Aarau

Orientierungslauf im Gönhardwald ist nichts für Hamster

Christoph Wildhaber, Präsident Aargauer OL-Verband (l.), zeigt Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Stadtoberförster Christoph Fischer, wie der «Swiss-O-Finder» funktioniert. Nadja Rohner

Christoph Wildhaber, Präsident Aargauer OL-Verband (l.), zeigt Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Stadtoberförster Christoph Fischer, wie der «Swiss-O-Finder» funktioniert. Nadja Rohner

Im Gönhardwald kann sich jeder am OL versuchen. Auch Stadtpräsidentin Jolanda Urech.

Eigentlich ist Stadtpräsidentin Jolanda Urech keine Joggerin. Sie fährt lieber Velo. Gestern rannte sie trotzdem durch den Gönhardwald, bei schwül-heissem Wetter, begleitet von Stadtoberförster Christoph Fischer. Natürlich nicht einfach aus Plausch – sondern zu Ehren des «Swiss-O-Finder Aarau». Hinter diesem kryptischen Namen verbirgt sich ein Orientierungslauf-Sportprojekt, initiiert vom Aargauer OL-Verband und finanziell unterstützt von den Ortsbürgern. Weitere Partner sind die IBAarau, der Kanton und McDonalds.

Schon bald ein Jahr steht die fix installierte OL-Bahn im Wald, jetzt ist endlich auch die offizielle Einweihung vollzogen. Jedermann kann sie kostenlos nutzen, es braucht nur ein Handy. Mithilfe einer OL-Karte (kann ausgedruckt werden) rennt oder spaziert man von Posten zu Posten, die man dann mittels QR-Code auf dem Handy quittiert. Die zugehörige App misst auch die Zeit – für diejenigen, die neben dem Plausch auch gerne eine Leistungs-Komponente reinbringen möchten.

Es stehen drei verschiedene Bahnen zur Verfügung. Die kürzeste ist im Spaziertempo innert einer halben Stunde machbar. Im Gegensatz zum «richtigen» OL verlaufen die Strecken so, dass man die Waldwege nutzen kann. Querwald-ein»-Laufen ist zwar möglich, aber nicht unbedingt erwünscht.

OL sei etwas für Leute, die finden, Laufbänder seien etwas für Hamster und normale Waldspaziergänge langweilig, scherzte Christoph Wildhaber. Der Präsident des Aargauer OL-Verbandes und Mitinitiant des Pilotprojekts in Aarau stellte gestern begeistert fest, dass das neue Angebot ohne viel Werbung bereits gut angekommen sei – mehrere hundert Menschen haben den OL schon gemacht. Auch für den Unterricht sei sie attraktiv, sagte Remi Bürgi, Geschäftsleiter der Schule Aarau. OL biete viele Komponenten des Lehrplanes, wie etwa Geografie, Planlesen, Bewegung in der Natur.

Die Strecke ist die erste des Aargauer OL-Verbands. Weitere sind aber in Planung, konkrete Gespräche gibts in Zofingen und Aarau. «Wir wollen sie bewusst nicht auf einem Jurahügel errichten, sondern in Wäldern urbaner Gegenden», sagt Christoph Wildhaber. Die Situation in Aarau sei ideal: Die Strecke beginnt beim «Steinernen Tisch» gleich neben der Kunsteisbahn Keba, ist per Auto, Bus oder zu Fuss gut erreichbar. Und nicht zuletzt hatte man bei Oberförster Christoph Fischer, einem ehemaligen OL-Läufer, sofort offene Ohren gefunden.

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