Steuern
Warum die Ruhe in Buchs verdächtig ist

Der Gemeinderat lieferte am Donnerstag mit dem Kreditantrag für ein neues Risiacher-Schulhaus ein weiteres Argument für den Steuerfusssprung auf 108 Prozent.

Urs Helbling
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Nicht mehr dicht: Das Risiacher-Schulhaus hat heute ein Notdach.

Nicht mehr dicht: Das Risiacher-Schulhaus hat heute ein Notdach.

Walter Christen

Kann Ruhe trügen? Tatsache ist: In Buchs gibt es keine spürbare Opposition gegen die Steuerfusserhöhung von 100 auf 108 Prozent, über die am 25. November befunden wird. Wen man auch fragt, es ist im Dorf eine grosse Unsicherheit über den Ausgang der Abstimmung spürbar. Ist die Bereitschaft, in den sauren Apfel zu beissen, tatsächlich da? Teilen die Bürger die Meinung des Gemeinde- und Einwohnerrates, die Zitrone sei ausgepresst (AZ vom 7. 11.)? Selbst die Exekutive ist sich dessen nicht sicher. Dies umso mehr, als ihr Informationsangebot kaum beansprucht wurde. Der Informationsabend fand am 8. November vor weitgehend leeren Reihen statt.

Neubau kostet 18,85 Mio. Fr.

Was auf Buchs in den nächsten Jahren zukommt, zeigt der Fall Risiacher-Schulhaus. Der Gemeinderat publizierte gestern die Botschaft an den Einwohnerrat. Für den Neubau sind 18,85 Millionen Franken notwendig, über die der Buchser Souverän voraussichtlich am 19. Mai 2019 wird abstimmen können.

Das Primarschulhaus Risiacher sieht heute aus wie ein heruntergekommenes Gebäude in einem Land wie Italien. Es ist so undicht, dass es mit einem Notdach ausgerüstet werden musste. «Das Gebäude ist in einem baufälligen Zustand und kann nicht weiterbetrieben werden», heisst es in der Botschaft, die der Einwohnerrat am 11. Dezember behandeln wird. Das Schulhaus wurde 1968 gebaut. Ebenfalls bereits älter ist die Turnhalle, doch wurde diese 2006 saniert und muss darum nicht abgebrochen werden.

Marode und zu klein

Das Risiacher-Schulhaus ist nicht nur marode, sondern auch viel zu klein. Statt der bisherigen 7 seien neu 16 Abteilungen (Räume für Klassen) notwendig, schreibt der Gemeinderat. Inbegriffen sind zwei Klassen, die künftig nicht mehr im alten Schulhaus unterrichtet werden können.

Realisiert werden soll das Projekt «Pfifferling» des Generalunternehmens Anliker und des Architekturbüros Konstrukt Luzern. Es wird ein viergeschossiges Gebäude geben. «Das neue Schulgebäude und die bestehende Turnhalle sollen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden», heisst es. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2020, die Inbetriebnahme für den Juli 2021 geplant. Das bestehende Schulhaus soll teilabgebrochen und in der Bauphase durch einen Pavillon ersetzt werden.

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