«Jetzt steigt das Fieber», sagt Didier Blétry. Der Gewerbevereins-Vizepräsident steht auf dem Schulhausplatz Dorf, wo die Aufbauarbeiten für die Infrastruktur der Küttiger Gewerbeausstellung 2018 zügig vorangehen. Ausstellerzelt, Eventfläche, Anbauten. Ein Teil der Stände und vor allem das Restaurant (betrieben vom «Schützen», Aarau) wird in der Turnhalle stehen. «Leider», so Blétry, «haben wir noch immer keine Dreifachturnhalle in Küttigen. Deshalb müssen wir jedes Mal für 20 bis 25'000 Franken Infrastruktur aufstellen.» Immerhin, fügt er an, wisse er mittlerweile, wies läuft: Für ihn ist es schon die dritte Gewerbeausstellung, die er als OK-Chef auf die Beine stellt.

Ab Montag können die Aussteller ihre Stände installieren. 68 sind es – «Rekord!», betont Blétry, noch ehe man ihn danach fragen kann. Vorrang hatte wie immer das einheimische Gewerbe. Und: Auf die «üblichen Jahrmarkt-Aussteller», wie sich Blétry ausrückt, verzichte man bewusst. Vereine, Parteien und die Kirchen dürfen Gratis-Stände betreiben.

Sieben Jahre Pause

Die letzte Küttiger Gewerbeausstellung fand 2011 statt, die davor 2006. Dass jeweils eine lange Zeit zwischen zwei Ausstellungen verstreicht, findet Blétry «schon gut so»: «Lieber weniger oft, dafür mit Freude und mit Feuer. Wir haben viele kleine Unternehmen hier, für die ist es eine Riesenanstrengung, einen Stand auf die Beine zu stellen.» Überhaupt, betont der OK-Präsident, sei die Gewerbeausstellung nicht nur für den Kontakt zwischen Gewerbe und Kunden da – «Es ist auch ein Dorf- und Volksfest.»

Entsprechend kann sich auch das Rahmenprogramm sehen lassen. Feuerwehr-Fahrzeugeinweihung, Tanzvorführung des Trachtenvereins, Ökumenischer Gottesdienst mit Singkreis, Line-Dance-Workshop.

Für Kinder gibt es eine Kletterwand und eine Hüpfburg, Clown Billy ist unterwegs. Ein Schmied wird live demonstrieren, wie man ein Pferd beschlägt. Hühner dürfen gestreichelt werden, ausserdem gibt es ein Hühnerrennen. Der Elternverein sponsert ein Kinderkonzert mit Christian Schenker. Für die Jugend gibt es eine Bar mit DJs.

Fokus auf Ausbildung

Mit dem Motto «GewerBElebt» will man ausdrücken, wie wichtig das Gewerbe für ein Dorf ist: «Erstens erhalten wir eine Infrastruktur aufrecht, die ein Dorf lebenswert macht», so Blétry. «Und zweitens schaffen wir zahlreiche Ausbildungsplätze – etwa 50 sind es in Küttigen, das ist relativ viel.» Zumal das Dorf (rund 6100 Einwohner) keine riesigen Industriebetriebe hat wie etwa Buchs oder Suhr.

Die Schule und damit die künftigen Lernenden werden auch explizit in die Gewerbeausstellung mit einbezogen. Der Ausbildungsverbund Aarau West ist vor Ort, und der «Gesundheitsstand», respektive die beiden Apotheken und die Spitex, haben bereits im Vorfeld Schüler zum Schnuppern eingeladen – sie dürfen an der Gewerbeausstellung zeigen, was sie gelernt haben. Auch die anderen ausbildenden Betriebe seien angehalten worden, die Arbeit ihrer Lernenden an der Gewerbeausstellung zu präsentieren.

Der Gewerbeverein, einer der ältesten im Kanton, kann nächstes Jahr sein 125-Jahr-Jubiläum feiern. An der letzten GV konnte er zehn Neueintritte und nur zwei Austritte vermelden. «Es ist ein Kommen und Gehen», sagt Didier Blétry. Er selber ist Geschäftsführer der Blétry AG, einer Firma für Erdbohr- und Betontrennarbeiten mit Sitz an der Benkenstrasse. Sie macht etwa Bohrungen für die Mineralquelle Eptingen oder Aufschlussbohrungen für die Nagra.

Gewerbeausstellung Küttigen, 21.–23. 9., Schulgelände Dorf. Infos: www.gewerbelebt.ch