Laut Medienmitteilung der Schule werde aktuell «mit Hochdruck» an der Zusammenführung der beiden Musikschulen gearbeitet. Mittlerweile liegen das Musikschulreglement und die Musikschulverordnung im Entwurf vor – die Vernehmlassung dazu läuft bis 23. August. Der Reglementsentwurf wird nach der Vernehmlassung durch die Kreisschulpflege überarbeitet und dem Kreisschulrat vorgelegt.

Musikschule Aarau-Buchs: Das müssen Sie wissen

Das Fächerangebot wird vereinheitlicht. Respektive: Das Einzelunterricht-Angebot in Aarau bleibt gleich, in Buchs wird es leicht ausgeweitet. Neu gibts dort auch Harfe und Oboe. Wer jedoch zwei Instrumente erlernen möchte, kann dies künftig aus Kostengründen nur im Rahmen der Begabtenförderung und auf Empfehlung und Begründung der Musiklehrperson tun. In Buchs war die Belegung eines Zweitinstrumentes bisher ohne Probleme möglich, in Aarau jedoch seit 2016 gar nicht.

Begabtenförderung, die es bislang sowohl in Aarau als auch in Buchs erst ab der 6. Klasse gab (kantonale Begabtenförderung), wird neu schon ab der 1. Klasse betrieben – in Form von 15 Minuten zusätzlicher Unterrichtszeit, für die Eltern nichts zahlen müssen.

Höhere Beiträge in Buchs, tiefere in Aarau

Laut Vernehmlassungsunterlagen steigen die Elternbeiträge in Buchs leicht an, in Aarau sinken sie. Dies, weil der Mittelwert der aktuellen Tarife gewählt wurde. Ein Beispiel: 30 Minuten Einzelunterricht kosten neu pro Semester 580 Franken (1. bis 5. Klasse) respektive 430 (6. bis 9. Klasse). Im heutigen Modell sind es ein paar Zehnernoten mehr oder weniger. Der bisher in Aarau gewährte Geschwisterrabatt (10 Prozent pro Kind) wird auch in Buchs eingeführt.

Wenn das Kind in der Aarauer Kadettenmusik (Teil der Musikschule) spielt, wurde bisher ein Rabatt von 100 Franken auf den Elternbeitrag gewährt. Dies bleibt gleich. In Buchs soll dieser Rabatt für die Mitglieder des Jugendspiels auch eingeführt werden. «Dies gilt nur, wenn das Jugendspiel Buchs sich der Musikschule der Kreisschule anschliesst», heisst es in den Vernehmlassungsunter- lagen.

Das Jugendspiel ist Teil der Harmoniemusik Buchs; die Entscheidung über eine Eingliederung in die Kreisschule analog zur Kadettenmusik. liegt beim Verein. Die Ressourcen würden dann auf das Jugendspiel und die Kadettenmusik verteilt (ausgenommen der Kadettenmusik-Fonds).

In Buchs-Rohr konnten bisher auch Jugendliche in Ausbildung (Berufsschüler oder Kantischülerinnen) Musikunterricht an der Kreisschule nehmen. Neu ist das nur noch möglich, wenn die weiterführende Schule kein entsprechendes Angebot hat – und die Beiträge steigen auf fast das Doppelte. Tiefer in die Tasche greifen müssen neu auch Eltern auswärtiger Schüler, die die Kreisschule besuchen. Sie zahlen den kostendeckenden Tarif. Das war in Aarau bisher schon so, in Buchs-Rohr nicht.

Neu jedes Instrument ab der 2. Klasse

Bislang war das Einstiegsalter für den Musikunterricht je nach Instrument verschieden. Neu haben Kinder ab der zweiten Klasse Zugang zum Einzelunterricht auf allen Instrumenten. «Bei besonderer Eignung», so heisst es in den Vernehmlassungsunterlagen, sei schon ein Einstieg ab der ersten Klasse möglich.

Neu gibt es auch in Aarau Einsteigerkurse für Erst- und Zweitklässler. Das ist eine Unterrichtsform, bei der eine grosse Gruppe (ab sechs Schülerinnen und Schülern) dasselbe oder ein sehr ähnliches Instrument spielt. Das Klassenmusizieren, das eine Integrationswirkung haben soll, wird in Aarau bereits für vier Klassen angeboten. Ein Teil dieser vier Klassen soll nach Buchs und Rohr verlegt werden. Mit der neuen Regelung sollen ausserdem 45-Minuten-Einzellektionen auch in Buchs möglich sein, nicht nur in Aarau – aber an beiden Orten erst ab der 6. Klasse.

Der Nettoaufwand der Musikschulen der neuen Kreisschule beträgt 1,885 Mio. Franken im Budget 2019. Wird das neue Reglement so, wie es nun in die Vernehmlassung geht, angenommen, entstehen Mehrkosten von knapp 26 000 Franken.