Wahlsonntag

Drei Überflieger, ein Spätberufener – die Resultate aus dem Bezirk Aarau

Grüne und Grünliberale gewinnen je einen Sitz. Die SP verliert einen, die BDP trat gar nicht mehr an.

Der Bezirk Aarau hat drei junge Polit-Hoffnungen mehr: Mirjam Kosch (Grüne, 35), Yannick Berner (FDP, 27) und Ignatius Ounde (GLP, 40; lesen Sie hier das Portrait aus dem Jahr 2016). Die Grünen stiegen nach dem Verzicht von Hansjörg Wittwer ohne Bisherige ins Rennen, errangen aber trotzdem einen zusätzlichen Sitz. Mirjam Kosch, die einst fast Zürcher Kantonsrätin geworden wäre, ist Expertin für erneuerbare Energien (Portrait aus dem Jahr 2019). Obwohl sie einen zurückhaltenden Wahlkampf betrieb, blieb sie stimmenmässig vor dem Suhrer Gemeinderat, Biobauer und Agraringenieur Thomas Baumann; geschafft haben es am Ende beide.

Yannick Berner, Digital- und Marketingchef im Rupperswiler Familienunternehmen Urma, investierte enorm viel Zeit und finanzielle Mittel in seine Kampagne, ist aber als Fraktionschef im Aarauer Einwohnerrat auch sonst umtriebig (Portrait aus dem Jahr 2019). Es hat sich gelohnt: Der Fraktionschef der FDP im Stadtparlament zieht ab Listenplatz 5 neu in den Grossen Rat. Dass er mit erst 27 in einer Traditionspartei reüssieren konnte, führt Berner unter anderem darauf zurück, dass er sich für den Werkplatz Aargau einsetze und dies die Leute derzeit sehr beschäftige.

Die Gewählten aus dem Bezirk Aarau:

Die anderen gewählten Aarauer Freisinnigen, Stadträtin Suzanne Marclay-Merz und Kantonalparteipräsident Lukas Pfisterer, belegen Platz drei und vier der Liste «Meiste Stimmen insgesamt». Sieger ist hier der Küttiger Daniel Wehrli (SVP) vor Jürg Knuchel (SP).

Den grössten Sprung vorwärts hat neben Ignatius Ounde Urs Winzenried (SVP) gemacht, der vom zweitletzten Listenplatz aus einen der vier SVP-Sitze gewann. Der 70-jährige ehemalige Chef der Kripo Aargau und Aarauer Einwohnerrat wird als Spätberufener ältester Grossrat im Bezirk Aarau (Portrait aus dem Jahr 2017). Bemerkenswert gute Resultate gemacht haben auch Lucia Engeli aus Unterentfelden (2. Ersatzplatz SP ab Listenplatz 11) und Hannah Wey aus Aarau (1. Ersatz Grüne ab Listenplatz 6).

Und auch der parteilose Einzelkämpfer Reto Fischer kann zufrieden sein: Er schaffte es zwar nicht, mit seiner «FFF»-Liste einen Sitz zu gewinnen, erhielt aber mehr Stimmen als die gewählten Therese Dietiker (EVP) und André Rotzetter (CVP).

Zehn von 16 der neuen Grossräte wohnen in der Stadt Aarau (aktuell: elf). Es bleibt bei fünf Frauen nach dem Verzicht von Vreni Friker (SVP) und der Wahl von Kosch. Das Durchschnittsalter der Gewählten liegt bei 49 Jahren. Amtierende Exekutivpolitiker hat es nur zwei (Suzanne Marclay und Thomas Baumann), mit Hanspeter Hilfiker (FDP) und Werner Schib (CVP) sind aber der Aarauer Stadt- und Vizestadtpräsident auf den ersten Ersatzplätzen.

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