneider. Zudem habe sich das Konsumverhalten geändert: Statt Champagner wird heute vermehrt Wasser getrunken. Und das individuelle Catering zwischen den Renntagen sei auch etwas zurückgegangen.

Die «Schützen»-Besitzer erklären, sie seien mit dem ARV schon seit Jahren in Diskussion, hätten den Abgang weit voraus kommuniziert. «Wir unterstützen sie bei der Suche nach einem neuen Wirt», betont Peter Schneider. «Wir hatten stets eine gute Zusammenarbeit. Dafür sind wir dankbar.»

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

Meistgesehen

Artboard 1