Buchs

Um Quartiere zu entlasten: Buchs will Teilfahrverbote wie im Aarauer Gönhard

Teilfahrverbot im Gönhardquartier.

Teilfahrverbot im Gönhardquartier.

Um die Quartiere zu entlasten, prüft die Gemeinde Massnahmen, wie sie die Stadt Aarau bereits kennt.

«Es ist gut, wenn das publik wird», sagte Gemeindeammann Urs Affolter in der Einwohnerratssitzung. Es gebe nämlich in seinen öffentlichen Sprechstunden immer wieder Reklamationen deswegen – wegen dem Schleichverkehr in einigen Buchser Quartieren.

Rückblick: Per Januar 2019 wurde über das gesamte Aarauer Gönhard- und Goldern-Quartier eine Teilfahrverbotszone verhängt. Das bedeutet, dass nur noch Zubringer ins Quartier fahren dürfen. Damit soll verhindert werden, dass sich der Schleichverkehr zwischen der oft verstopften Tramstrasse/Buchserstrasse und der ebenso oft überlasteten Entfelderstrasse den Weg durchs Quartier sucht. Gegen das Teilfahrverbot hatte der Gemeinderat Buchs seinerzeit Beschwerde eingelegt – er fürchtete, es komme dazu zu Mehrverkehr auf den Hauptachsen, was wiederum den Schleichverkehr in den Buchser Quartieren begünstigen würde. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt anerkannte zwar, dass das Teilfahrverbot negative Auswirkungen auf das Gemeindegebiet Buchs haben würde, es wies die Buchser Einwendung dennoch ab. Der Gemeinderat verzichtete auf einen Weiterzug ans Verwaltungsgericht – primär, weil der Kanton mit dem Ausbau der Tramstrasse und Buchserstrasse endlich vorwärtsmachen wollte.

Beunruhigter Einwohnerrat

Diese Woche zeigte sich im Einwohnerrat, dass das Verkehrsproblem respektive der Schleichverkehr tatsächlich zunimmt – und stört. Ratsmitglied Reto Bianchi (GLP) wollte im Zusammenhang mit dem neuen Parkreglement der Gemeinde in seiner Anfrage wissen, ob auf den Quartierstrassen Bühlstrasse und Oberfeldstrasse auch Parkfelder «zur Verkehrsberuhigung» eingezeichnet würden.

Ammann Urs Affolter gab zu verstehen, die Gemeinde zeichne Parkfelder eigentlich nicht zwecks Verkehrsberuhigung ein, sondern um die Autos an den Orten besser managen zu können, wo bislang «ein Puff» geherrscht habe und Rettungsdienste sowie Kehrichtabfuhr wegen der parkierten Autos gar nicht mehr durchgekommen seien. Das gilt für mehrere Strassen im gesamten Gemeindegebiet, weitere Markierungen werden noch gemacht.

Kanton gab den Tipp

Aber: Die Rechtsabteilung des BVU habe der Gemeinde Buchs im Zusammenhang mit der Gönhard-Einsprache nämlich empfohlen, dasselbe zu machen: die eigenen Quartiere mittels Teilfahrverboten schützen. «Jahrzehnte lang war der Gemeinderat der Ansicht, das sei nicht sinnvoll, weil nicht mit vernünftigem Aufwand zu kontrollieren», so Affolter. «Aber nun sind wir bereit, das in Angriff zu nehmen. Eventuell wird das Teilfahrverbot schon dieses Jahr umgesetzt. Wenn es erfolgreich ist, bringt es mehr, als nur partielle Massnahmen.»

Konkret werde ein Teilfahrverbot (Zufahrt nur für Zubringer gestattet) für das Gebiet Oberes Torfeld – Oberdorf –- Steinfeld - Marchstrasse geprüft, sagt Urs Affolter auf Anfrage der AZ. Damit sollen verschiedene Schleichverkehrsrouten eliminiert oder zumindest eingedämmt werden: Es geht dabei einerseits um die Schleichverkehrsroute Gysistrasse–Oberdorfstrasse – Bühlstrasse – Tramstrasse (und in kleinerem Umfang auch um die Achse Bühlstrasse – Bachstrasse in Richtung Suhr) sowie andererseits um die Route Aarauerstrasse– Bahnstrasse–Steinfeldstrasse–Bühlstrasse– Tramstrasse.

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