Wenn eine Kantonsstrasse saniert wird, hat das gemeine Volk normalerweise nichts zu sagen. Es darf höchstens an der Gemeindeversammlung den Sanierungskredit durchwinken, zu dessen Zahlung die betroffene Gemeinde aufgrund des Dekrets sowieso verpflichtet ist. So kennt man das. Doch für ein grosses Strassenprojekt, das die Gemeinden Aarau, Erlinsbach AG und Erlinsbach SO betrifft, wollen Gemeinden und Kanton nun einen anderen Weg gehen: Sie laden zu einer öffentlichen Veranstaltung ein, bei der Ideen und Inputs für die künftige Strassenraumgestaltung gesammelt werden sollen.

Betroffen sind drei Gemeinden

Es geht um die Sanierung der Kantonsstrassen 207 und 243. Der Projektperimeter zieht sich von der Kettenbrücke – beziehungsweise künftig Pont Neuf – bis zum Kreisel, dann östlich die Küttiger- strasse hinauf bis zum Rombachtäli und westlich die ganze Strecke nach Erlinsbach (Erlinsbacherstrasse bzw. Aarauerstrasse) bis zum dortigen Löwenkreisel beim Dorfplatz Erlinsbach SO. «Bis in knapp zehn Jahren steht hier eine Strassensanierung an», sagt Dominik Kramer, Leiter Infrastruktur/Netze bei der Abteilung Verkehr im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Der ganze Abschnitt stelle die Planer vor grosse Herausforderungen. Nicht nur, weil es sich um eine viel befahrene Strecke handelt. Kramer: «Als die Strasse gebaut wurde, gab es längst noch nicht so viele Häuser. Mittlerweile sind die Siedlungsgebiete komplett zusammengewachsen. Ausserdem ist der Raum ins Verkehrsmanagement Region Aarau eingebunden.» In einer Vorstudie, die nun erstellt werden soll, wollen die Planer deshalb nicht nur den Strassenraum anschauen, sondern auch die nahegelegenen Quartiere.

Ziel ist nun, die Bevölkerung in die Erarbeitung der Vorstudie für die Sanierung einzubinden. Das haben Kanton und die Gemeindevertreter – Erlinsbachs Gemeindepräsidentin Monika Schenker und der Aarauer Vizestadtpräsident Werner Schib – gemeinsam beschlossen. An der öffentlichen Veranstaltung wollen die Planer laut Dominik Kramer einerseits aufzeigen, welche Herausforderungen im Abschnitt anstehen, und andererseits die Bevölkerung in den Prozess einbeziehen. Viel freies Bauland hat es zwar nicht mehr, man will aber mit der Vorstudie auch Gedanken zur langfristigen Entwicklung aufzeigen. Das grösste Projekt dürfte die Eniwa betreffen, die auf ihrer fast 600 Meter langen Parzelle zwischen Erlinsbacherstrasse und Aare eine Überbauung plant.

An der Infoveranstaltung nehmen die Planer aber auch Anregungen aus der Bevölkerung entgehen. Dominik Kramer erklärt: «Das könnte zum Beispiel der Wunsch sein, die Bushaltestelle anders zu platzieren, eine bessere Durchgrünung zu erreichen, öffentliche Freiräume zu schaffen oder bessere Fusswegverbindungen an die Aare einzuplanen.» Er betont, man starte ergebnisoffen ins Projekt. Ausserdem wird mit der Vorstudie noch nichts grundeigentümerverbindlich festgelegt. Und: «Es dürfen natürlich auch diejenigen an der Veranstaltung teilnehmen, die keine Anstösser sind. Wir möchten es ganz bewusst als ein ‹Miteinander› sehen.»

Später soll aus der Vorstudie ein konkretes Sanierungsprojekt für die Kantonsstrasse werden. Für die Umsetzung von kommunalen Ideen haben die Gemeinden den Lead. Weil auch der Kanton Solothurn betroffen ist, sind die dortigen Behörden ebenfalls eingebunden.

Öffentliche Veranstaltung: Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr, Feuerwehrmagazin, Erlinsbacherstrasse Aarau.