Schönenwerd

So kämpfte Schuhhersteller Bally gegen ausländischen Billiganbieter Bata

Bally, der Qualitätsbewusste, gegen Bata, der Preisbewusste.

Bally, der Qualitätsbewusste, gegen Bata, der Preisbewusste.

Die zwei weltbekannten Marken der Schuhbranche teilen eine ähnlichen Firmenschichten. Das Ballyana in Schönenwerd SO widmet Bata und Bally die Ausstellung «Bata meets Bally». Auch auf die Politik nahm Bally Einfluss, um den Konkurrenten zu schaden.

Die Firma Bata entwickelte sich ab 1894 aus einer kleinen Schusterwerkstatt in Zlin im heutigen Tschechien. Gründer Thomas Bata schaffte es aus seinem Kleinbetrieb ein Schuhimperium zu formen. 1930 beschäftigte Bata rund 30'000 Mitarbeiter, die täglich 82'000 Paar Schuhe produzierten.

Bally stellte damals in der Schweiz mit einer Belegschaft von gut 7000 Personen knapp 11'000 Paar her.

Wie Bally begann auch Bata, früh in fremden Ländern Fabriken und Läden einzurichten. So liess sich Bata 1932 auch in Möhlin im Fricktal nieder. Bata war ein Billiganbieter, so wie dies auch Bally in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung 1851 gewesen war.

In den 1930er-Jahren lieferte Bally jedoch Qualitätsarbeit auf hohem Niveau mit entsprechenden Preisen. Schönenwerder Schuhwerk war rund 50 Prozent teurer als die Produkte der Tschechen.

Politischer Einfluss von Bally

Bally und die kleineren einheimischen Schuhproduzenten schätzten die Billigkonkurrenz nicht. Der Kampf gegen Bata beschränkte sich in den 1930er-Jahren nicht auf den Markt.

Auch politisch nahm man Einfluss. 1933 verbot der Bundesrat rückwirkend die Eröffnung neuer Schuhverkaufsläden, sodass Bata ein neues Geschäft in Luzern wieder schliessen musste. Zum 80-Jahr-Jubiläum der Schweizer Bata-Niederlassung hat die Gemeinde Möhlin mit ihrem Bata-Archiv letztes Jahr eine kleine Ausstellung eingerichtet, die jetzt auch im Ballyana in Schönenwerd zu sehen ist.

Ballyana Schönenwerd, Schachenstrasse 24, Öffnungszeiten, 1. und 3. Sonntag im Monat, jeweils 14 bis 17 Uhr.

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