Fusionsprojekt

Unterentfelden sagt Ja zum Zukunftsraum Aarau

Die Unterentfelder stimmten über den Zukunftsraum ab.

Die Unterentfelder stimmten über den Zukunftsraum ab.

Bei der heutigen Urnenabstimmung hat Unterentfelden einem Verbleib im Zukunftsraum Aarau mit deutlichen 55,9 Prozent Ja zugestimmt. Als nächstes stimmt Oberentfelden ab.

Der Zukunftsraum lebt weiter – zumindest in seiner abgespeckten Form, ohne Suhr. Hätte Unterentfelden heute Sonntag Nein zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrags mit Aarau und den restlichen Gemeinden des Projekts Zukunftsraum gestimmt, wäre dies wohl dessen Ende gewesen. Eine Fusion von Aarau nur mit Oberentfelden und allenfalls Densbüren hätte ein geografisch eigenartiges Konstrukt mit zwei Exklaven ergeben – und würde wohl kaum Zustimmung bei der Aarauer Stimmbevölkerung finden.

Doch Unterentfelden hält die Hoffnung der Zukunftsraum-Sympathisanten aufrecht: 719 Ja zu 568 Nein lautete das eindeutige Ergebnis. Die Stimmbeteiligung von 49,8 Prozent war nicht überragend – in Suhr gingen vor drei Wochen 62 Prozent an die Urne –, aber doch überdurchschnittlich.

Gemeindeammann Heinz Lüscher zeigte sich am Sonntagmorgen im Gemeindehaus entsprechend zufrieden mit dem Ergebnis: «Wir dachten schon, dass die neue Situation ohne Suhr zu mehr Nein-Stimmen führen würde.» Am Schluss lag der Ja-Anteil mit 55,9 Prozent über den 53 Prozent Ja anlässlich der Referendumsabstimmung zum Zukunftsraum 2017.

Nur Unterentfelden hat bisher definitiv Ja gesagt

Stand jetzt haben also Aarau (im Einwohnerrat), Unterentfelden (mittels Volksabstimmung) und Oberentfelden (an der Gemeindeversammlung) ihre Fusionsabsichten bestätigt. Trotzdem steht das Projekt noch auf wackligen Beinen: In Oberentfelden ist mit 994 gültigen Stimmen ein Referendum zustande gekommen gegen den Ja-Entscheid an der Gmeind. Dort wird das Stimmvolk am 13. Dezember an der Urne darüber abstimmen.

In Densbüren sind die Referendumsinitianten bald auf der Zielgeraden: 90 von 139 nötigen Unterschriften hatten sie am Freitag beisammen, um den Nein-Entscheid der Gemeindeversammlung noch an die Urne zu bringen. Eine Woche Zeit bleibt ihnen noch. Und nicht zuletzt wurde auch in Aarau erfolgreich das Referendum ergriffen. Spätestens im März dürfte klar sein, wer definitiv noch beim Projekt dabei ist.

Will Unterentfelden auch ohne Oberentfelden?

Dann, wenn mehr Klarheit herrscht, will der Gemeinderat von Unterentfelden laut Heinz Lüscher «intensiv diskutieren», ob die Gemeinde die endgültige Fusionsabstimmung im nächsten Jahr auch von einem Mitmachen von Oberentfelden abhängig machen will – die sogenannte Bedingungsfrage.

Eine Fusion nur zwischen Aarau und Unterentfelden, analog zu Aarau–Rohr vor zehn Jahren, scheint ein realistisches Szenario. Jedenfalls dürfte dies vor allem bei den Wählern in Aarau am wenigsten Widerstand erfahren.

Zukunftsraum Aarau, Stand 18. Oktober 2020

Zukunftsraum Aarau, Stand 18. Oktober 2020

Ob aber Unterentfelden auch ohne Oberentfelden zu Aarau will, ist noch nicht klar. Es würde die zusammengewachsenen Nachbardörfer spalten, die in mehreren Bereichen zusammenarbeiten wie der gemeinsamen Kreisschule.

Müssten die Unterentfelder Oberstufenschüler bei einer Fusion nur mit Aarau künftig mit dem Velo nach Aarau in die Schule fahren, vielleicht gar schon in das geplante neue Oberstufenschulzentrum in der Telli? Solche Fragen wird es zu klären gelten, falls Oberentfelden aus dem Projekt aussteigt.

SVP gegen alle: «Die nächsten Schritte kritisch begleiten»

Enttäuscht vom Abstimmungsresultat gab sich die SVP Unterentfelden, die sich als einzige Ortspartei gegen den Zukunftsraum positioniert hatte. «Die Fusionsverträge werden nach dem Ausstieg von Suhr sehr zum Nachteil von Unterentfelden ausfallen», schrieb Parteipräsident Martin Lötscher in einer Mitteilung. Die Partei werde die nächsten Schritte «weiterhin kritisch begleiten».

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