Am 26. November finden in AarauBuchs und Lenzburg Einwohnerratswahlen statt. Es kandidieren insgesamt 379 Frauen und Männer. Die Redaktion wählt davon 100 aus und lässt sie in der Zeitung und auf AZ-Online zu Wort kommen. Jedem Kandidaten werden zwischen vier und sieben Fragen gestellt.

Die Liste mit befragten Einwohnerratskandidaten und -kandidatinnen wird laufend erweitert bis zu den Wahlen am 26. November.

Barbara Fäh (38, Grüne, MSc Informations- und Kommunikationssysteme/Primarlehrerin i.A., Buchs)

Barbara Fäh

Barbara Fäh

 

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Der Bärenplatz soll zu einem Platz werden, der Identität stiftet. Ein Platz, der von uns Buchserinnen und Buchser gestaltet und von uns gelebt wird. Das fordert aktive Teilnahme, Zuhören, Austausch von Visionen und führt zu Reibung und Dialog. Die IG BärenPLATZ ist an der BUGA für eben diesen Dialog vor Ort.

Und: Gute Lösungen müssen nicht per se teuer sein.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau ist unverzichtbar. Wir können uns unserem regionalen Netz nicht entziehen, denn wir sind ein Teil davon. Ich ziehe vor, wenn Buchs agiert und mitgestaltet. Abwarten und reagieren stärkt unsere Position nicht. Ja, Buchs sollte Part des Zukunftsraums Aarau sein und sich mit dessen Fragestellung auseinandersetzen

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Das Profil von Buchs ist für mich schwierig fassbar. Was ist Buchs wichtig, wer sind wir, was wollen wir sein? Sind wir ein „Schlafdorf“ mit guter Mobilitätsanbindung? Sind uns Kinder und Jugendliche wichtig? Was ist uns die Naherholungszone Suhre wert? Gibt es ein gemeinsames Ziel? Ich wünsche mir einen intensiveren Dialog zwischen Exekutive und der Bevölkerung um Buchs gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Es braucht einen Massnahmen-Strauss, der einer kurz-, mittel- und langfristigen Perspektive gerecht wird. Alleine Steuern erhöhen und sparen reicht nicht aus. Wenn wir die Identität von Buchs schärfen und so konkrete Entwicklungsziele definieren, können wir zielgerichteter haushalten.

Marcel Bögli (43), Grüne, Head of Business Services

Marcel Bögli.

Marcel Bögli.

Was soll mit dem "Bärenplatz" passieren?

Ich verlasse mich hier voll auf unsere Beteiligung an der Interessessgemeinschaft Bärenplatz (IG Bärenplatz), in der wir aktiv mitarbeiten. Das Erarbeiten von Ideen und das Integrieren der öffentlichen Meinung dazu ist aus meiner Sicht zentral. Der Platz soll ein zentrales Element von Buchs und der Gemeinschaft Buchs werden.


Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Es gibt viele Themen, die an der Gemeidegrenze nicht aufhören, sich gegenseitig beeinflussen und es darum Sinn macht, diese Themen gemeinsam zu koordinieren. Die gemeinsame Schulplanung zieht zum Beispiel auch das Thema Verkehrswege der Schüler mit sich, welches sicher nicht nur bis zur Gemeindegrenze optimiert werden sollte. Darum ist eine Teilnahme an gemeindeübergreifenden Gruppen wichtig.


Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Ich fühle mich wohl in Buchs und lebe schon einige Jahre hier. Ich sehe, dass sich das Bild von Buchs über die Jahre geändert hat. Viele Wohnungen stehen leer und die Grünflächen fallen dem Bauboom zum Opfer. Wichtig für mich bei Änderungen sind die Nachhaltigkeit und das Schützen der Naherholungsgebiete, so dass Buchs lebenswert bleibt und unsere Kinder später auch etwas davon haben.


Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Wie in der Privatwirtschaft sollte beim Thema Finanzen  nicht nur eine Massnahme genannt werden, sondern eine ganzheitliche Strategie mit einem Massnahmenpaket definiert werden. Eine Steuerfusserhöhung kann eine angemessene Massnahme sein, jedoch nicht die Antwort auf das Problem. Für mich steht eine langfristige, vollumfängliche Lösung im Vordergrund.

