Kreisschule Aarau-Buchs

Nach Covid-19-Erkrankung von Oberstufenschülerin: keine Quarantäne für Schulklasse

Die Kreisschule hat einen Covid-Fall.

Die Kreisschule hat einen Covid-Fall.

Die Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) informierte, dass eine Schülerin der OSA (Oberstufe Schachen) positiv auf Covid-19 getestet wurde. Trotzdem muss nur die Lehrperson in Quarantäne.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis es an der Kreisschule Aarau-Buchs – der grössten im Kanton – zu einem Covid-19-Fall kommt. Gestern früh informierte die Kreisschulpflege, dass eine Schülerin der Oberstufe Schachen positiv auf das Coronavirus getestet worden war. «Die Schülerin steckte sich innerhalb ihrer eigenen Familie von einer erwachsenen Person an», heisst es in der Medienmitteilung. Sie sei am Dienstag letztmals im Unterricht gewesen.

«Das Contact-Tracing-Center (Conti) hat für die Schülerin und ihre Familie ab sofort die Quarantäne angeordnet», schreibt die Kreisschulpflege weiter. Sie würden erst wieder aus der Quarantäne entlassen, wenn die Symptome nachhaltig abgeklungen seien. «Zusätzlich wurde bei allen mit der Schülerin in Kontakt gestandenen Lehrpersonen eine Risikoabklärung durch das Conti vorgenommen. Eine Lehrperson wurde aufgrund dieser Abklärungen in die Quarantäne geschickt. Sie zeigt keine Krankheitssymptome.»

Die Klassenkameradinnen seien hingegen nicht in Quarantäne, für sie laufe der Unterricht – unter Einhaltung der bereits bestehenden Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen – normal weiter. Dieses Vorgehen sei mit dem kantonsärztlichen Dienst sowie dem der Schulaufsicht des Departements Bildung, Kultur und Sport abgesprochen.

In Solothurn sind sechs Klassen in Quarantäne

Die Kreisschulpflege betont in ihrem Schreiben ausserdem ausdrücklich, sie könne nicht selber Quarantänen oder Ausschlüsse ganzer Klassen anordnen. Damit nimmt sie die Frage auf, die sich jetzt viele Eltern stellen: Warum wird nur eine Lehrperson, nicht aber die Klasse unter Quarantäne gestellt?

Wie in vielen Belangen gibt es auch hier Unterschiede zwischen den Kantonen. Im Solothurnischen sind derzeit sechs Klassen in Quarantäne. Etwa im Oltner Oberstufenschulhaus Frohheim, wo ein Sek-Schüler erkrankt ist.

Im Aargau wurde bisher nirgends eine ganze Klasse unter Quarantäne gestellt. «Eine solche Massnahme läge im Zuständigkeitsbereich der Kantonsärztin und ist bisher nur für den Fall einer Häufung von mehreren Ansteckungen in einer Klasse vorgesehen», teilt das kantonale Departement Gesundheit und Soziales mit. «Sollte es mehr als einen Fall in einer Klasse geben, wäre die Quarantäne der ganzen Klasse zu prüfen.» Das Miteinander von Schülerinnen und Schülern der obligatorischen Schule werde nicht als «enger Kontakt» definiert, schreibt das Gesundheitsdepartement weiter. Es beruft sich dabei auf Empfehlungen des Bundes zum Umgang mit erkrankten Personen und zum Unterricht an Volksschulen während der Coronapandemie.

Wann werden Kinder getestet?

Für Eltern ist wichtig zu wissen: Das Bundesamt für Gesundheit hat Covid-Testkriterien für Kinder definiert. Ab einem Alter von zwölf Jahren gelten für sie dieselben Kriterien und Empfehlungen wie für Erwachsene: Zeigen sie Covid-19-kompatible Symptome, sollten sie getestet werden. Bei jüngeren Kindern empfiehlt der Bund jedoch ein individuelles Abwägen, ob ein Test sinnvoll ist oder nicht. Denn: Kleinere Kinder sind relativ häufig krank, und die Symptome können, obwohl mit einer Covid-Erkrankung vereinbar, auch von einem anderen Erreger stammen. Ausserdem ist der Test eher unangenehm. Der Entscheid, ob er durchgeführt wird oder nicht, fällt die behandelnde Ärztin zusammen mit den Eltern. Grundsätzlich gilt: Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben, auch wenn sie nicht getestet wurden – und zwar bis mindestens 24 Stunden nach dem Abklingen der Symptome.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1