Turnfest
Von nackt bis akrobatisch: sackstarke Reaktionen auf «AARAU»-Schriftzug

Holzschriftzug am Turnfest: die gute Idee entpuppte sich als absoluter Selbstläufer – auch, weil sie so gut im Boden verankert war.

Nadja Rohner
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Aarau-Schriftzug
6 Bilder
Das Siegerbild mit den meisten «Likes»: Geräteturnerinnen des Getu Obwalden.
Füdliblutt: Dieses Bild hat der STV Gontenschwil gepostet.
Manche Turnerinnen und Turner liefen zu akrobatischer Höchstform auf.
Zwei Damen vom STV Büron.
Der TV Klosters am Turnfest.

Aarau-Schriftzug

Nadja Rohner

Nachts, zu später Stunde, stand auf einmal ein Turner füdliblutt auf dem «AARAU»-Schriftzug im Schachen. Kurz darauf landete sein nackter Hintern in den sozialen Medien, auf dem Fotoportal Instagram. Und wenige Stunden später empfing Danièle Turkier das Bild auf ihrem Handy. Die Geschäftsführerin von Aarau Standortmarketing (mit dem Tourismusbüro aarau info) nimmt es mit Humor: Das nicht ganz jugendfreie Foto ist schliesslich auch ein Zeichen dafür, dass eine gute Idee durchschlagenden Erfolg hatte. Unter dem Hashtag aarau2019 haben in den vergangenen Tagen Tausende Turnerinnen und Turnfestbesucher beim Wettbewerb von aarau info mitgemacht, in dessen Zentrum die 5 grossen Holzbuchstaben auf dem Festplatz standen. Dort sollte man sich möglichst originell fotografieren lassen. Der Preis für das Foto mit den meisten «Likes»: Eine Gruppen-Erlebnisführung durch die Meyerschen Stollen und ein Apéro im «Les Amis».

Eines ist sicher: Kein Sujet wurde am Eidgenössischen Turnfest so oft fotografisch festgehalten wie der Schriftzug, hergestellt von der Zimmerei Brunner in Schöftland aus Fichten- und Tannenholz. Zeitweise bildeten sich lange Schlangen davor; Einzelpersonen und ganze Turnvereine wollten sich auf dem Markenzeichen des Eidgenössischen Turnfests 2019 ablichten lassen. Gut, wurde der rund 2,5 Tonnen schwere Schriftzug mit zehn massiven Bolzen im Boden verankert.

Obwaldner haben gewonnen

Die Fotos gehen in gedruckter Form sicherlich in die Annalen zahlreicher Turnvereine ein. Und vor allem: «AARAU» ist jetzt tausendfach im Internet zu finden. Sogar der offizielle Instagram-Kanal des Lauberhornrennens postete ein Bild von den Geräteturnerinnen des Getu Obwalden auf den Holzbuchstaben. Dieses Bild hat denn auch mit fast 600 «Likes» den Wettbewerbssieg eingefahren.

Aus Marketing-Sicht waren die Buchstaben, die Aarau Standortmarketing zusammen mit der Stadt realisiert und finanziert hat, ein absoluter Volltreffer. Die Idee wurde von Hotelier Dominik Wyss in den Vorstand von Aarau Standortmarketing eingebracht und dann weiterentwickelt. Geschäftsführerin Danièle Turkier: «Es sollte ein Dankeschön sein dafür, dass Aarau den Zuschlag fürs Turnfest erhalten hatte. Und wir wollten zeigen, was für eine tolle Stadt Aarau ist.» Dass die Buchstaben derart gut kommen würden, hätte sich niemand träumen lassen. «Wir dachten im Vorfeld, wir müssten den Wettbewerb viel mehr pushen», sagt Turkier. «Aber die Aktion war von Anfang an ein absoluter Selbstläufer. Bereits kurz nach dem Aufstellen erhielten wir zahlreiche positive Rückmeldungen. Es freut uns sehr, dass wir die Leute damit so gut abholen konnten.»

