Silvan Widmer

Warum das Talent des FC Aarau keine Ferien hat

Silvan Widmer will sich für das U21-Nationalteam hinsichtlich der Olympischen Spiele aufdrängen.

Silvan Widmer will sich für das U21-Nationalteam hinsichtlich der Olympischen Spiele aufdrängen.

Silvan Widmer hatte nach dem Barragespiel des FC Aarau gegen Sion nur eine kurze Nacht. Der 19-jährige Rechtsverteidiger hat am Morgen nach dem Spiel bereits mit der Schweizer U21-Auswahl trainiert.

Glücklicherweise hat Urs Bachmann zwei Handys. Der Sportkoordinator des FC Aarau erhält momentan einen Anruf nach dem andern. Da werden Spieler von höchster Qualität zu Spottpreisen angepriesen. Weil Bachmann von Natur aus ein höflicher Mensch ist, schaut er sich alle Offerten an. 99,99 Prozent der Angebote sind allerdings unbrauchbar. Der Rest wird geprüft. Am Schluss hofft Bachmann, dass bei den unzähligen Offerten mindestens zwei Stürmer mit Torinstinkt und ein dynamischer, zweikampfstarker Linksverteidiger mit dabei sind. Auf diesen Positionen besteht für die Saison 2012/13 absoluter Handlungsbedarf.

Bachmann also ist im Stress. Im Stress ist auch Silvan Widmer. Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen kann sich der 19-jährige Rechtsverteidiger keine Pause gönnen. Nach dem Saisonabschluss mit dem Barragespiel vor 8800 Zuschauern im Brügglifeld gegen Sion (1:0) und der Abschlussfeier im Gasthof zum Schützen hatte Widmer eine kurze Nacht.

Das nächste Ziel heisst London

Am Dienstag um 9 Uhr musste der junge Mann in Regensdorf einrücken und absolvierte mit der Schweizer U21-Auswahl eine erste Trainingseinheit im Hinblick auf das EM-Qualifikationsspiel gegen Kroatien. Dieses findet am Samstag in Koprivnica statt. Widmer hat bei Trainer Pier Luigi Tami gute Karten und kann davon ausgehen, dass er gegen die Kroaten zur Startformation zählen wird. Das Fernziel des talentierten Abwehrspielers ist klar: Widmer will mit dem U21-Nationalteam im August an den Olympischen Spielen in London teilnehmen.

Zurück zum FC Aarau, der den Trainingsbetrieb für die Meisterschaft 2012/13 am 12. Juni aufnehmen und kurze Zeit später ein Trainingslager im Schwarzwald absolvieren wird. Bis in drei Wochen will Bachmann nach eigener Aussage rund 80 Prozent des neuen Teams zusammenhaben. Das ist keine leichte Aufgabe, denn die Abgänge der Offensivkräfte Shkelzen Gashi, David Marazzi, Aco Stojkov, Nico Siegrist und Moustapha Dabo schmälern die Offensivkraft. Klar sind bis jetzt die Zuzüge der Mittelfeldspieler Florian Berisha von Sion und Labinot Sheholli von Biel, die unlängst Verträge bis 2014 unterschrieben haben.

Erfreulich ist die Tatsache, dass der FCA die Vertragsverhandlungen mit Artur Ionita wieder aufgenommen hat. Der 21-jährige Moldawier ist im zentralen, defensiven Mittelfeld eine ideale Ergänzung zu Sandro Burki. Offen ist die sportliche Zukunft von Reto Bolli, Andre Goncalves und Marco Aratore. Mal schauen, ob Bachmann bald die eine oder andere Transferbombe platzen lässt.

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