Aarau

Pfisterer und Urech diskutieren in der Disco mit Jugendlichen

Lukas Pfisterer (links) und Jolanda Urech kämpfen auch bei den jungen Wählerinnen und Wähler um wichtige Stimmen für das Stadtpräsidium.

Lukas Pfisterer (links) und Jolanda Urech kämpfen auch bei den jungen Wählerinnen und Wähler um wichtige Stimmen für das Stadtpräsidium.

Zwei der drei Kandidaten für das Stadtpräsidium, Jolanda Urech und Lukas Pfisterer, stellten sich den Jugendlichen im Jugendkulturhaus Flösserplatz. Im Gespräch dominierte die Frage nach mehr Freiräumen für Junge.

Am 22. September gehen in Aarau auch die Jungen zur Urne. Dass sie dabei ganz eigene Wünsche und Bedürfnisse haben, hat sich an den vergangenen zwei Mittwochabenden an den Politveranstaltungen «Mitmachen» im Jugendkulturhaus Flösserplatz gezeigt.

Die Jungen haben Jolanda Urech und Lukas Pfisterer auf den Zahn gefühlt, um herauszufinden, wie als Kandidierende für das Stadtpräsidium zu den Anliegen der jungen Aarauer stehen. So entstand ein jeweils persönlicher «Stadtmix» der Kandidatin und des Kandidaten.

Freiräume für Junge

Die Frage, ob die Jugend in Aarau mehr Freiräume brauche, dominierte. «Räume für Veranstaltungen gibt es effektiv nicht viele», sagte Lukas Pfisterer. Gewisse Angebote könnten ausgebaut werden, auch die Zwischennutzung von leerstehenden Räumen in der Telli könne er sich vorstellen oder im Kasernenareal, wenn denn die Armee auszöge.

Jolanda Urech sagte: «Ich würde mich dafür einsetzen, dass die Stadt eine Art Vermittlungsfunktion übernimmt», sagte sie. Die Stadt könne in Kontakt mit Privaten treten und so Liegenschaften für Zwischennutzungen an Interessenten vermitteln.

Die alte Reithalle ist einer dieser Räume, der heute in Aarau zwischengenutzt wird. Urech und Pfisterer bestätigten beide, dass der «Oxer», wie das Projekt heisst, im Moment einfach nicht vorwärtskommt. «Ich kann mir vorstellen, das Projekt neu abzuklären», sagte Pfisterer. «Vielleicht kann man das Theater und einen Club in die Halle bringen.»

Auch Urech ist der Meinung, dass die Debatte nochmals breiter geführt werden muss. «Man kann die Reithalle für verschiedene Ideen und Aktivitäten nutzen», sagte sie. Wichtig sei, dass die kulturelle Zwischennutzung für die nahe Zukunft durch Stadt und Kanton festgelegt werde. Gerade als Eingang zum Kasernenareal sei die alte Reithalle sehr gut gelegen.

Kasernenareal hat Potenzial

Urech und Pfisterer sehen im Kasernenareal eine grosse Chance für Aarau. Entscheidet sich nämlich der Bund, den Standort Aarau aufzugeben, wird ein riesiges Areal an bester Lage frei. Beide Stadtpräsidiumskandidaten sind sich einig: Mit der Planung muss rechtzeitig begonnen werden. «Wir sind alle gefordert, unsere Ideen und Wünsche einzubringen, dann wissen wir, was wir zusammen in diesem Areal verwirklichen wollen», sagte Urech. Neben Wohn- und Gewerbezonen sollen auch Räume entstehen für Jugendliche, Kulturschaffende und Jungunternehmer.

Pfisterer sieht im Kasernenareal ebenfalls grosses Potenzial: «Es würde Platz schaffen für Hotels, Ateliers für Jungunternehmer, Clubs, Kultur oder eine internationale Schule.» Die Stadt müsste die Zonen festlegen, wo welche Art von Angebot unterkommt.

Zukunft von Aarau

Und wo sehen der Kandidat und die Kandidatin die Stadt Aarau in Zukunft, in 30 Jahren zum Beispiel? Lukas Pfisterers Vision ist klar: «Buchs und Suhr sind nicht mehr eigene Gemeinden, sondern Stadtteile Aaraus. Es gibt eine neue Kettenbrücke und das Quartier Torfeld Süd ist fertig gebaut.»

Jolanda Urech wünscht sich generell, dass in Aarau nicht alles verbaut wird, damit auch zukünftige Generationen noch selber gestalten können. Aarau soll Mut haben, auch mit Provisorien zu leben. «Ich wünsche mir ein selbstbewusstes, lebendiges und tolerantes Aarau, in dem alle Generationen zusammenleben können», sagte sie.

Der persönliche «Stadtmix»

Zum Schluss der beiden Veranstaltungen durften die beiden Kandidaten am Mischpult ihren persönlichen «Stadtmix» zusammenstellen. Aus Stichworten, welche die Gäste der Veranstaltung zuvor über Aarau aufgeschrieben hatten, mussten Jolanda Urech und Lukas Pfisterer je fünf auswählen und auf dem Lautstärke-Pegel bestimmen, wie wichtig ihnen das Thema ist.

Da den Kandidaten nicht dieselben Stichworte zur Verfügung standen und ihre Prioritäten verschieden sind, entstanden zwei verschiedene Stadtlautstärkemischungen. Lukas Pfisterers «Stadtmix» tönt so: Wirtschaftsstandort Aarau Lautstärke 8, nachhaltige Stadtentwicklung 8, Betreuungsangebote 6 und Bildung 6, öffentliche Räume 5. Jolanda Urech mixte: Kasernenareal Lautstärke 9, Zusammenleben 9, Kulturförderung 7, Wirtschaftsstandort Aarau 7, Klubleben und Freiräume für Jugendliche 6.

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