Suhr

Nach Pfister-Kauf: Österreicher übernehmen Suhrer Gebäude

Möbel Pfister in Suhr.

Möbel Pfister in Suhr.

Die F.G. Pfister Stiftung ist seit Jahrzehnten in FDP-Hand und äusserst diskret.

Pfister ist mit etwa 500 Angestellten der grösste Arbeitgeber in Suhr. Sie alle bekommen mit XXXLutz einen neuen Arbeitgeber. Weiterhin schweizerisch bleiben die F.G. Pfister Holding AG und die Arco Immobilien Management AG, die zusammen 38 Mitarbeiter beschäftigen.
Wo die «XXXLutz Schweiz AG» ihren Sitz haben wird, ist offen.

Die Gesellschaft ist erst in Gründung. Das Familienunternehmen XXXLutz ist – wie andere Konzerne, etwa Ikea – bekannt dafür, dass es steueroptimierte Lösungen anstrebt. Der Sitz wird irgendwo in der Schweiz sein, im Verwaltungsrat von «XXXLutz Schweiz AG» werden Rudolf Obrecht und Reto Welte (Präsident und Vizepräsident der F.G. Pfister Holding AG) Einsitz nehmen.

Die Österreicher übernehmen alle betriesnotwendigen Liegenschaften. Im Fall von Suhr sowohl das Pfister-Center und als auch den grossen Logistik-Komplex. Vor gut drei Jahren (2015/16) hat Pfister 15 Millionen Franken in ein neues Hochregallager investiert. Aktuell sind keine weiteren Grossinvestitionen geplant – der übliche Erneuerungsbedarf liegt bei einer Million pro Jahr.

Pfister hat aktuell 20 Filialen. Davon sind 10 eingemietet und 10 gehören der Firma (etwa Lyssach BE oder Dübendorf ZH, die umsatzstärkste). Alle für XXXLutz nicht betriebsnotwenigen Immobilien bleiben im Besitz der F.G. Pfister Holding AG. Ist diese künftig eine reine Immobiliengesellschaft? Nein, man will unternehmerisch tätig sein.

Die ganze Pfister-Gruppe gehört der F.G. Pfister Stiftung, die gesetzlich zu keinerlei Transparenz verpflichtet ist. Seit 2014 werden nicht einmal mehr Umsatzzahlen veröffentlicht.
Der Stiftungsrat wird seit dem 1. Juli von Corina Eichenberger (abtretende FDP-Nationalrätin) präsidiert. Ihre Vorgänge waren Stéphanie Mörikofer (ehemalige FDP-Regierungsrätin), Eric Honegger (Swissair, ehemaliger FDP-Regierungsrat) und Kurt Lareida (ehemaliger FDP-Regierungsrat).

Wie an der gestrigen Medienkonferenz erläutert wurde, wählen sich der Stiftungsrat und der Verwaltungsrat der F.G. Pfister Holding AG gegenseitig (man schlägt sich vor). Obwohl die Stiftung faktisch die Besitzerin des Unternehmens ist, legt sie Wert darauf, nur von seinen Erträge (Gewinnablieferung) zu leben. Weil keine Zahlen bekannt gegeben werden, ist nicht klar, über wie viel Vermögen die Stiftung verfügt. Es dürfte nach dem Unternehmensverkauf über eine halbe Milliarde Franken sein. (uhg)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1