Öffentlicher Verkehr

Warum die Aarauer Busbetriebe froh sind, dass sie sich von der WSB getrennt haben

Die BBA transportierte letztes Jahr zum ersten Mal über neun Millionen Passagiere.

Die BBA transportierte letztes Jahr zum ersten Mal über neun Millionen Passagiere.

Ohne Partner gabs es für die Busbetrieb Aarau AG Einsparungen. Wegen Corona verzichtet das Unternehmen auf die Auszahlung einer Dividende.

Der Alleingang ist manchmal finanziell attraktiver als die Kooperation: Das beweist der Fall der Busbetrieb Aarau AG (BBA), die sich auf Anfang 2019 nach fast 60 Jahren von der WSB (heute AVA) gelöst hat. «Erfreulich ist, dass wegen der eigenständigen Struktur die betrieblichen Aufwände im Vergleich zum Vorjahr um eine sechsstellige Zahl vermindert werden konnten», schreiben Verwaltungsratspräsident Peter Forster und Geschäftsführer Peter Baertschiger im Geschäftsbericht 2019.

95'000 Franken als Liquiditätsstütze

Die BBA gehört zu 52,6 Prozent der Stadt Aarau, zu 30,6 Prozent der Knecht Holding (Rest Diverse). Die Generalversammlung, die coranabedingt ohne physische Präsenz der Aktionäre durchgeführt wurde, beschloss, auf die traditionelle Ausschüttung einer Dividende (3 Franken pro Aktie) zu verzichten. «Dies aus Rücksicht auf die Liquidität und die im gesamten öffentlichen Verkehr sehr angespannte Situation wegen den Auswirkungen des Coronavirus», so Präsident Forster.

Es geht gesamthaft um einen Betrag von etwa 95'000 Franken. Für weitere zwei Jahre wiedergewählt wurden die fünf Verwaltungsräte Peter Forster, Werner Schib, Hans Konrad Bareiss, Markus Eugster und Andreas Meier. Sie bezogen letztes Jahr gesamthaft ein leicht tieferes Honorar von 108'000 Franken.

Dank dem ETF so viele Passagiere wie noch nie

Die BBA beförderte letztes Jahr erstmals über 9 Millionen Personen (Einsteiger). Die Kundennachfrage stieg um 5,4 Prozent, die Zunahme der Verkehrserträge lag mit 4,6 Prozent leicht darunter. Die BBA profitierte 2019 stark vom ausserordentlichen Ereignis Eidgenössisches Turnfest (ETF).

Der Betriebsaufwand betrug 18,2 Millionen Franken. Das Unternehmen beschäftige Ende Jahr 132 Personen (108 Vollzeitstellen, Frauenanteil 16 Prozent) und hatte 38 Fahrzeuge im Einsatz. Es wird ein Gewinn von 88'132 Franken (Vorjahr 31872 Franken) ausgewiesen – bei einem Kostendeckungsgrad von 54 Prozent.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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