Gränichen
Von Giacomettis Verwandten adoptiert - und nun plötzlich sieben Geschwister

Wie es dazu kam, beschreibt Regula Brühwiler-Giacometti im Buch «Plötzlich Familie».

Larissa Hunziker
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Regula Brühwiler-Giacometti mit ihrem neusten Buch: «Plötzlich Familie»

Regula Brühwiler-Giacometti mit ihrem neusten Buch: «Plötzlich Familie»

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Regula Brühwiler-Giacometti mit ihrem neusten Buch: «Plötzlich Familie»

Regula Brühwiler-Giacometti mit ihrem neusten Buch: «Plötzlich Familie»

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«Nie im Leben hätte ich gedacht, was nun Realität ist», sagt Regula Brühwiler-Giacometti. Die Geschichte, die die 60-jährige Gränicherin in ihrem zweiten Buch «Plötzlich Familie» erzählt, ist denn auch mehr als erstaunlich. Doch zuerst ein Blick zurück: Im Oktober 2017 veröffentlicht Brühwiler ihr Buch «Seitensprungkind». Darin erzählt sie, wie sie von der Familie Giacometti, verwandt mit dem berühmten Künstler Alberto Giacometti, adoptierte wurde und wie sie sich später auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter machte.

Brühwiler findet ihre Mutter und trifft sie, kann aber keine Verbindung zu ihr herstellen. Damals weiss sie, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt bereits drei Kinder hatte und geschieden war. Auf die Suche nach ihren Halbgeschwistern macht sich Brühwiler zu diesem Zeitpunkt nicht. «Ehrlich gesagt, habe ich mich nie vertieft damit auseinandergesetzt, wollte niemanden vor den Kopf stossen, falls sie von meiner Existenz nichts wussten.»

Die Schwester suchte sie

Kurz vor der Vernissage ihres ersten Buchs teilt ihr die Institution Pflege- und Adoptivkinder Schweiz mit, dass eine Halbschwester auf der Suche nach ihr sei. Brühwiler fällt aus allen Wolken. Eben erst hat sie ihre Biografie niedergeschrieben, im Glauben, so weit möglich alles zu wissen. Und nun taucht eine Schwester auf. Diese ist eigentlich auf der Suche nach der gemeinsamen Mutter. So findet Brühwiler heraus, dass diese schon länger tot ist. Schliesslich tauschen sich die Schwestern per E-Mail aus und telefonieren bald miteinander. Durch intensive Recherche setzen sich nach und nach die Puzzleteile zusammen. Brühwiler erfährt, dass sie sieben Geschwister hat. Insgesamt hatte ihre leibliche Mutter acht Kinder.

Nur wenige Kilometer entfernt

Für Brühwiler erst ein Schock. Doch dieser weicht bald Freude. Zunächst tauschen sich die Geschwister untereinander per E-Mail aus, bald trifft sich Brühwiler mit jedem von ihnen. Besonders überrascht sie, dass eine ihrer Schwestern nur ein paar Dörfer weiter wohnt. Und auch die anderen Geschwister sind nicht weit verstreut. Brühwiler erfährt, dass es in der Kindheit nicht alle so gut hatten wie sie. Und kein Kind war wirklich bei der Mutter, nicht einmal die ältesten drei.

Die Wurzelsuche ist ein Prozess, der nur langsam vorangeht.

(Quelle: Regula Brühwiler-Giacometti, Autorin)

Auch existieren nur wenige Fotos von der Mutter, Erinnerungen an sie sind nur verschwommen. «Doch fast alle haben heute ihren Weg gemacht und haben ein gutes Leben.»

Nach dem Vater forscht sie noch

Brühwiler beschliesst, auch dank der Motivation einiger ihrer Geschwister, ein zweites Buch zu schreiben. «Plötzlich Familie» handelt von eben dieser Entwicklung ihres Lebens, die sie sich nie hätte vorstellen können. Darin bekommt jedes Geschwister ein Kapitel, das von seinem Leben und Werdegang handelt. «Sie sagen, sie sind stolz auf ihre Schwester. Das berührt mich», sagt Brühwiler. Sie möchte den Kontakt zu ihren Geschwistern pflegen und ist froh, dass man sich so gut versteht. Auch über ihren Vater forscht sie weiter. Mittlerweile hat sie erfahren, dass er von ihr gewusst haben muss. Auch er ist schon länger tot. «Die Wurzelsuche ist ein Prozess, der nur langsam vorangeht und bei dem ich immer wieder alles setzen lassen muss, um die vielen Emotionen verarbeiten zu können», sagt Brühwiler. Immerhin hat sie nun die Unterstützung von sieben Geschwistern, die alle ihre Gefühle nachvollziehen können.

VERNISSAGE UND AUTORENLESUNG

Dienstag, 30. April, im Orell Füssli Meissner Aarau.

Beginn 19.30 Uhr. Eintritt frei, Anmeldung empfohlen.

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