Suhr

SVP hält geplanten Trinkbrunnen für Geld- und Wasserverschwendung

Bauprofile und ein Schlauch: Hier kommt der Brunnen zu stehen.

Bauprofile und ein Schlauch: Hier kommt der Brunnen zu stehen.

Die Gemeinde Suhr will vor dem Gemeindehaus einen Brunnen bauen. Das Baugesuch liegt nun auf, die SVP hat an diesem Plan aber keine Freude.

Im letzten November wurde auf dem Vorplatz der Suhrer Gemeindeverwaltung eine Traubeneiche gepflanzt. Dies im Rahmen der Aktion «Klimaoase». Der Baum werde viel zur Aufenthaltsqualität beitragen, sagte damals Gemeindepräsident Marco Genoni. Nachdem die Tramstrasse saniert ist, versucht die Einwohnergemeinde, hier ein ansprechendes Ambiente zu schaffen. Zum dereinst Schatten spendenden Baum soll nun noch ein Trinkbrunnen kommen. Zu stehen kommt dieser zwischen der Eiche und dem Trottoir der Tramstrasse, wenige Meter vom Buswartehäuschen entfernt. Bis zum 30. September liegt das Baugesuch auf.

Vom Hahn läuft das Wasser zwischen Stufen hinunter

Durstige Passanten, namentlich auf den Bus wartende Nutzer des öffentlichen Verkehrs und Besucher des Gemeindehauses werden Freude haben an dem kleinen Brunnen (75 cm breit, 150 cm tief, am höchsten Punkt 90 cm hoch), aus dem Trinkwasser sprudelt, das in einer Rinne zwischen gestuften Steinklötzen, die an Sinterterrassen erinnern, herabfliesst.

Keine Freude hat die SVP Suhr, die auf ihrer Website gegen die «Verschleuderung von sauberem Trinkwasser» wettert. Beinahe täglich, so die Partei, sei in den Medien von Gemeinden die Rede, welche zum Wassersparen aufriefen. Die Grundwasserspiegel würden sinken. «Und da plant doch tatsächlich der Gemeinderat einen neuen Brunnen.» Offenbar hat die SVP Suhr den Gemeinderat gebeten, das Brunnen-Projekt noch einmal zu überdenken. Der Gemeinderat, schreibt die Partei, halte aber an seinem Plan fest. Mit dem Effekt, dass 1000 Liter kostbaren Wassers täglich direkt in die Kanalisation in der Tramstrasse laufen würden.

Damit sich dieser Wert einordnen lässt: 1000 Liter entsprechen in Suhr ungefähr dem mittleren täglichen Wasserverbrauch von fünf Personen. Suhr zählt nicht zu den Gemeinden, die Wassermangel leiden. Auch während der langen Trockenperiode im Sommer 2018 hat sich laut Geschäftsbericht der TBS für das letzte Jahr «der Grundwasserpegel im Suhre-Grundwasserstrom erstaunlich gut gehalten». Auch kann Suhr Gränichen mit Wasser aushelfen, wenn in der Nachbargemeinde das Grundwasserpumpwerk Töndler wegen des Umbaus für längere Zeit ausser Betrieb gesetzt werden muss. Zu genügend Wasser kommt Gränichen dadurch, dass der vor 15 Jahren angedachte Netzverbund mit der Wasserversorgung Suhr nun realisiert wird. Da wie dort liegt die Baubewilligung vor.

Wünschbar, aber nicht wirklich benötigt?

Der SVP Suhr geht es auch ums Geld. So bemüht sie den Bericht der Finanzkommission zur Rechnung 2018, in dem zu lesen ist, dass «auf das Abwägen von Wünschbarem und wirklich Benötigtem» zu achten sei. «Dieser Hinweis», meint die Suhrer SVP, «scheint beim Gemeinderat nicht angekommen zu sein.» – Laut Baugesuch wird für den Trinkbrunnen mit Baukosten von 15 000 Franken gerechnet.

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