Fabio Sutter (34), CVP, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Fabio Sutter.

Fabio Sutter.

Was soll mit dem "Bärenplatz" passieren?

Der Bärenplatz ist ideal, um ein in Buchs derzeit fehlendes Begegnungszentrum zu gestalten. Nun müssen möglichst breit abgestützte Gestaltungskonzepte gesammelt, geprüft und dann auch umgesetzt werden. Kurzfristig sollte auch die Möglichkeit von Zwischennutzungen (bspw. temporäres Café/Bar) gefördert werden, da der Platz so bereits ohne grosse Investitionen besser genutzt werden kann.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Bei Themen wie Raumplanung oder Verkehr ist eine enge Zusammenarbeit mit Aarau, aber auch den anderen Nachbargemeinden notwendig. Die neue Kreisschule Aarau-Buchs ist ein gutes Beispiel dafür, dass alle involvierten Parteien profitieren können. Beim Zukunftsraum Aarau sollte sich Buchs offen und selbstbewusst beteiligen. Denn dadurch kommt ja eine Fusion nicht zwingend zustande - auch nicht schleichend.      

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Ich habe das Gefühl, dass sich Buchs unter anderem aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums der letzten Jahre und der damit einhergehenden Veränderungen in einer Art Schockstarre befindet. Man verwaltet nur noch und traut sich nicht mehr vorausschauend zu denken und zu planen. Dementsprechend vermisse ich eine klare Strategie, wo man als Gemeinde hin will.      

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Aufgrund der anstehenden hohen Investitionen wird Buchs nicht um Steuererhöhungen herumkommen. Hier muss man der Bevölkerung reinen Wein einschenken. Auch bezüglich der Höhe des Steuerfusses stellt sich die Frage, was man als Gemeinde will. Attraktiv und selbständig zu bleiben, ohne Investitionen zu tätigen, welche die Qualität der Gemeinde erhalten oder erhöhen, geht beim besten Willen nicht.

Samuel Hasler (20), SVP, Service Desk Manager IT, Buchs

Samuiel Hasler, Kandidat Einwohnerrat Buchs (SVP, neu)

Samuiel Hasler, Kandidat Einwohnerrat Buchs (SVP, neu)

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Auf dem Bärenplatz darf auf gar keinem Fall ein Wohn- oder Bürogebäude gebaut werden. Der Einwohner- und Gemeinderat soll Ideen entwerfen und diese den Einwohnern von Buchs präsentieren.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Buchs und Aarau sollen weiterhin guten Kontakt miteinander pflegen. Es darf nicht zu einem Konkurrenzkampf ausarten, dabei würde es nur Verlierer geben. Eine Fusion schliesse ich konsequent aus. Der Bilaterale Weg scheint mir hier die beste Lösung zu sein.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Der Drang immer grösser zu werden, ist ein sehr grosses Problem. Jede Gemeinde will mehr Einwohner, mehr Geld, mehr Firmen. Dieses unkontrollierte und viel zu schnell voranschreitende Wachstum ist eine grosse Gefahr. Die Geschichte zeigte uns oft genug, dass dies selten gut Ausging.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Leider gibt es dafür keine 0815 Lösung. Es ist notwendig, sämtliche Kostenpunkte zu kontrollieren und Einsparungen zu überprüfen. Jedoch darf die Bildung und die Sicherheit der Einwohner nicht darunter leiden. Eine Steuererhöhung lehne ich klar ab. Der Bürger darf nicht noch mehr gemolken werden.

Raphael Markstaller (34), glp, Unternehmer, Buchs

Raphael Markstaller

Raphael Markstaller

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Raphael Markstaller: Dieser zentrale Platz ist prädestiniert für eine Begegnungszone. Mit einer Öffnung zur Suhre schafft man eine wunderbare Naherholungsmöglichkeit, welche auch Platz für Kinder bietet. Ein kleines gastronomisches Angebot rundet die Oase für gross und klein ab.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Ich finde es schlecht, wenn wir uns bei der Gestaltung des Zukunftsraums nicht einbringen. Dies birgt die Gefahr, dass die Entwicklung an uns vorbei geht, was grosse Nachteile haben kann. Ich denke da an die Strassenführungen oder an das Gewicht bei den Verhandlungen mit dem Kanton.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Dass man trotz enorm hohem Wohnungsleerstand nach wie vor das Dorf zubauen will.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Die Einsparungsmöglichkeiten sind leider nicht so gross, dass sie das Budgetdefizit ausgleichen könnte. Neue Unternehmen in das Dorf zu holen würde einen grossen Beitrag leisten.

