Roland Häsler und der Kantonspolizist unterhalten sich angeregt auf dem Festplatz im Aarauer Schachen. Es wird geflachst, dann verabschiedet sich der Beamte. Das Gespräch wirkte vertraut, kein Wunder: Der Polizist ist Mitglied im Schwingklub Aarau und Umgebung. «Dieses Wochenende wird er für uns am DJ-Pult stehen», sagt Häsler.

Am Eidgenössischen Turnfest (ETF) werden dank der «Hosälupf Bar» des Aarauer Schwingklubs auch Polizeiangestellte zu Festbrüdern. Vizepräsident Roland Häsler und seine Klubkameraden servieren jeweils von 10 Uhr morgens bis nachts um 4 Uhr (sonntags bis 22 Uhr) Cocktails, Bier, Schnäpse und Brezelsandwiches.

Für den Schwingklub fast schon Routine, war er doch am Jodlerfest 2005, dem Eidgenössischen Schwingfest zwei Jahre später oder dem Schweizer Volksmusikfest 2015 mit einer Bar vertreten. Stets in Aarau. Häsler, der gestern in Vertretung von Klubpräsident Matthäus Huber tagsüber am letzten Feinschliff der Bar arbeitete, sagt: «Wir gehören zu dieser Stadt.»

Vermisst: Beizen aus der Region

Entsprechend enthusiastisch zeigten sich die rund 150 Vereinsmitglieder, als feststand, dass heuer auch das Turnfest in die Kantonshauptstadt zieht. Die vergangenen Anlässe hat der Schwingklub in bester Erinnerung: Immer hätten sie «die Hütte voll» gehabt und einen Gewinn erzielt, sagt Häsler. Nur mit diesem hätten sie auch ihren ETF-Auftritt finanzieren können. «Mit Platzmiete und Getränkekosten kommt man schnell auf 45'000 Franken.»

Ein hoher Betrag, der kleine Vereine von einer eigenen Bar abschrecke, sagt Häsler und kritisiert damit auch die Beizenauswahl am ETF. Der Grossteil werde von auswärtigen Cateringfirmen getragen. «Mehr lokale Vereine wären schön gewesen», findet Häsler. Trotz dieser Kritik freut er sich aber aufs ETF – allein schon wegen des Turnens, «das genau wie das Schwingen ein Nationalsport ist». Häsler hat es den Ärmel für seinen Sport am «Eidgenössischen» 2007 hereingezogen. Er hofft, dass es andern – warum nicht nach einem Besuch an der «Hosälupf Bar»? – gleich gehen wird.