Aargau West

Super-Wahlsonntag: Urnengänge auf gleich drei Ebenen

In der Region Aargau West gibt es am Sonntag auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene Wahlen und Abstimmungen.(Symbolbild)

In der Region Aargau West finden am Sonntag nicht nur eidgenössiche und kantonale Wahlen statt sondern auch mehrere kommunale Wahlen und Abstimmungen, etwa um Tempo 30.

Auch wenn die Nationalratswahlen dieses Wochenende das dominierende Thema sein werden: In den Gemeinden finden Wahlen und Abstimmungen statt, die in ihrer Tragweite für die Region entscheidend sein dürften.

Konfliktgeladen sind etwa die Abstimmungen zu Tempo 30 in Erlinsbach AG und Rupperswil. In beiden Gemeinden wurde nach positiven Entscheiden an den Gemeindeversammlungen im Sommer für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Quartierstrassen das Referendum ergriffen.

Für die Gegner von Tempo 30 in Erlinsbach widerspiegele der eigentlich klare Entscheid an der Gemeindeversammlung (nur 58 Nein-Stimmen bei 346 Anwesenden) nicht dem echten Volkswillen. «Da waren Leute, die wurden zuvor noch nie an einer Gmeind gesehen», sagte SVP-Ortsparteipräsident Richard Meier, der die «IG gegen Tempo 30» anführt.

Die Tempo-30-Befürworter hätten gut mobilisiert, ein unverfälschter Entscheid sei nur mit einer Volksabstimmung möglich. Die Unterschriften fürs Referendum sind schnell zusammengekommen. Eingereicht wurden fast einhundert Unterschriften mehr als nötig.

Die Gegner von Tempo 30 wollen sich prinzipiell gegen «dauernd neue Vorschriften und Bevormundungen» wehren. Die Befürworter derweil stützen sich auf eine Umfrage vom Sommer 2018, wonach alle Quartiere im Siedlungsgebiet von Erlinsbach die Einführung von Tempo 30 begrüssen.

Tempo 30 nebst in Erlinsbach AG auch in Rupperswil

In Rupperswil ist der Fall ähnlich: Auch dort wurde Tempo 30 in früheren Jahren an der Gmeind verworfen, diesen Sommer aber bejaht. Die Befürworter dort heben hervor, dass eine flächendeckende und nicht nur punktuelle Einführung von Tempo 30 kostengünstiger wäre. «Eine Etappierung mit Verkehrsberuhigungen könnte fast doppelt so teuer werden», wird bei der «IG Pro Tempo 30» geschätzt.

Nachdem schon 2013 ein Referendum gegen den – damals negativen – Entscheid an der Gemeindeversammlung die Gemüter aufbrachte und das Dorf spaltete, will Tempo-30-Befürworter Hans Berger dieses Mal «auf Fakten setzen statt auf Emotionen».

Gemeinderat und Vizeammann in Unterentfelden und Erlinsbach

In Erlinsbach wird ausserdem ein Ersatz für Vizegemeindepräsident Roberto Heller (SVP) gesucht. Zur Wahl stehen die Gemeinderäte Eduard Bircher (43, SVP) und Heinz Pfluger (57, parteilos). Ein ähnliches Bild zeigt sich in Unterentfelden, wo sich die Gemeinderäte Lilian Däster (63, FDP) und Alfred Stiner (57, SP) um den Posten des Vizeammanns duellieren. Dort stellt die SP bereits den Ammann.

Kein Duell wird es um die Nachfolge des langjährigen SVP-Gemeinderats Kurt Häfliger geben: Mit Martin Löffel (57) als einzigem Kandidaten dürfte die SVP ihren Sitz verteidigen. Gerda Amberg (47, FDP) tritt derweil alleine für die Ersatzwahl in den Kreisschulrat Entfelden an.

In Hallwil bewirbt sich Amin Gebhard (36, parteilos) als Einziger für die Nachfolge von Gemeinderat Lukas Kraus (50, parteilos). In Egliswil stellen sich Björn Rösch (39, SVP) als Gemeinderat und Ueli Voegeli (54, SVP) als Gemeindeammann zur Wahl. Letzterer war vor zwei Jahren in der Wahl zum Vizeammann unterlegen.

Kandidatin in Fahrwangen will eigentlich nicht mehr

Kurios ist die Ersatzwahl für einen Gemeinderat und Vizeammann in Fahrwangen. Vizeammann Thomas Erismann (49, parteilos) ist Ende August zurückgetreten und aus Fahrwangen weggezogen. Ebenfalls die Gemeinde verlassen – und damit auch ihren Posten in der Schulpflege – hat Gabriela Burger (40, parteilos). Auch für sie wird nun Ersatz gesucht. Erst in der Nachmeldefrist meldeten sich zwei Kandidaten: Es kommt zum Duell zwischen den parteilosen Mario Stirnimann (44) und Marc Theo von Moos (49).

Für den freien Sitz im Gemeinderat stehen zwei Männer und – jedenfalls offiziell – auch eine Frau zur Wahl: Silvio Frick (37), André Lauper (49) und Kaja Wehrle (52).

Alle sind sie parteilos. Letztere wurde kürzlich als Präsidentin der Kreisschulpflege gewählt und will deshalb eigentlich nicht mehr in den Gemeinderat, konnte ihre Kandidatur aber nicht mehr rechtzeitig zurückziehen.

Ob sie eine Wahl annehmen würde, werde sie nun erst nach einem allfälligen Erfolg entscheiden, gab sie bekannt. Sollte Silvio Frick Gemeinderat werden, will er zudem gleich noch den Vizeammann-Posten ergattern: Dort steigt er in den Ring gegen Silvan Zülle (55, parteilos), der seit 2013 im Gemeinderat sitzt.

Kreisschule Aarau-Buchs, Schulpflege Menziken

In der neuen Kreisschule Aarau-Buchs müssen bereits zwei freie Sitze besetzt werden: der von Nina Wüthrich (SP, Buchs) und der von Esther Belser Gisi (Pro Aarau). Fünf Kandidaten steigen dafür ins Rennen: Für den Buchser Sitz bewerben sich Einwohnerrätin Jasmin Maron (31, SVP) und Chrisoula Giatas (47, SP).

In Aarau kandidieren Einwohnerrätin Susanne Klaus Günthart (46, Grüne), Gregor Lüscher (42, Pro Aarau) und Stefan Wirz (36, GLP).
Für den Sitz in der Menziker Schulpflege gilt es derweil zwischen Assunta da Silva Ribeiro (44, parteilos) und André Wey (58, parteilos) zu entscheiden.

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