«Mini Beiz – dini Beiz» ist Geschichte; die neue Vorabendsendung (Start 18.15 Uhr, Dauer Knapp 25 Minuten) von Fernsehen SRF, «Mini Schwiiz – dini Schwiiz», knüpft ans Vorgängerformat an und baut es aus. Statt bloss um Beizen gehts um ganze Gemeinden.

Gestern Abend stellte der 51-jährige Logistikfachmann Marcel Amsler seine Wohngemeinde Küttigen vor. Erfolgreich, denn vor der letzten Gemeinde Würenlos heute Abend liegt Küttigen zusammen mit Laufenburg an der Spitze: 37 von 40 möglichen Punkten für seine Lektion in praktischer Heimatkunde.

Tradition, Freizeit, Kulinarik

Wie funktioniert der «Wettbewerb»? Fünf Personen stellen ihre Gemeinde vor und verteilen am Ende ihre Punkte. Wie gehabt also. Diese Woche sind das Windisch, Laufenburg, Koblenz, Rombach-Küttigen und Würenlos. Neu, und das macht das Format interessant, gehts nicht nur ums Essen. Neben der Kulinarik, die etwas Typisches beinhalten soll, haben die Gemeindebotschafter etwas zu den Themen Tradition und Freizeit zu zeigen. Schönste Werbung für eine Gemeinde, nicht von Behörde- oder Wirtschaftsseite, sondern aus Volkes Sicht. Und dadurch wohl persönlicher.

Gestern Abend begrüsste Marcel seine Gäste als Handörgeler, und die vier Mitstreitenden sangen fröhlich mit. In der Bandweberei Kuny erstaunte vor allem das Museum mit den alten, aber funktionstüchtigen Webmaschinen. Marcel führte die Gruppe dann 400 Höhenmeter höher auf die Wasserfluh mit ihrer grandiosen Rundsicht, bevor er da den Joker zog: Gipfelwein, made in Küttigen.

Anpacken und geniessen

Anpacken statt nur zusehen, das gehört offensichtlich zum Konzept. In Laufenburg versuchten sich die fünf Personen als Tambouren; in Küttigen liessen die Landfrauen sie an der Rüebli-Ernte teilhaben. «Früher hat man die elfenbeinfarbigen Rüebli als Pferdefutter in die Fuhrhaltereien bis nach Baden gebracht», sagt eine Landfrau. Heute aber werden die Küttiger Rüebli genossen: einmal roh, einmal als Suppe, inklusive Rüeblischnaps. «Erdiger Geschmack», meint eine Teilnehmerin, während die andere einen leicht bitteren Nachgeschmack auszumachen meint.

Entscheidung heute Abend

Die Gemeindebehörden werden Freude haben am kostenlosen Standortmarketing, aber auch Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen kommen auf Ausflugsideen. Und die Beurteilung am Ende? Die ist, zum Glück, so subjektiv wie die Auswahl der Aktivitäten. Sympathie, Geschmackssache.

Heute Abend ist Würenlos an der Reihe. Ob diese Gemeinde Laufenburg und Küttigen noch abfangen kann? Teilen sich René Leuenberger aus Laufenburg und Marcel Amsler den Siegerpreis, 1000 Franken, oder hat heute Abend Helen Felder aus Würenlos die Nase vorne? Gewiss ist: Nächste Woche gehts im Kanton Basel-Landschaft weiter.