Eniwa-Kraftwerkpläne
Schon über 800 Unterschriften: Online-Petition fordert von Eniwa den Erhalt des Mitteldamms

Wegen der Kraftwerkspläne der Eniwa soll der Mitteldamm der Aare bei Aarau verschwinden.

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Der bestehende Mitteldamm mit den beiden Kanälen, dem breiten und dem schmalen.

Der bestehende Mitteldamm mit den beiden Kanälen, dem breiten und dem schmalen.

Urs Helbling

«Erholungsort in Aarau vor dem Untergang» – so heisst eine Petition, die Elia Meierhofer aus Aarau am Mittwoch auf www.petitio.ch aufgeschaltet hat. Innert weniger Stunden erreichte die Petition 400 Unterschriften, um 16 Uhr waren es am Donnerstag schon über 800. Die Petition läuft noch 28 Tage, bevor eine Liste mit allen Unterzeichnenden an Hanspeter Hilfiker, Stadtpräsident und Verwaltungsrat der Eniwa, verschickt wird.

«Die Enwia will den Mitteldamm, der sich vom Entennest bei Schönenwerd bis kurz vor das Elektrizitätswerk Aarau zieht, entfernen», heisst es in der Petition. «Somit ist die Existenz des kleinen Kanals und einer der wichtigsten Erholungsorte der Stadt Aarau bedroht. Dieser Kanal wird im Sommer von vielen AarauerInnen sowie Auswärtigen zum Baden und Schwimmen genutzt, der Mitteldamm selbst ist bei Spaziergängern und Joggern beliebt.»

Auch für Wildtiere stelle der Mitteldamm einen willkommenen Lebensraum dar, schreibt der Petitionär weiter. «Der Rückbau des Mitteldamms würde daher einen erheblichen Verlust an Lebensqualität für Mensch und Tier bedeuten.»

Meierhofer weist auch auf die hohen Kosten für die Dammentfernung hin, die ungefähr drei bis fünf Millionen Franken betragen. Diese wieder hereinzuholen würde lange dauern, rechnet er vor; die Dammentfernung sei «aus finanzieller Sicht wenig sinnvoll». Die Forderung: «Der Mitteldamm, ein wichtiger Erholungsort für die Aarauer Bevölkerung und ein Lebensraum für Tiere, soll bestehen bleiben!» (nro)

Seit mehr als hundert Jahren wird die Wasserkraft der Aare in Aarau zur Stromproduktion genutzt. Die Geschichte und einige schöne Bilder vom Kraftwerk folgen.
31 Bilder
Die Geschichte des Kraftwerks Aarau reicht ins vorletzte Jahrhundert zurück. (Im Bild: Die Aarebadi mit dem Kraftwerk im Hintergrund im August 1932.)
Der Grundstein für das Kraftwerk wurde mit dem 1894 geschaffenen künstlichen Aarelauf geschaffen.
Das Eniwa-Kraftwerk ist damit eines der ältesten Laufwasserkraftwerk der Schweiz.
Bereits 1997 und 2009 gab es von IBAarau AG (wie die Eniwa bis 2018 hiess) ein Modernisierungs-Pläne für das Wasserkraftwerk. (Illustration 2009)
Kommt charmant daher und wirkt für nicht Ortskundige (oder Kinder) wie etwas Verbotenes: Der Holzsteg an der Unterseite des IBA-Kraftwerks.
Der Holzsteg führt von der Erlinsbacher Aareseite auf das Vogel-Inselchen und...
... ist eine schöne Abkürzung auf dem Weg vom Scheibenschachen in die Aarauer Badi.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Impressionen vom Eniwa-Kraftwerk in Aarau.
Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtete im April 2009 das Aare-Kraftwerk. Die IBAarau feierte «300 Jahre Erdgas + Wasser» – die runde Zahl setzte sich zusammen aus 151 Jahre Gas und 149 Jahre Wasser. (Archiv/Leserfoto)
Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtete im April 2009 das Aare-Kraftwerk. Die IBAarau feierte «300 Jahre Erdgas + Wasser» – die runde Zahl setzte sich zusammen aus 151 Jahre Gas und 149 Jahre Wasser. (Archiv/Leserfoto)
Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtete im April 2009 das Aare-Kraftwerk. Die IBAarau feierte «300 Jahre Erdgas + Wasser» – die runde Zahl setzte sich zusammen aus 151 Jahre Gas und 149 Jahre Wasser. (Archiv/Leserfoto)
Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtete im April 2009 das Aare-Kraftwerk. Die IBAarau feierte «300 Jahre Erdgas + Wasser» – die runde Zahl setzte sich zusammen aus 151 Jahre Gas und 149 Jahre Wasser. (Archiv/Leserfoto)
Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtete im April 2009 das Aare-Kraftwerk. Die IBAarau feierte «300 Jahre Erdgas + Wasser» – die runde Zahl setzte sich zusammen aus 151 Jahre Gas und 149 Jahre Wasser. (Archiv/Leserfoto)
Auch für Jogger ein gewohnter Blickfang: Das Aarauer Kraftwerk bei Nacht – auch ohne künstlerische Beleuchtung.
Das Kraftwerk in der Nacht.
Das Kraftwerk in der Nacht.
Zwei Markenzeichen vor brennendem Himmel: Das Turm des IBA-Kraftwerks und der Kühlturm des AKW Gösgen – Ersterer wird nun aus dem Aarauer «Orstbild» verschwinden.
Im Mai 2017 wurde der IBAarau von den Kantonen Aargau und Solothurn eine neue ab 1.1.2018 geltende Konzession für das Wasserkraftwerk Aarau erneut erteilt.
Die Konzession hat eine Dauer von 68 Jahren bis am 31. Dezember 2085 und löst die alte Bewilligung von 1954 ab.
18 Prozent der Staustrecke führen durch aargauisches Gebiet, 82 Prozent liegen jedoch im Kanton Solothurn, weshalb die Konzession wiederum von beiden Kantonen zu erteilen war.
Ein gut gefüllte Aare unterhalb des Kraftwerks nach dem Emmen-Hochwasser im Juli 2014.
Blick vom Kraftwerk auf die Aarauer Altstadt: Wenn trotz geöffneter Schleusen viel Wasser im 1894 gebauten Kanal fliesst,...
..., dann wird ein Teil der Wassermassen an den Turbinen vorbei geschleust. Wie nach dem Emmen-Hochwasser im Juli 2014.
Bei normalen Wassermassen fliesst hier allerdings nichts – alles Wasser treibt die Turbinen an.

Seit mehr als hundert Jahren wird die Wasserkraft der Aare in Aarau zur Stromproduktion genutzt. Die Geschichte und einige schöne Bilder vom Kraftwerk folgen.

Sandra Ardizzone