Aarau
Neue Laurenzi zwingt Maienzug zu Routenänderung

Aarau Noch ein Monat bis zum Maienzug – jetzt ist definitiv klar, was dieses Jahr beim Festumzug und beim Bankett anders sein wird.

Ueli Wild
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Maienzug

Maienzug

AZ

Manche beginnen jetzt, die bis zum Maienzug verbleibenden Tage zu zählen. Am 1. Juli ist es so weit. Dann füllt sich die Stadt mit Blumenschmuck und festlich herausgeputzten, weiss gekleideten Menschen.

Wer gerne zwei Chancen hat, sich den Festumzug anzuschauen, positioniert sich üblicherweise an der Laurenzenvorstadt. Doch dieses Jahr ist das keine zielführende Strategie. Der Kontermarsch findet nicht auf der Laurenzi, sondern auf der Bahnhofstrasse statt. Das gab Stadträtin Regina Jäggi, Präsidentin der Maienzugkommission am traditionellen Probeessen für das Bankett auf der Schanz bekannt.

Maienzug-Vorabend: Impressionen von 2015 Ecke Metzgergasse/Kronengasse: Drei Menschen auf einem Quadratmeter (gelb) gab es oft, fünf nur selten
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Partystimmung beim DJ in der Kronengasse
Ein Fest mit Notausgängen

Maienzug-Vorabend: Impressionen von 2015 Ecke Metzgergasse/Kronengasse: Drei Menschen auf einem Quadratmeter (gelb) gab es oft, fünf nur selten

Chris Iseli

Grund für die Routenänderung ist die Neugestaltung der Laurenzenvorstadt. Die nun verengte Fahrbahn der Laurenzi wird vom Umzug bloss von einer Seite, nämlich vom Amthaus her, benutzt. Der Umzug führt auf der üblichen Route bis zur Bahnhofstrasse, auf der Höhe des Aarauerhofs wendet er aber, statt in die Poststrasse einzubiegen. Der Kontermarsch führt auf der breiten Bahnhofstrasse zurück bis zur Abbiegung Kasinostrasse. Auf dieser geht es weiter zur Laurenzi und dann via Tellirain zum Telliring hinunter.

Der Vorverkauf für das Maienzugbankett beginnt am Montag, 13. Juni. Auch hier gibt es Änderungen. Der Preis für die Erwachsenenkarte wurde um 5 Franken angehoben. Dieser Stadtratsbeschluss steht im Zusammenhang mit den Bemühungen um eine Stabilisierung des städtischen Finanzhaushalts. Im Vorverkauf kostet die Karte für das Mittagessen auf der Schanz oder in der Sporthalle im Schachen nun 40 Franken. 30 Franken kostet das Mittagessen für Erwachsene am Familienbankett auf der Unteren Schanz, 15 Franken kostet es pro Kind.

Und da sich die Kontrolle in den letzten Jahren schwierig gestaltete, werden die Bankettkarten nun während des Essens eingezogen. Wer keine Karte vorweisen kann, muss eine Tageskarte beziehen, die 5 Franken teurer ist als die im Vorverkauf erstandenen Karten. Wer seine Karte zu Hause vergessen hat, muss also 45 Franken vor Ort bezahlen, erhält hinterher aber, wie Regina Jäggi bestätigte, im Stadtbüro gegen Vorweisen der vergessenen Karte 40 Franken zurückerstattet.

Granatenregime gelockert

Traditionellerweise tragen Männer und Knaben am Maienzug Granaten am Revers. Seit einigen Jahren fällt es den Floristen aber nicht leicht, die nötige Menge an Granaten zu beschaffen. Um das Problem zu entschärfen, hat die Maienzugkommission nun beschlossen, «dass offiziell auch rote und orange Buschröschen oder ähnliche Blumen für den Blumenanstecker gebraucht werden können». Ausserdem, liess Kommissionspräsidentin Jäggi durchblicken, sähe man es gerne, wenn Gartenbesitzer Granatapfelbäumchen pflanzen würden. Langfristig liesse sich so der zunehmende Mangel an Granaten aus dem Tessin durch einheimische Produktion wettmachen.

Keine Experimente beim Menü

Das Probeessen bewies es: Am Fundament des Bankettmenüs wird dieses Jahr nicht geschraubt. Dies, nachdem der Coleslaw Salad an einer Honig-Rahm-Essig-Sauce letztes Jahr für eine sanfte Revolution auf dem Vorspeiseteller gesorgt hat. Sandra Rupp, in der Maienzugkommission für die Verpflegung zuständig, fand am Mittwochabend zwar, etwas mehr Säure hätte der Sauce gutgetan. Daniel Ringier, Kommandant der Stadtpolizei Aarau, lobte dagegen die angenehme sanfte Würze, welche ein kleiner Geniestreich dem Salat beschert hatte. Mit der Spürnase des Polizisten und des Kochs hatte er das den Gaumen entzückende Detail blitzartig erkannt: eine Spur Ingwer.

Beim Hauptgang (Schweinsgeschnetzeltes mit Champignons, Stocki, Rüebli) und beim Dessert (Panna Cotta mit Himbeeren) bleibt alles beim alten. Fürs Probeessen hatte Gourmelino-Chef Erich Rüetschli beim Dessert einen Kompromiss gewagt – mit Rücksicht auf die Glacé-Fraktion um Yves Baumgärtner und Toni von Däniken. Der Versuch, das Dessert leicht anzufrieren, habe sich aber nicht bewährt, befand Rüetschli hinterher. Die Catering-Firma Gourmelino sorgt zum sechsten Mal für die nötigen 3500 bis 4000 Mahlzeiten.