Milena Jevric (32), CVP, Oberstufenlehrerin, Buchs

Milena Jevric

Milena Jevric

Was soll mit dem Bärenplatz passieren?

Milena Jevric: Der Bärenplatz soll ein Begegnungsort für Jung und Alt werden, eine Oase, die zum Verweilen einlädt, beispielsweise mit abwechslungsreichen Spielplätzen für Kinder und genügend Sitzmöglichkeiten. Möglicherweise verbringen Familien ihre Zeit dann lieber hier, ohne mit den Kindern auf Indoor-Spielplätze ausserhalb von Buchs ausweichen zu müssen. In milden Monaten könnte auf dem Bärenplatz zudem eine temporäre Gartenwirtschaft betrieben werden.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Buchs hat sich für die Selbstständigkeit entschieden, dies ist zu respektieren. Trotzdem ist eine Zusammenarbeit von Vorteil, und willkommen.  Ein gutes Beispiel für gelungene Kooperation ist die Situation, die wir mit der Kreisschule Aarau-Buchs haben. Hauptsache, man handelt nicht vollkommen eigensinnig, sonst kommt ein Dorf nicht voran.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Mich irritiert es, dass die Subventionen für die Kitas seit Jahren nicht steigen. Dies erschwert das Vereinbaren von Familie und Berufsleben. Deswegen entscheiden sich viele Familien für das klassische Familienmodell, wo ausgebildete Frauen zu Hause bleiben, anstatt sich auch in der Arbeitswelt zu behaupten. Dadurch entgehen der Gemeinde indirekt zusätzliche Steuereinnahmen.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Die Ausgaben müssen optimiert werden. Manchmal neigen die Leute zu Luxus-Lösungen. Mit dem Gemeindebudget sollte man aber wie mit eigenem Hausbudget umgehen: Ich baue mir auch nicht etwas, was ich mir nicht leisten kann. Eine Steuererhöhung muss man vorsichtig überprüfen, sonst ziehen die einkommensstarken Personen und Firmen weg oder entscheiden sich bei der Standortsuche gegen Buchs.

Francois Christ (21, SVP), Koch

Francois Christ

    

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Francois Christ: Der Bärenplatz kann nicht so bleiben wie er jetzt aussieht, dieser Platz bietet Ressourcen und genügend Platz für ein Begegnungszentrum an. Man könnte ein paar Bäume und Sträucher Pflanzen, einen kleinen Teich würde es abrunden. Anschliessend kann man ein paar Bänkli aufstellen und einen kleinen Spielplatz bauen. Es muss nicht Millionen kostem.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Ich finde es gut das sich die Gemeinde Buchs gegen den Zukunftsraum Aarau entschieden hat, so kann die gemeinde Frei bleiben und muss sich nicht binden. Falls Buchs irgendeinmal Binden möchte kann man sich immer nochmal mit Aarau Unterhalten um beim Zukunftsraum mitzumachen.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Die Öffnungszeiten der Gemeinde finde ich eine Katastrophe. Als Vollzeitarbeitender kann ich, wenn ich auf die Gemeinde muss nicht noch nach meiner Arbeit gehen, nicht einmal wenn ich Frühdienst habe. Ebenfalls ärgern tut mich, dass man am Abend in Buchs nicht ohne Angst am WSB Bahnhof in Buchs Ein-oder Aussteigen kann, denn am ganzen Bahnhof hat es Flüchtlinge, die dort chillen.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Eine Steuererhöhung ist für die Ausgaben der Gemeinde unumgänglich. Man sollte die Steuer einfach langsam erhöhen um die Portmonees der Familien zu schonen. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn die Steuern nicht erhöht würden.

