Biberstein

Streit um die «Aarfähre»: Die Streichung der Vorgartenzone sorgt für Ärger

Das «Aarfähre»-Gebäude ist mittlerweile von Anbauten befreit worden.

Das «Aarfähre»-Gebäude ist mittlerweile von Anbauten befreit worden.

Jetzt werden Unterschriften fürs Referendum gesammelt. Dann könnte es zur Abstimmung über die BNO kommen.

Also doch: Die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), an der Gmeind vom 6. September mit einigem Murren angenommen, kommt möglicherweise noch an die Urne. Denn mittlerweile werden Unterschriften für ein Referendum gesammelt. Die Frist für die nötigen 237 Unterschriften läuft am 12. Oktober ab.

Die Stimmbürger genehmigten die komplett revidierte BNO zwar mit 61 Ja zu 18 Nein bei einigen Enthaltungen. Der Abstimmung ging aber eine längere und für Bibersteiner Verhältnisse teilweise gehässige Diskussion voraus. Die Voten betrafen fast ausschliesslich die geplante Streichung der Vorgartenzone im Bereich der «Aarfähre».

Die neuen Besitzer, die Architekten Peter und Christian Frei, wollen das ehemalige Restaurant sanieren und umbauen. Im Süden des Areals ist ausserdem ein relativ grosser Neubau geplant, der aber ohne die Abschaffung der Vorgartenzone nicht möglich wäre. Ein paar Votanten störten sich an den Dimensionen dieses Gebäudes. Andere sprachen den Umstand an, dass Peter Frei als Mitglied der beratenden Begleitkommission die neue BNO mitgestaltete, von der er nun selber wieder profitiert. Frei war bis 2017 20 Jahre lang Gemeindeammann gewesen, zuvor 18 Jahre in der Baukommission. Der Bibersteiner Ehrenbürger hatte stets betont, er wolle mit dem «Aarfähre»-Projekt dem Dorf etwas Gutes tun; unter anderem durch die Schaffung von dringend benötigten kleinen Mietwohnungen.

Ein paar Bibersteiner fühlen sich aber ungerecht behandelt und machen ihrem Ärger schriftlich Luft. In einem Brief an die AZ (Ausgabe vom 17. 9.) schrieb einer, die neue BNO sei ein «Frei-Pass». In der «Dorfziitig» liess sich ein anderer Bibersteiner vernehmen: «Eigentümer von Liegenschaften in der Kernzone werden mit strengen Auflagen, Gesetzen, Verboten, Schikanierereien und Willkür an Bauvorhaben gehindert, welche nun in dem Bauprojekt Aarfähre ohne Einschränkungen in allen Möglichkeiten ausgeschöpft und goutiert werden sollen!»

Angesprochen werden in den Leserbriefen auch die neuen W2+-Zonen, die den Bau eines zusätzlichen Vollgeschosses anstelle eines Attikageschosses ermöglicht. Das Einfamilienhausquartier werde so «nach und nach in eine Blockzone umgewandelt», schrieb ein Leser in der AZ, in der «Dorfziitig» hiess es, nun werde «geklotzt». (nro)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1