Erst einen Monat kocht Patrick Mahler im Restaurant Focus im luxuriösen Parkhotel Vitznau und schon erhält der gebürtige Aarauer Lob von höchster Stelle. Gault-Millau-Chefredaktor Urs Heller liess sich am Vierwaldstättersee von Mahler verköstigen. Er schrieb sein Urteil in einer Rezension nieder – und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: "Patrick Mahler hat die Lizenz zum Starchef. Den direkten Vergleich mit seinem berühmten Vorgänger Nenad Mlinarevic (18 Punkte, zwei Sterne, Trendsetter) muss er nicht fürchten."

Besonders angetan war Heller von Mahlers Carabineros, das sind rote Riesengarnelen. Sein Fazit: "Kaum gewürzt, viel Eigengeschmack, unglaublich knackig." Auch das dazu servierte Carabinero-Öl, die Krustentier-Essenz und e in vier Minuten im Dampf gegartes Eigelb haben Heller begeistert.

Als Mahlers Trick identifiziert Heller, dass er seinen Vorgänger Mlinarevic – Schweizer Koch des Jahres 2016 – nicht kopiert. Er koche weniger radikal. Die regionale Herkunft der Produkte ist ihm weniger wichtig als Mlinarevic, der nur Schweizer Produkte auftischte.

Heller prophezeit Mahler eine hohe Gault-Millau-Wertung, fügt aber an: "Festlegen wollen wir uns erst nach einem zweiten Besuch."

Mahler hat einen steilen Aufstieg hinter sich: Er machte seine Lehre in der Küche des Kantonspitals Aarau. "Dort habe ich die Basis gelernt und wurde in meiner Persönlichkeit geprägt", sagte Mahler vergangenes Jahr zur AZ. Vor seinem Wechsel ins "Focus" war er vier Jahre lang Chefkoch im "Prisma", dem zweiten Restaurant im Parkhotel Vitznau. Seine Arbeit wurde mit 16 Gault-Millau-Punkten und einem Michelin-Stern gewürdigt. Aarau bezeichnet er als sein Zuhause. Seine Eltern leben in den Telli-Blöcken. Er kommt so oft wie möglich zu Besuch. (mwa)