Jasmin Blaser (29) SVP, Sachbearbeiterin

Jasmin Blaser (SVP)

Jasmin Blaser (SVP)

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

So bleiben soll er nicht. Ein mehrstöckiger Bau passt da jedoch nicht hin. Bei der Bevölkerung würde eine parkähnliche Installation mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und Spielgeräten mehr Anklang finden.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Das Ziel des Projekts Zukunftsraum ist es, die Region Aarau zu stärken. Es kann aber auch ein schleichender Prozess zur Fusion sein. Ich möchte, dass Buchs eigenständig bleit.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung: Als Vollzeitangestellte habe ich keine Möglichkeit die Verwaltung aufzusuchen. Der Verkehrsknoten von der Haupt- in die Oberdorfstr.: Entweder spuren die Automobilisten richtig ein oder es gibt eine andere Verkehrsführung (Kreisel oder Ampel).

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Mit 95% gebundenen Ausgaben kann an den übrigen 5% nicht viel gerüttelt werden. In den nächsten Jahren kommen hohe Investitionen auf das Dorf zu. Somit ist einer Steuererhöhung leider nicht auszuweichen. Dies soll aber in kleinen Schritten passieren, um die Haushaltsbudgets nicht zu strapazieren.

Reto Fischer (47) parteilos, Kommunikationsfachmann

Reto Fischer (parteilos)

Reto Fischer (parteilos)

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Diese brache Fläche mitten im Dorf macht wahrlich keine gute Gattung. Der Platz muss leben! Mir schwebt eine Anlage mit einem Pavillon für Konzerte, Bäumen, einem Spielplatz für die Kleinen und einem Pétanque-Sandplatz für die Grossen vor. Dazu eine Gartenbeiz, in der direkten Nachbarschaft hat es ensprechende Anbieter.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Ohne ausgesuchte Kooperationen mit den Städten ist ein Überleben der Dörfer langfristig nicht mehr möglich. Betreibungsämter, RAV, Polizei oder Schulen und weitere Stellen werden folgen. Wichtig ist, dass Buchs seinen Charakter nicht verliert, nicht blind jede Art der Zusammenarbeit akzeptiert und selbstbewusst in Verhandlungen geht.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Zwei Sachen. 1. Für viele BuchserInnen hört beim WSB-Trambahnhof ihre Wohngemeinde auf. Ab der Aarauerstrasse hat sich entsprechend eine Parallelgesellschaft entwickelt. Warum nicht auch diesen Dorfteil akzeptieren und integrieren? 2. Die häufigen Raser im Bereich Wynenfeld - wo es durch den Fussball immer sehr viele Kinder hat.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Hier wäre nun Platz für populistische Antworten wie, „Nein zu höheren Steuern“ oder „Das kriegen wir in den Griff“. Antworten, welche sicher Stimmen bringen. Bloss, solche Floskeln holen kein Geld in die Kasse und senken keine Ausgaben. Buchs muss in Sachen Finanzen über die Bücher, ein Dialog muss her um gemeinsame Lösungen zu finden - abseits von sturen Parteiinteressen.

Ulrich Frey (53) EVP, Primarlehrer, Kreisschulpflegepräsident

  

Was soll mit dem "Bärenplatz" passieren?

Ulrich Frey: Der Bärenplatz als Platz in der Dorfmitte gehört zum Dorf und zur Bevölkerung. Es braucht einen Ort der Begegnung, Spielplatz, Abgrenzung mit einer Allee, Sitzgelegenheiten, Getränkemöglichkeiten.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Buchs ist ein wichtiger Partner in der Agglomeration Aarau. Die Zusammenarbeit mit Aarau im Zusammenhang mit der neuen Kreisschule gestaltete sich als bereichernd. Dies sollte auch für zukünftige Zusammenarbeiten gelten. Buchs gehört in den Zukunftsraum, denn nur wer mitmacht, kann aktiv gestalten.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Buchs hat sich zu schnell entwickelt in den letzten Jahren. Es fehlt eine Vision für die Gemeinde (wer ist Buchs? was will Buchs? wo ist Buchs in 20 Jahren?). Diese Weitsicht fehlt mir komplett.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Das Problem lässt sich nicht mit einfachen Antworten lösen. Mir fehlt eine Weitsicht. Dann fehlt mir die politische Einsicht, dass wir dieses "Problem" nur mit gemeinsamen Lösungen ändern können. Die sind weder "nur" links oder "nur" rechts zu finden. Und die Steuern werden bald erhöht werden müssen auch wegen den Schulbaurenovationen.

