Gemeinderat Suhr
Kandidatin Carmen Suter-Frey: «Mitmachen und gestalten ist besser, als sich zu beschweren»

Acht Männer und Frauen wollen in den Suhrer Gemeinderat gewählt werden. Die AZ stellt sie mit einem standardisierten Fragebogen vor. Heute: Carmen Suter-Frey (parteilos, bürgerlich).

Daniel Vizentini
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Vizegemeindepräsidentin Carmen Suter-Frey (61) will dieses Mal den Sprung schaffen ins Gemeindepräsidium.

Vizegemeindepräsidentin Carmen Suter-Frey (61) will dieses Mal den Sprung schaffen ins Gemeindepräsidium.

Alex Spichale

Was stört Sie an Suhr?

Carmen Suter-Frey: Die grundsätzlich gute Idee der überfahrbaren Trottoirs bei der ersten Etappe der Sanierung Tramstrasse ist nicht zufriedenstellend gelöst. Der Absatz zwischen Fahrbahn und Trottoir ist etwas zu hoch ausgefallen, was zu gefährlichen Situationen vor allem für Velos, Rollatoren oder Kinderwagen führt. Ich wünschte mir noch mehr junge Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv einbringen. Mit den jährlich vier Informationsforen und den beiden Gemeindeversammlungen bieten wir in Suhr viel Mitwirkungsmöglichkeit. Die jüngeren Generationen könnten sich stärker für die weitere Entwicklung von Suhr engagieren.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus – und wann tun Sie es?

Ich schätze einerseits die Vorzüge der modernen Kommunikationsmittel, andererseits nehme ich mir auch die Freiheit, selber zu entscheiden, wann ich offline sein will. Wenn ich beispielsweise im Wald oder allgemein in der Natur oder in Gesellschaft bin, hat mein Handy Pause.

Warum sind Sie Politikerin geworden?

Aus Interesse am Geschehen in meiner Wohngemeinde und der Überzeugung, dass mitmachen und gestalten die bessere Variante ist, als sich über die Arbeit anderer zu beschweren. Die aktiv gelebte Demokratie ist ein grosses Privileg, das ich gerne wahrnehme und meinen Beitrag leiste.

Die bald Dienstälteste im Gemeinderat

Carmen Suter-Frey (61) ist medizinisch-technische Laborantin, selbstständige Kosmetikerin und seit 2018 Vizegemeindepräsidentin. Sie trat nie einer Partei bei und wurde 2009 erstmals in den Gemeinderat gewählt. Sie ist verheiratet mit Daniel und hat zwei Söhne.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Da müssten sie Akteure aus der kantonalen oder nationalen politischen Bühne fragen.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Für kurzfristige Trends und um die Wünsche und Eigeninteressen von einigen wenigen zu erfüllen.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuerfranken ausgeben?

Für nachhaltige Investitionen in Berufsbildung und Sport. Dies könnte ein konkretes Projekt oder auch eine Stiftung sein. Unser duales Bildungssystem und die Lebensschule Sport sind eine Erfolgsgeschichte. Die Jugend ist unsere Zukunft. Da kann man nie genug investieren.

Trauern Sie dem Fusionsprojekt Zukunftsraum nach?

Nein, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich mit starker Mehrheit für den Antrag des Gemeinderates ausgesprochen und sich für die Eigenständigkeit von Suhr und die verstärkte regionale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden entschieden. Somit ist unser Auftrag klar.

Finden Sie es richtig, dass für die Umfahrung von Suhr (Projekt Veras) über 200 Millionen Franken ausgegeben werden sollen? Ist das Suhrer Verkehrsproblem so zu lösen?

Wie viel die Umfahrung schlussendlich kostet, werden wir sehen. Leider zeigt die Erfahrung: Je länger der ganze Prozess dauert, je höher die Kosten. Es werden wohl auch nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden können. Einerseits ist es für uns in Suhr wichtig, dass wir vom reinen Durchgangsverkehr entlastet werden und der Langsamverkehr so sicher wie möglich geleitet werden kann. Andererseits ist das Gewerbe auch auf regionale Kundschaft und eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Der Gemeinderat engagiert sich zusammen mit dem Kanton für eine bestmögliche Lösung.

Warum könnten Sie sich vorstellen, im Quartier Frohdörfli zu wohnen? Finden Sie das Quartier scheusslich oder schön?

Weil meine Familie dort wohnen würde. Scheusslich? – Nein, ehemals war dieses Quartier ja für Migros-Mitarbeiter und ihre Familien von deren Pensionskasse erbaut worden und aktuell erhält es gerade eine durchaus interessante Auffrischung durch die jetzige Eigentümerschaft.

Wie sieht die Zukunft von Suhr aus für Sie?

Suhr sehe ich auch künftig als starke, partizipierende Agglomerationsgemeinde mit vielseitigem attraktiven Angebot für Familien und alle Altersschichten.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Meine Ehrlichkeit.

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