Aarau

Neues Zuhause gefunden: Asyl-Projekt «Drehpunkt Aarau» zieht in Prozessor-Werkstatt

Das erste Znacht in der Prozessor-Werkstatt in Aarau.

Das erste Znacht in der Prozessor-Werkstatt in Aarau.

Der «Drehpunkt» ist weitergezogen. Nach knapp drei Jahren im Zwinglihaus im Scheibenschachen hat das Projekt des Vereins Netzwerk Asyl per Anfang März ein neues Zuhause gefunden: in den Werkstätten und Ateliers des Prozessors an der Erlinsbacherstrasse 34.

Im Fokus des Projekts «Drehpunkt» (getragen von Aarau, Suhr und Buchs) steht die Integration von Flüchtlingen. Kostenlos können sie – und Einheimische – verschiedene Angebote aus den Bereichen Bildung, Freizeit und Kultur nutzen oder mitgestalten. Darunter einen täglichen Deutschkurs, der von Schülerinnen und Schülern der beiden Kantonsschulen geführt wird. Oder die Velowerkstatt «Bicycle Kitchen», in der ausrangierte Fahrräder zurechtgemacht und an Flüchtlinge abgegeben werden; mit riesiger Nachfrage, wie Götschi sagt.

Der Verein Prozessor wiederum stellt der Öffentlichkeit Raum fürs Experimentieren, Tüfteln, Lernen und kreatives sowie handwerkliches Schaffen zur Verfügung (jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag). So gibt es unter anderem eine Holz- und Metallwerkstatt, ein Druckatelier, ein Fotolabor, ein Textilatelier und eine Velowerkstatt. «Mit dem Prozessor haben wir einen tollen Partner gefunden, das passt wunderbar zusammen», sagt Jan Götschi, Projektleiter von Drehpunkt Aarau.

Seit dieser Woche darf das grosse Drehpunkt-Team die Prozessor-Räume für sämtliche bisherigen Angebote nutzen. Für den täglichen Deutschunterricht, für den wöchentlichen Treff mit Abendessen am Montag (mit jeweils bis zu 70 Besuchern), für das Freizeitprogramm des Jugendrotkreuz am Mittwochnachmittag. Und natürlich für die Velowerkstatt und die Kleiderbörse. «Wir nehmen im Prozessor gut erhaltene und saubere Kleider und Schuhe entgegen und sortieren sie», sagt Götschi. Diese werden jeweils am Dienstagnachmittag im Jugendtreff «Wenk» kostenlos an Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene verteilt.

Für den «Drehpunkt» ist die Zusammenarbeit mit dem Prozessor ein Glücksfall. Nicht nur, weil die beiden Projekte in ihrer Philosophie bestens zusammenpassen. Sondern insbesondere auch wegen der Begegnungen, wie Götschi sagt: «Wir freuen uns sehr auf einen intensiveren Austausch zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen.»

Hinweis

Wer den Drehpunkt mit Arbeit, Kleider- oder Velo-Spenden unterstützen möchte, kann sich bei Urban Brunner melden.

www.netzwerk-asyl.ch/drehpunkt

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