Kreisschule Entfelden
Schulraum im GE-Gebäude könnte Tatsache werden

Der neue Besitzer, Hanspeter Dreier, hat der Kreisschule Entfelden viel Entgegenkommen signalisiert.

Daniel Vizentini
Merken
Drucken
Teilen
Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden.

Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden.

dvi

Zugegeben: Es tönte schon ein bisschen wie eine Schnapsidee, als die Entfelder Kreisschulräte an ihrer letzten Sitzung im September anmerkten, man könnte doch die leerstehenden Räume von General Electric (GE) in Oberentfelden – dort zieht die Suhrer Transportfirma Dreier ein – als Schulprovisorien benützen. Immerhin mal anfragen, tut aber nicht weh: Beauftragt durch den Kreisschulrat stattete die Arbeitsgruppe Schulische Immobilien Ende Oktober dort einen Besuch ab. Und laut ihrem Bericht, der an der kommenden Kreisschulratssitzung vom 13. Januar vorgelegt wird, ist die Option gar nicht so abwegig.

Auf dem Gelände gibt es ein alleinstehendes, vierstöckiges Gebäude, das der neue Besitzer, Hanspeter Dreier, nicht für sein Unternehmen benötigt und vermieten will. Die verfügbaren Räume sind laut Bericht «sehr gross», pro Geschoss liessen sich mindestens drei Schulzimmer einrichten, dazu je einen Gruppen- und Lehrerraum.

Licht gäbe es überall genug, Leitungen auch, nur die Toiletten müssten umgebaut werden, da sie heute für Männer ausgelegt sind. «Die Räumlichkeiten wirken gepflegt und unterhalten», steht im Bericht. Hanspeter Dreier wäre bereit, einen Zugang über die grosse Wiese – ein möglicher Pausenplatz – bauen zu lassen, damit die Schulkinder und die Lastwagen einander nicht in die Quere kommen. «Auch wäre er bereit, Hand zu bieten für einen Velounterstand und die Aufwertung der Wiese.»

Kein Platz im «Landenhof», viertes Provisorium in Sicht

Entscheiden sich die Kreisschulräte im Januar für die Option GE/Dreier, könnten die Schulkinder bereits ab dem nächsten Schuljahr im Sommer 2021 dort unterrichtet werden. Geprüft wurde auch die Möglichkeit, Räume der Schule für Schwerhörige im Unterentfelder Landenhof für die Kreisschule anzumieten. Freien Platz gibt es dort aber keinen, vielmehr fragte Landenhof-Geschäftsleiter Stefan Buchmüller beim Besuch der Kreisschulvertreter offenbar nach, ob in der Bächliturnhalle Kapazitäten vorhanden wären, die der Landenhof für seine Schulkinder benützen könnte. Anbieten könne die Landenhof-Stiftung lediglich Baulandreserven für allfällige Schulraumprovisorien.

So oder so: Der verfügbare Schulraum in Entfelden bleibt weiter akut knapp, nach drei gebauten Provisorien könnte 2021 nun das vierte folgen, dieses Mal an der Roggenhausenstrasse in Unterentfelden. Anders als beim letzten Provisorium beim Schulareal Erlenweg scheint dieses Mal kein günstiger Container zweiter Hand auf dem Markt zu sein. Geplant ist ein neuer, zweistöckiger Pavillon für 898000 Franken inklusive Innenausstattung. Es sind drei Klassenzimmer vorgesehen, wobei eines in zwei Gruppenräume aufgeteilt werden kann. Damit könne den Anforderungen des Lehrplans 21 Rechnung getragen werden.

Die Lösung sei zwar jetzt eine kurzfristige, weil der Primarschule in Unterentfelden ab Sommer zwei Schulzimmer fehlen. Aber sie hat auch einen mittelfristigen Gedanken: So soll der neue Pavillon während der Bauarbeiten für die geplante Erweiterung des Primarschulhauses Feld als Zusatzschulraum dienen. Über die bis zu 16 Millionen Franken teure Erweiterung von Primar- und Oberstufe soll 2021 abgestimmt werden.