In der AZ vom 21. 6. hatte Danièle Turkier zwar verraten, dass die Buchstaben in der Stadt bleiben: Sie sollen künftig immer eine Sommersaison lang an einem neuen Ort in Aarau stehen (im Winter lagert sie der Werkhof ein). Wo die Buchstaben im Juli wieder auftauchen werden (und bis im Herbst bleiben), will Turkier aber noch immer nicht verraten. Sie sagt jedoch, dass schon viele Aarauerinnen und Aarauer mit Vorschlägen an aarau info herangetreten seien. «Die Leute würden die Buchstaben zum Beispiel gerne im Aeschbachquartier oder bei der Kaserne sehen», sagt sie. Und Danièle Turkier selber? Sie schmunzelt. «Der Bahnhofplatz wäre natürlich der Hit.» Eine Baubewilligung brauchts übrigens nicht, nur eine Reklamebewilligung. Aber natürlich müssen die Rahmenbedingungen stimmen, die Buchstaben dürfen nicht im Weg sein.

Die 99 schönsten Bilder vom Turnfest

Während zehn Tagen war der Schachen ein Mekka für Turner.
99 Bilder
Da hatten wir noch alles vor uns: Am Donnerstag, 13. Juni, wurde das Turnfest mit einer grossen Show eröffnet.
Rund 4000 liessen sich die gewaltigen Auftritte nicht entgehen.
Gymnastik, Tanz, Akrobatik. Im Bild der TSV Jonen.
Aus der ganzen Schweiz reisten TurnerInnen und BesucherInnen an. Im Bild: Lila (10) und Enea (10) aus Biasca (Tessin).
Andrang in grün am Bahnhof: Hier kommen die Jugendabteilung JuTu des STV Sins und die Geräteturnerinnen vom GeTu Sins-Oberrüti in Aarau an.
Ein bisschen Dirty-Dancing-Feeling am Gymnastik-Wettbewerb.
Bild von der Eröffnungsfeier.
Ein beliebtes Fotosujet. Hier posieren die Geräteturnerinnen des STV Ballwil.
Wettkampf in der Gymnastik: Pascale Müller und Bettine Wittwer vom TV Lengnau bei Biel haben eine beeindruckende Choreografie einstudiert.
126 Turnerinnen und Turner machen das Eidgenössische Turnfest für den Freiämter Verein zu einer logistischen Meisterleistung.
Auch die Kleinen üben sich im Schwingen.
Make-Up und Haare sitzen beim TSV Wahlen (BL).
Was für eine Körperspannung!
Geräteturnen Kategorie K7.
Wiedererkennungswert: Die Mitglieder der Turnvereine (im Bild: Hendschiken) kamen im Partnerlook.
Achtung - fertig - los!
Der TV Wohlen beim Start des Stafettenlaufs.
Die Choreografie von Remo Murer vom DTV Muhen am Wettkampf in der Gymnastik.
Gesamtwettkampfleiter Thomas Jäger an der Arbeit
Europameister Oliver Hegi fliegt während der Bodenübung durch die Luft.
Nicht nur die Choreografie, auch die Haare müssen sitzen.
Ein letzter Kajalstrich.
Eine ganz spezielle Disziplin ist das Rhönrad. Nur wenige beherrschen es wie Satus Baar, zu zweit in dem Rad herumzurollen und dabei noch akrobatische Figuren zu vollführen.
Gute Stimmung bei den Jugendlichen.
Street-Food-Feeling: Auch für die Verpflegung war im Schachen gesorgt.
Was für eine Körperspannung: Ann Gisler, GeTu Aarau, an den Ringen.
Und einmal hoch springen: die Jugendabteilung JuTu des STV Sins und die Geräteturnerinnen vom GeTu Sins-Oberrüti.
Die Choreografie von Yasmina Attieh und Deborah Ruoss vom TV Sins am Wettkampf in der Gymnastik
Am Pauschenpferd gelingt Oliver Hegi fast alles.
Mädchen vom TV Pfäffikon-Freienbach überspringen eine Pfütze, ein Überbleibsel des Gewitters vom ersten Samstag.
Annja Keiser, TSV Rotkreuz, umarmt überglücklich ihren Bruder und Trainer Markus nach ihrem gelungenen Auftritt.
Geräteturnerinnen bieten eine imposante Vorführung am ersten ETF-Sonntag.
Barbara Bachmann vom Stadtturnverein Brugg.
Im Sprung.
Eleganter Auftritt beim Gymnastik-Wettbewerb.
Noch einmal üben vor dem grossen Auftritt.
Hier sitzen die Bewegungen bereits.
An der Jugend-Schlussfeier waren die Tribünen bis auf den letzten Platz besetzt.
Und die Besucher wurden nicht enttäuscht: Die Schlussfeier der Jugend bot einiges Sehenswertes.
