Nach der Wahl ist vor der Wahl

Vorschau auf den Buchser Wahlherbst 2021

Einwohnerratssitzung des Einwohnerrats Buchs, am 23. Januar 2018 im Gemeindesaal.

Einwohnerratssitzung Buchs

Einwohnerratssitzung des Einwohnerrats Buchs, am 23. Januar 2018 im Gemeindesaal.

Die Grossratswahlen skizzieren erste Szenarien für die Einwohnerrats- und Gemeinderatswahlen im Herbst 2021. Welche Parteien sich ins Zeug legen müssen – und wer ein Exekutivamt erobern könnte.

Die Grossratswahlen zeigen: In Buchs ist die SVP mit einem Wähleranteil von 26,6 Prozent immer noch stärkste Kraft, hat aber gegenüber den letzten Grossratswahlen 2016 3,2 Prozent verloren. Die SP hat 17,6 Prozent Wähleranteil (-4,1), die FDP 16,6 (+0,2), Grüne 10 (+4), CVP 8,2 (+0,1), EVP 8,2 (-0,9), GLP 8 (+2,9), Reto Fischer (parteilos) machte 2,8 Prozent.

Die Einwohnerratswahlen

Für die Einwohnerratswahlen 2021 rekrutieren müssen jetzt vor allem die SVP (derzeit zehn Sitze, 2017 drei verloren) und die SP (acht Sitze, 2017 zwei gewonnen). Beide Parteien sind wegen Rücktritten auf ihrer Ersatzliste bald ganz unten angekommen und brauchen dringend starke Kandidaturen, um dem Abwärtstrend entgegen zu wirken. Aber auch die Grünen haben Handlungsbedarf: Sie sind vor drei Jahren nur mit vier Kandidaten angetreten, zwei wurden gewählt (minus ein Sitz). Per 2022 sind drei Sitze wieder realistisch, dafür braucht es aber gutes Personal.

Die Gemeinderatswahlen

Ein Blick auf den Gemeinderat – dieser besteht derzeit aus fünf Männern der FDP (zweimal), CVP, EVP und SVP. Linke Frauenkandidaturen werden also bei den Gesamterneuerungswahlen gute Chancen haben.

Man weiss, dass Vizeammann Hansruedi Werder (67, SVP) nicht mehr antritt und dass seine Partei bei der Nachfolger(innen)suche bisher wenig Glück hatte. Ihr Hoffnungsträger, Ortsparteipräsident Samuel Hasler, ist mit 23 Jahren dafür wohl zu jung – und hat am Sonntag auf der SVP-Liste nur das siebtbeste Resultat in seiner Gemeinde respektive das zweitschlechteste im Bezirk gemacht.

Ein altersbedingter Verzicht ist auch bei Gemeinderat Walter Wyler (69, EVP) denkbar. Hier drängt sich als Nachfolge klar Joel Blunier (46) auf. Der EVP-Einwohnerrat und Kreisschulrat (ehemals Präsident) hat bei den Grossratswahlen in seiner Gemeinde ein hervorragendes Resultat gemacht. Er gilt als beliebt, hat Führungs- und Politerfahrung (ehemaliger Generalsekretär der EVP Schweiz).  

Aufgefallen sind bei den Grossratswahlen zwei CVP-Buchserinnen: Denise Zeller Xenaki (52, Vizepräsidentin Kreisschulrat, Einwohnerrätin) und Einwohnerratsvizepräsidentin Christine Knüsel-Bachofer (49) haben in ihrer Gemeinde Rang Zwei und Drei der CVP-Liste gemacht. Sollte Tony Süess (63) nicht mehr als Gemeinderat antreten, wären diese Frauen, die beide im Gesundheitswesen arbeiten, aussichtsreiche Nachfolgerinnen.

Von Links, bisher nicht im Gemeinderat vertreten, könnten ebenfalls gute Frauenkandidaturen für den Gemeinderat kommen. Barbara Fäh (41, Grüne) und vor allem Tatjana Lambrinoudakis (48, SP) sind im Einwohnerrat aufgefallen, an den Grossratswahlen nahmen sie nicht teil.

Und natürlich muss man mit einer Kandidatur von Einwohnerrat Reto Fischer (parteilos) rechnen, der bei den Grossratswahlen als Einzelkandidat zwar keine Chance hatte, aber einen Achtungserfolg erzielen konnte.

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