Oberentfelden
Staatsanwalt fordert 6 Jahre für Oberentfelder «Freihof»-Schützen

Der Mann, der im Januar 2013 mit einer Schusswaffe ins Restaurant «Freihof» in Oberentfelden stürmte und dort um sich schoss, soll für 6 Jahre hinter Gitter. Das fordert die Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hofft grössten Teils auf Freispruch.

Merken
Drucken
Teilen
Der Mann betrat das Restaurant Freihof in Oberentfelden mit einer Waffe. (Archiv)

Der Mann betrat das Restaurant Freihof in Oberentfelden mit einer Waffe. (Archiv)

Toni Widmer

Bewaffnet mit einer Handfeuerwaffe und 59 Schuss Munition betrat Fritz H.* im Januar des vergangenen Jahres das Restaurant «Freihof» in Oberentfelden. Der damals 57-Jährige war betrunken, feuerte in die Decke und forderte die Gäste auf, das Lokal zu verlassen.

Die Aktion galt seiner Frau, die im «Freihof» arbeitete. Kurz zuvor hatte H. ihr eine SMS geschrieben. «Priska, wir werden es nicht überleben. Wenn du mich siehst, bist du tot. Du wirst mich sehen», so der Inhalt. Grund waren Beziehungsprobleme.

Der Überfall endete glimpflich. Nicht zuletzt wegen des beherzten Eingreifens von Wirt Ueli Meier und einiger seiner Gäste. Sie konnten den Schützen überwältigen und ihm die Waffe abnehmen.

Nur ein Einschüchterungsversuch?

Vor Gericht beteuerte H. am Mittwoch, er habe seiner Frau nur Angst machen wollen. Das bestätigt auch sein Anwalt, Matthias Fricker, gegenüber Tele M1.

Die Staatsanwaltschaft sieht das jedoch anders: Sie wirft H. vor, das Leben seiner Frau sowie der im «Freihof» anwesenden Personen ernsthaft gefährdet zu haben. «Es waren mehrere Personen in diesem Restaurant», hält Staatsanwältin Elisabeth Strebel fest.

«Es hätte schlimmer kommen können, als es schlussendlich war. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine sechsjährige Freiheitsstrafe. Die Verteidigung fordert zum grössten Teil einen Freispruch. Das Urteil im Prozess wird am Freitag erwartet. (cze)

*Name der Redaktion bekannt