Bauarbeiten

Teures Lifting für WSB-Haltestellen: Änderungen in Aarau und Unterentfelden kosten 4,6 Millionen Franken

Die geplanten Bauarbeiten an der WSB-Haltestelle Aarau Binzenhof werden 2,2 Millionen kosten. Derweil sollen in Unterentfelden Oberdorf rund 2,4 Millionen Franken investiert werden.

Es geht darum, die Forderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes zu erfüllen. Und die Infrastruktur für die künftigen Doppeltraktionen der neuen blauen Züge (total 120 Meter lang) bereitzustellen. Es geht aber auch darum, die Sicherheit der Haltestellen der WSB (heute AVA) zu erhöhen.

All das ist teuer, wie zwei Baugesuche zeigen, die bis am 27. Oktober aufliegen: In Aarau (Binzenhof) sollen 2,2 Millionen und in Unterentfelden (Oberdorf) 2,4 Millionen Franken investiert werden. Insbesondere die Baustelle auf der Entfelderstrasse, einer der am stärksten befahrenen Einfallsachsen von Aarau, wird den Verkehr stark tangieren. Die Realisierung beim Binzenhof ist zwischen Frühjahr und Herbst 2021 geplant.

Fussgängerstreifen wird verlegt und erhält Schranke

Im Gang sind Plangenehmigungsverfahren nach Eisenbahngesetz. Das heisst, die Möglichkeiten, auf die Projekte Einfluss zu nehmen, sind beschränkt. In Aarau wird der Fussgängerstreifen 53 Meter stadteinwärts, also Richtung Norden verschoben. Gleichzeitig bekommt die heute gerade Strasse eine Ausbauchung. Sie wird auf einer Länge von 70 Metern verlegt.

Nach Osten, in den Rasen des städtischen Gebäudes Heinerich-Wirri-Strasse (ehemals GastroSocial). Damit entsteht Platz einerseits für eine Mittelinsel (1,5 Meter breit, zwischen den Autofahrspuren) und andererseits für einen Wartebereich (2 Meter, zwischen der Strasse und dem Bahntrasse). Die eigentliche Gleisüberquerung wird neu mit einer Schrankenanlage gesichert.

Fussgänger-Übergang entspricht nicht den heutigen Normen

Das Perron wird so erhöht, dass der Einstieg in die Züge niveaugleich möglich ist, und auf 120 Meter verlängert (für die Doppeltraktionen). Es gibt einen neuen Unterstand und einen neuen Veloständer – alles mit Video überwacht.

Laut dem Baugesuch entspricht der heutige Fussgänger-Übergang «nicht den derzeitig gültigen Vorschriften und Normen». Künftig wird der Übergang sicherer sein, der Weg vom Zelgli ins Gönhardquartier für Fussgänger aber auch länger und zeitintensiver – wegen der Verlegung Richtung Norden und wegen der Schranke (ist relativ lange geschlossen).

In Unterentfelden wird das Gleis grossräumig verlegt

In Unterentfelden weiss man, was neue Schranken für die Nerven der Verkehrsteilnehmer bedeuten können. Es gibt jetzt eine weitere Anlage. Sie wird die Fussgänger bei der Haltestelle Oberdorf sichern. Der Ausbau dort ist in etwa analog zu demjenigen beim Binzenhof.

Es entsteht ebenfalls eine Insel zwischen Fahrbahn und Gleis (hier Umlaufsperre genannt), und der Übergang wird um 11 Meter Richtung Schöftland versetzt. Die Oberdorfstrasse wird mit einer Rampe und einer Treppe an den Perron angeschlossen. Der Perron wird wie in Aarau 120 Meter hoch.

Die Gleisgeometrie wird in Unterentfelden auf einer deutlich längeren Strecke angepasst als in Aarau: zwischen der Zufahrt zur Kirche und der Einmündung Holzstrasse. Durch Verschiebung Richtung Strasse (wird etwas schmäler) wird insbesondere das Engnis «Bären» entschärft. Die Realisierung soll laut Baugesuch von Anfang 2021 bis im August 2021 erfolgen.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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