Der DTV Seuzach während seiner Performance.
Die Turnerinnen boten beeindruckende Vorstellungen. Hier mit Hula Hoops.
Die Jugi Matten.
Die Ehrendamen.
Die Schlussfeier der Jugend bot einiges Sehenswertes.
Möriken-Wildegg, Sieger im Geräteturnen, stürmt die Bühne.
Auf die Bühne holte Moderator Michael Sokoll auch die beiden Turner Oliver Hegi und Giulia Steingruber.
Die 99 schönsten Bilder vom Turnfest
Möriken-Wildegg (Mitte) wird als Sieger im Geräteturnen gekürt.
Das Gesamt-Schlussbild mit Fähnrich.
Gute Stimmung und Tanz am Tag der Generationen.
Autogrammstunde mit Giulia Steingruber.
Turner des BSC Wohlen beim Weitsprung.
Am Turnfest gab es während 10 Tagen Akrobatik, wohin man blickte. Im Bild: der STV Hendschiken.
Am Turnfest wurde natürlich nicht nur geturnt.
Impressionen vom Eidgenössischen Turnfest in Aarau.
Impressionen vom Eidgenössischen Turnfest in Aarau.
Turner des BSC Wohlen beim Weitsprung.
Impressionen vom Eidgenössischen Turnfest in Aarau.
Turner und Besucher wussten auch, wie man ausgiebig feiert.
Die Parties dauerten jeweils bis in die frühen Morgenstunden.
Ein junger Nationalturner beim Steinheben.
Bundespräsident Ueli Maurer und Regierungsrat Alex Hürzeler fahren im Oldtimer-Cabriolet durch den von Tausenden von Besuchern gesäumten Umzug.
Die Musikgesellschaft Muhen sorgte am Umzug für Stimmung.
Mischt sich unters Volk: Regierungsrat Markus Dieth verteilt am Festumzug Rüeblichueche an die Zuschauer.
Der "Wagen" der Aargauer Landwirtschaft.
PluSport Behindertensport Aargau.
Mit dem Pariser Hochrad durch Aarau: hier wird eine kleine Geschichte des Zweirads erzählt.
Eine Reise zurück in die Steinzeit: Der STV Märwil aus dem Kanton Thurgau als Höhlenmenschen verkleidet am Festumzug.
Und plötzlich befindet sich Bundespräsident Maurer in den Fängen der Meitlisonntagvereinigung Meisterschwanden/Fahrwangen.
«Mer send metem Ueli do!», singen die «Meitli».
Mit dem Rhönrad durch die Aarauer Altstadt.
Die Seetaler Meitli waren am Umzug elegant gekleidet
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Die Solothurner zeigten Ihre Fahnen.
Turnerinnen und Turner des TV Wettingen turnen am Boden im Vereinswettkampf
Trotz eines spektakulären Auftritts reicht es knapp nicht für den Sieg.
Die Turnerinnen und Turner des TV Wettingen sind faire Verlierer: Sie applaudieren auch für ihre Konkurrenten.
Jubel für die Schweizer: Die Nati gewinnt gegen Deutschland das Faustball-Länderspiel im Brügglifeld.
Schlussfeier: Die Champions sind bereit.
OK-Präsident Alex Hürzeler applaudiert den Turnern und Helfern.
Bei der Schlussfeier geben die Turner und Turnerinnen noch einmal alles.
Die Bodenturner zeigen Spektakuläres.
Impressionen der Schlussfeier.
Tabea Legler singt die Nationalhymne.
Auftritt der Grossgruppe Westschweiz.
Auftritt der STV Grossgruppe Colors, Silver
Impressionen der Schlussfeier.
Auch die Vereinsfähnrichte aller Vereine haben ihren Auftritt.
Zum Abschluss liessen die Turner hunderte Luftballons in den Himmel steigen.
Impressionen der Schlussfeier.
Alle Turnfestsieger - hier von Eien-Kleindöttingen - wurden ausgezeichnet.
Die Zetzwiler (in blau) feierten eine Sieg.
Einer der Sieger: Europameister Oliver Hegi gewinnt im Kunstturnen.
Der STV Reitnau feiert ihren zweiten Platz.
Alle Turnfestsieger - hier von Schinznach - wurden ausgezeichnet.
Die Boswilerinnen feiern ihren dritten Platz.
Nach den Siegerehrungen wurde eifrig geknipst.

Während zehn Tagen war der Schachen ein Mekka für Turner.

Claudio Thoma/freshfocus, Aarau, 22. Juni 2019

Was passiert mit den übriggebliebenen Zelten?

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