Aarau

Rüeblibutter, Rüeblisirup und sogar Rüeblibratwurst! – Hier gibt es alles, was das Aargauer Herz begehrt

Bei idealem Wetter kamen gegen 45 000 Personen an den Rüeblimärt in Aarau. Die heimlichen Stars sind die Rüebli-Kunstwerke, über die sich die Besucher besonders freuen.

Rüeblibutter, Rüeblisirup und sogar Rüeblibratwurst! – Am Aarauer Rüeblimärt gibt es fast nichts, was es mit Rüebli nicht gibt. Und genau deshalb ist der Märt wohl so beliebt. Gegen 45'000 Besucher dürften ihn besucht haben. Um 9 Uhr haben die ersten ihre Runden am «Graben» bereits gedreht und schleppen schon volle Säcke mit. Wie zum Beispiel die 39-jährige Sibylle Hochstrasser aus Erlinsbach AG. Zusammen mit ihrer Mutter Susi Hediger schlendert die Dekorationsgestalterin durch die Stände, beide haben ein Riesen-Strahlen im Gesicht. «Dieser Mittwoch ist für uns heilig», sagt die Tochter. Dieses Jahr habe sie aus Zufall frei, «sonst nehme ich an diesem Tag extra frei.» Denn diese Marktatmosphäre sei einzigartig. Und dazu treffe man auch wieder auf Leute, die man sonst nicht oft sieht.

Für ihre Grosskinder hat die 66-jährige Susi Hediger runde orangene Rüebli der Sorte «der kleine Prinz» gekauft, «für zum echli knabbere». Diese Sorte habe sie jetzt zum ersten Mal gesehen. «Die haben mich gleich angemacht.»

Alles orange am Rüblimärt in Aarau

Alles orange am Rüblimärt in Aarau

Tatsächlich ist fast jeder Rüeblistand mit zusammengebastelten, lächelnden Gemüsefiguren verziert – Eyecatcher, die jeden Besucher in eine Rüebli-Gute-Laune-Stimmung bringen. «Wir haben bereits vor zwei Wochen mit den Vorbereitungen begonnen», erzählt Doris Stadelmann hinter dem Stand von «Natürlich Furrer». Und ja, sagt sie stolz, den lächelnden Kohlkopf habe sie selber gemacht.

Aarauer Rüeblimärt - Heiss begehrt

Aarauer Rüeblimärt - Heiss begehrt

Über 30`000 Besucher sind heute durch die Hauptstadt gezogen, um die 140 Stände zu bestaunen. Egal wo man hinschaut, es hat Rüebli in allen Variationen.

Alte Sorten weckten Erinnerung

Die Rüebli-Kunstwerke sind die heimlichen Stars am Rüeblimärt. «Megaschön», schwärmt Susanna Gräpi (49) aus dem Zibelimäret-Dorf Oensingen SO. Sie ist zum ersten Mal am Rüeblimärt. In ihrer Einkaufstasche ist gefühlt jede farbige Rüeblisorte vertreten. «Jetzt probiere ich die mal aus und koche sie.» Fast noch mehr Freude hat sie an alten Obstsorten, die sie am Märt angetroffen hat. Wie die roten Äpfel «Berner Rose». Sie nimmt gleich einen aus der Tasche und strahlt «das sind meine Lieblingsäpfel und eine schöne Erinnerung aus der Kindheit.» Nächstes Jahr wolle sie wieder kommen. Die 44-jährige Renate Borner aus Oensingen kommt bereits seit Jahren an den Rüeblimärt. Jedes Jahr kauft sie die «sehr feine» Rüebliroulade. «Die findet man nur hier», sagt sie und freut sich über ihren Kauf. Dieses Jahr hat sie aber auch etwas ganz Spezielles gefunden: frischen Ingwer, an dem noch das grüne Kraut hängt. «Ich bin gespannt darauf.»

Ein Spaziergang auf dem Rüeblimärt 2016 am Aarauer Graben.

Ein Spaziergang auf dem Rüeblimärt 2016 am Aarauer Graben.

Das Marktgelände wurde ein wenig erweitert, vorab Richtung Schlossplatz/Schlossgarten und in die Laurenzentorgasse bis zum Schuhhaus Storchen.

Aber nicht nur für die Besucher gehört der Rüeblimärt zu den Highlights im Jahr, sondern auch für einige Standbetreiber, wie die zwei Brüder Kuhn vom Sonnhaldenhof Wohlen. Lukas (28) und Florian (26) Kuhn waren schon als Buben hinter dem Stand am Rüeblimärt. Langweilig ist es ihnen nie geworden.

Impressionen vom Aarauer Rüeblimärt

Impressionen vom Aarauer Rüeblimärt

40 Liter Suppe vor 11 Uhr weg

«Wette Si noch chli Rahm drzue?», Florian Kuhn, der gelernter Koch ist, geht mit einem glücklichen Lächeln auf jeden Kunden ein. Und der gelernte Landwirt Lukas Kuhn packt den Kunden liebevoll das Brot in die Serviette. «Ich mag den Kundenkontakt», sagt er. Und an seinem Stand mag er die Rüeblisuppe am liebsten. «Si isch würkli mega fein und mega z’empfehle.»

Gestartet ist der Verkauf der Suppe auch gut: Um zirka 10 Uhr waren schon 40 der insgesamt 120 Liter Rüeblisuppe verkauft. Auch beim Stand der Metzgerei Berchtold aus Muhen verkauften sich die Rüeblibratwürste wie warme Weggli. Vor Mittag waren bereits hunderte Würste weg. Auch wenn sie mehr nach Bratwurst schmeckten als nach Rüebli.

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Autor

Deborah Onnis

Deborah  Onnis

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