Rebecca Wetter (24) SP, Rechtswissenschaftlerin i.A.

   

Was soll mit dem Bärenplatz passieren?

Rebecca Wetter: Der Bärenplatz sollte ein Begegnungsraum für alle Bewohnerinnen und Bewohner von Buchs werden, sprich für Jung und Alt. Ich wünsche mir einen kleinen Park, der als Erholungsort dient, in dem man sich gerne trifft und den Kinder ein toller Spielplatz zur Verfügung steht. Ich denke, dass nur wenig Mittel für einen solchen Begegnungsraum nötig wären und es keine finanzielle Belastung für unsere Gemeinde sein müsste. Die Gestaltung eines solchen Begegnungsraumes wäre aber nur möglich, wenn die Bevölkerung künftig ein Mitspracherecht in einem Mitwirkungsverfahren hätte.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Der gemeinsame Entscheid sich künftig im Bereich der Schule zusammen zu schliessen, sollte uns zeigen, dass wir auch in weiteren Bereichen über eine Zusammenarbeit nachdenken sollten. Ich denke, nicht nur Buchs könnte profitieren, sondern auch Aarau. Gerade im Bereich Verkehr und Raumplanung könnten beide ihre Attraktivität steigern, wenn sie sich künftig zusammenschliessen und gemeinsam planen.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Die Gemeinde wirkt auf mich oftmals sehr unentschlossen. Auf der einen Seite wollen wir sehr urbane Projekte umsetzen, wie z.B. letztes Jahr mit der Überbauung des Bärenplatzes geplant war, auf der anderen Seite wollen wir das „unabhängige Dörfli“ neben der Stadt Aarau sein und treten aus dem Projekt „Zukunftsraum Aarau“ aus. Oftmals erscheint es so, als ob wir keine Leitidee haben, wo wir in 10 Jahren stehen wollen. Dadurch können wir nur sehr zögerlich Projekte vorantreiben.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Leider gibt es nicht die Lösung. Auf jeden Fall hat sie noch niemand gefunden. Einer Erhöhung des Gemeindesteuerfusses steht die Buchser Bevölkerung ablehnend entgegen, was der Einwohnerrat zu respektieren hat. Wir sind daher gezwungen andere Lösungen zu finden. Wir sollten deshalb mit Bedacht unser Budget gestalten und finanziell kürzertreten, wenn es nötig ist. Ich spreche von einer vernünftigen Sparpolitik, die aber nicht zu Lasten jener fallen sollte, die ansonsten schon benachteiligt sind.

Oliver Esser (48), FDP, Gechäftsleitungsvorsitzer

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Oliver Esser: Der Bärenplatz soll ein Platz der Begegnung sein und weiterhin als Platz für kulturelle und festliche Anlässe zur Verfügung stehen. Eine kombinierte Nutzung, öffentlich und privat, wäre hinsichtlich Kosten und Nutzen für Buchs eine ideale Lösung. Dafür braucht es noch ein mehrheitsfähiges Konzept.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Zusammenarbeit ja, Fusion nein. Die neue Kreisschule Aarau-Buchs ist ein gutes Beispiel für eine sinnvolle Zusammenarbeit. Eine Fusion, wie sie in der Grundsatzvereinbarung "Zukunftsraum Aarau" bereits angedacht wird, lehne ich und die Mehrheit der BuchserInnen ab. 

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Das unzutreffende Bild, das Einzelne vor einigen Monaten in der Presse von unserer Gemeinde, aufgrund eines einzelnen negativen Einbürgerungsentscheids, gezeichnet haben. Wegen negativer Kindheitserinnerungen nach Jahrzehnten zu einem Rundumschlag auszuholen, ist beispielsweise vollkommen unangebracht.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Die Buchser Stimmberechtigten haben 2015 einen Steuerfuss von 102% klar abgelehnt. Daraus resultiert ein Auftrag an die Gemeinde, die Finanzen durch Einsparungen und alternative Einnahmen zu optimieren. Weitere Steuererhöhungen lehne ich ab, sie sind beim Stimmvolk auch kaum mehrheitsfähig.

