FC Aarau
Vor 13 Jahren wurde Etoile Carouge zum Schutzengel für den FC Aarau

Samstag, 5.Juni 1999: Etoile Carouge besiegt Sion 2:1 und der FC Aarau gewinnt dank zwei Toren von Roumen Ivanov gegen Yverdon 2:1. Was auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär aussieht, ist brisant. Äusserst brisant.

Ruedi Kuhn
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Dank zwei Toren von Roumen Ivanov und dank Schützenhilfe von Etoile Carouge schaffte Aarau 1999 den Ligaerhalt – Sion stieg ab.

Dank zwei Toren von Roumen Ivanov und dank Schützenhilfe von Etoile Carouge schaffte Aarau 1999 den Ligaerhalt – Sion stieg ab.

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Die zwei Resultate führen nämlich dazu, dass Sion nach 29 Nationalliga-A-Jahren absteigen muss. Die Aarauer hingegen mit dem damaligen Trainer Jochen Dries überholen die Walliser im letzten Moment und schaffen nach dem Gewinn von vier Spielen in Folge noch den Ligaerhalt.

Das Gerücht vom Zustupf

Der FCA hatte beim knappen Erfolg gegen Yverdon Glück, dass Schiedsrichter Andreas Schluchter in der hektischen Schlussphase nach einem Foul von Frédéric Page keinen Penalty gab. Und Sion wurde vom wie entfesselt spielenden Genfer Quartierverein auf dem falschen Fuss erwischt.

In der welschen Schweiz hielt sich danach hartnäckig das Gerücht, dass die Aarauer Carouge vor der Partie gegen Sion kontaktiert und im Falle eines Erfolgs eine Finanzspritze in sechsstelliger Höhe in Aussicht gestellt haben.

Weil es für die Schuldzuweisungen keine Beweise gab, verlief die Angelegenheit allerdings im Sand. Bleibt die Frage, ob Bellinzona, Aaraus Konkurrent um den Barrageplatz, Carouge für heute ebenfalls ein unmoralisches Angebot unterbreitet hat.

13 Jahre nach dem Fernduell und den bösen Verdächtigungen kommt es in der Barrage womöglich zum Direktduell zwischen Sion und dem FC Aarau. Um die Aufstiegsspiele zu erreichen, muss die Mannschaft von Trainer René Weiler heute Abend allerdings noch eine Hürde nehmen. Und diese Hürde heisst ausgerechnet Etoile Carouge. Mal schauen, ob der Absteiger in die 1. Liga Promotion im Brügglifeld mit dem gleichen Elan spielen wird wie Anfang Juni 1999 gegen Sion.

Bereits Sion im Kopf

Dass im Umfeld des FC Aarau bereits jetzt fast nur von der Barrage, nicht aber von der Partie gegen Carouge gesprochen wird, passt Weiler gar nicht in den Kram. Er glaubt nicht, dass Carouge Geschenke verteilen wird, spricht von einer gefährlichen Ausgangslage und sagt: «Die Genfer haben beim 1:0-Sieg in Chiasso und beim 0:0 in Winterthur bewiesen, dass sie alles andere als Kanonenfutter sind.

Wir müssen höllisch aufpassen und mit vollster Konzentration und Cleverness spielen. Wer ein leichtes Spiel erwartet, der täuscht sich.» Ob Weiler im Kampf gegen Bellinzona um Rang 2 Schützenhilfe vom Kantonsrivalen Wohlen bekommt, wird sich zeigen. An Spannung wird es sowohl im Brügglifeld in Aarau als auch im Stadio Comunale in Bellinzona mit Sicherheit nicht fehlen.

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