Welche Bedeutung hat ein allfälliger Austritt der beiden Gemeinden für den Verband? «Keine», antwortet Suhrs Gemeindepräsident Beat Rüetschi, der den Gemeindeverband Lindenfeld präsidiert. Schliesslich, so Rüetschi, müsse sich der Gemeindeverband ja selber finanzieren.

In den letzten Jahren haben schon Rupperswil, Fahrwangen und Meisterschwanden das Lindenfeld-Boot verlassen. In Fahrwangen argumentierte der Gemeinderat 2014, dass sich schon länger keine Pensionäre aus der Gemeinde mehr im recht weit entfernten Lindenfeld aufgehalten hätten, zumal näher gelegene Heime inzwischen die gleichen Pflegestufen anbieten würden.

Den Antrag auszutreten, begründet der Reitnauer Gemeinderat mit dem Umstand, dass Reitnau weit und breit («bis nach Hirschthal») die einzige Gemeinde sei, die dem Verband angehöre. Gemäss Lindenfeld-Geschäftsbericht stellte Reitnau 2016 keine Pensionäre. Der Staufner Gemeinderat weist in den Unterlagen für die Gmeind darauf hin, dass Staufen mittlerweile eine Leistungsvereinbarung mit dem Lenzburger Pflegeheim «im Lenz» abschliessen konnte.

Eine Rolle spielen in den Überlegungen des Staufner Gemeinderats aber auch drohende Überkapazitäten im Pflegebereich. An der Lindenfeld-Abgeordnetenversammlung im Mai stemmte sich der Staufner Gemeindevertreter Peter Hauri gegen die Freigabe weiterer 2,63 Mio. Franken für das neue Demenzzentrum im Lindenfeld – aus Angst, dass man sich damit finanziell übernehmen könnte. Subsidiär haften die Gemeinden für die Verpflichtungen des Verbandes. Unterstützung erhielt Hauri damals aus Niederlenz, doch dort liegt der Gmeind kein Antrag auf einen Austritt vor.

«Wir sind gut finanziert», betont indessen Beat Rüetschi, der festhält, Konsequenzen könnte der Austritt allenfalls für Staufen und Reitnau haben: Das Lindenfeld nimmt zwar auch Pensionäre aus Nichtverbandsgemeinden auf, Vorrang haben bei Engpässen jedoch jene aus den Mitgliedsgemeinden. (uw)