Judith Fuchs (39), EVP, Mathematikerin

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Judith Fuchs: Meine ganz persönliche Meinung: nicht zubetonieren, sondern grün und offen behalten als Begegnungsplatz, einladend zum verweilen.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Eine Zusammenarbeit findet offiziell oder inoffiziell immer statt. Die neue Kreisschule Aarau-Buchs ist ein gutes Beispiel. Fragestellungen wie im Zukunftsraum Aarau sollte man offen mitverfolgen, über konkrete Pläne und Vorschläge kommt immer noch der demokratische Volksentscheid.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Rückstau und überlastete Kreuzungen, Schleichverkehr in die Quartiere. Manche Kreuzungen sollten entflochten werden, an anderen Orten könnte man über Einbahnstrassen nachdenken.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Mit sparen alleine kommt man nicht weiter. Gespart werden muss, aber es müssen mehr Einnahmen generiert werden, und das betrifft nicht nur den Steuerfuss, sondern auch die Einkommen aus Unternehmenssteuern.

Tatjana Lambrinoudakis (44), SP, Biologin

Tatjana Lambrinoudakis, Buchser Einwohnerratskandidatin

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Tatjana Lambrinoudakis: Im Dialog zwischen Gemeinderat und Bevölkerung sollen Ideen entwickelt, Kosten geprüft und schliesslich konsequent umgesetzt werden. Die Zeit ist reif: Die Leute erwarten Handfestes im 2018. Das Referendumskomitee, in dem die SP auch vertreten ist, wird im Oktober an der Buchser Gewerbeausstellung Nägel mit Köpfen machen.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Um zukunftsfähig zu bleiben, muss die Gemeinde Buchs alle Optionen prüfen. Die Tür zum Zukunftsraum Aarau ist noch nicht ganz geschlossen. Eines der neuen Legislaturziele muss sein, wieder einen Fuss hineinzubekommen. Mitmachen heisst mitgestalten.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Es ärgert mich, wenn ich als Bewohnerin, Wählerin und Steuerzahlerin von Buchs über wichtige Angelegenheiten nicht informiert werde und nicht zu den Lösungen beitragen kann.

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Ich bezweifle, dass wir mit Steuererhöhungen allein, die Geldprobleme lösen können. Es braucht einen langfristigen Finanzplan mit klaren Prioritäten. Es ist wie überall: Um erfolgreich zu sein, braucht es eine Vision und klare Ziele.

Wolfgang Schibler (68), SVP), Hausmann

Wolfgang Schibler, Buchser Einwohnerratskandidat

Was soll mit dem „Bärenplatz“ passieren?

Wolfgang Schibler: Der Bärenplatz soll eine Begegnungsmöglichkeit für die Buchser Bevölkerung werden. Buchs fehlt ein richtiges Zentrum. Hier würde sich eine Möglichkeit bieten.

Wie soll die Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau künftig aussehen?

Es ist kein Fehler, dass Buchs im Zukunftsraum Aarau nicht mitmacht. Es ist  für eine Gemeinde wie Buchs nicht zwingend, sich zu stark zu „binden“. Bilaterale Abmachungen zeigen oft grössere Wirkung.

Was ärgert Sie am meisten an der Gemeinde Buchs?

Ich befürchte, dass sich in Buchs Parallelgesellschaften entwickeln könnten. Dies gilt es zu vermeiden, indem die Gemeinde „Aarau“ klar signalisiert, wann die Kapazitätsgrenze von Asylsuchenden erreicht ist. 

Wie ist das Buchser Finanzproblem zu lösen?

Buchs soll und kann durch „richtige Zuzüger“ - Privatpersonen und Gewerbe - finanziell gestärkt werden. Dies im Zusammenhang mit attraktivem Wohnraum und günstigen Bedingungen für das Gewerbe. In welche Richtung sich der Steuerfuss entwickeln kann oder muss, kann ich abschliessend nicht beurteilen. Wir von der SVP verlangen jedoch eine äusserst sparsame und restriktive Finanzpolitik.