Aarau
Tagesschule drive feiert Jubiläum: «Wir sind keine Sonderschule»

In Aarau feiert die Tagesschule drive ihr 20-jähriges Bestehen. Sie bildete bisher 236 Schülerinnen und Schüler aus.

Urs Helbling
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Dorothea Luh (33, l.), Dieter (57) und Gaby Dubach (57) in der Tagesschule drive auf dem ehemaligen Bally-Areal (heute Nordpark).

Dorothea Luh (33, l.), Dieter (57) und Gaby Dubach (57) in der Tagesschule drive auf dem ehemaligen Bally-Areal (heute Nordpark).

Urs Helbling

Es ist 20 Jahre her, seit an der Gysulastrasse in Aarau die Privatschule drive ihren Betrieb aufgenommen hat: 236 Schüler, vor allem aus der Grossagglomeration Aarau, vereinzelt aber auch aus anderen Kantonen, sind bisher im staatlich anerkannten Bildungsunternehmen unterrichtet worden. Gaby (57) und Dieter Dubach (57) sowie Heidi Huber (hat die Schule 2015 verlassen) waren Pioniere, als sie 1999 drive gründeten. Pioniere, weil es damals im Kanton noch keine integrative Oberstufe mit Ganztagesbetreuung gab.

«Wir sind keine Sonderschule»

«Unsere Schule ist immer noch als integratives Projekt konzipiert», erklärt Dieter Dubach. Das heisst, neben Regelklassenkindern werden vereinzelt auch Schüler mit einer Beeinträchtigung aufgenommen, etwa mit Asperger- oder Down-Syndrom oder einer ADS-Problematik. Aber: «Wir sind keine Sonderschule», betont Gaby Dubach. Wichtig ist, dass die Klassen alters- und begabungsgemischt sind, damit alle mit- und voneinander lernen können. «Es braucht eine gute Mischung, die sich gegenseitig trägt», meint Dieter Dubach. Viele Schüler brauchen ein anderes System, als das der Staatsschule, einige hatten Mobbing-Probleme oder die Eltern erkannten, dass ihre Kinder eine familiäre Umgebung und eine ganzheitlichere Betreuung benötigen.

Die Schule bietet neben der Primarschule (3. bis 6. Klasse) das Schuljahr 6plus an und zwei Oberstufenklassen (1. bis 3. OS) – jeweils Real und Sek. Mit der Schule sollen die Kinder wieder Freude am Lernen bekommen, Selbstvertrauen in sich und ihre Fähigkeiten erhalten, aber letztendlich auch fit gemacht werden für eine Lehre oder eine Anschlusslösung. Es wird auf gute Umgangsformen geachtet. Absolute No-Gos sind Rauchen und Drogen. «Da sind wir streng», erklärt Dieter Dubach.

Schule kostet zwischen 1850 und 2150 Fr. pro Monat

Die Tagesschule drive ist ein gemeinnütziger Verein. Sie bekommt wie alle Privatschulen vom Staat keine finanzielle Unterstützung. Die Schulgelder (inklusive Verpflegung sowie Lern- und Aufgabenzeit) liegen zwischen 1850 und 2150 Franken pro Monat (je nach Alter). «Im Vordergrund steht nicht der wirtschaftliche Aspekt», erklärt Dieter Dubach. «Da steckt viel Herzblut drin, nicht nur in der Schulleitung, auch im ganzen Team.» Die Lehrerinnen und Lehrer verdienen weniger als an staatlichen Schulen. Das drive beschäftigt sieben Lehrpersonen, davon haben einige Teilpensen.

«Wir blicken mit Freude und Stolz auf viele Erfolgsgeschichten ehemaliger drive-Schülerinnen und -Schüler zurück», meinen die beiden heute noch aktiven drive-Gründer Gaby und Dieter Dubach. Sie gönnen sich aus Anlass des Jubiläums jetzt eine halbjährige Auszeit. In dieser Zeit übernimmt die jüngere Garde mit Dorothea Luh (33) und Alex Müller (36) die Schulleitung, unterstützt von Linda Ruprecht (60).