Aarau

Warum dieser Veloweg durch ein Haus hindurchführen soll

Grün der bisherige Veloweg, rot die geplante neue Linienführung.

Grün der bisherige Veloweg, rot die geplante neue Linienführung.

Die Aufwertung der Verbindung vom Bahnhof Aarau in Richtung Rohr lässt sich die Stadt 650'000 Franken kosten.

Darauf haben insbesondere die Rohrer lange gewartet: Der direkte Veloweg vom Bahnhof her durch das Aarauer Quartier Torfeld Nord (nördlich der Bahnlinie, bei den Weinkellereien und dem Bowling Center) in Richtung Rohr wird endlich konkret. Schon 2016 hat die Stadt die rund 1,6 Mio. Franken teure Lindenhofbrücke über die Buch­serstrasse eingeweiht, ein Teil dieser Veloverbindung. Aber weil man sich länger nicht mit den Grundeigentümern im Torfeld Nord einigen konnte, bestand bisher nur eine halbherzige Version der Veloverbindung, die wenig genutzt wurde. Da sie in einem viel befahrenen Abschnitt wieder in die Rohrer­strasse mündet und sich dort Velofahrer und Fussgänger sogar das Trottoir teilen mussten, konnte das keine dauerhafte Lösung sein.

Jetzt schickt der Stadtrat die Pläne für eine angepasste Veloweg-Lösung in die öffentliche Auflage. Auch das ist nur ein Provisorium: Das Torfeld Nord ist eines der Entwicklungsgebiete der Stadt. Mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung wird hier vieles möglich, insbesondere auch Hochhäuser wie im Torfeld Süd ennet der Geleise, wo das Stadion gebaut werden soll. Aber bis im Torfeld Nord etwas Neues entstehe, könne es noch zehn oder zwanzig Jahre dauern, sagt der für Verkehr und Tiefbau zuständige Vizestadtpräsident Werner Schib. Der Stadtrat habe zwar erwogen, den Status quo so lange zu belassen, aber insbesondere wegen der unbefriedigenden Situation mit dem Trottoir an der Rohrerstrasse habe er davon abgesehen.

Die Gesamtkosten für den neuen Veloweg belaufen sich auf rund 650'000 Franken. Sie sind vom Einwohnerrat und vom Volk schon mit dem städtischen Budget bewilligt worden. Der Baustart ist für den kommenden Sommer respektive Herbst geplant. Der neue Weg verläuft ab dem Zeughaus entlang der SBB-Gleisanlage. Er ist beleuchtet, drei Meter breit und wird beidseitig mit einem Zaun abgegrenzt. Speziell: Für den Weg muss ein 40 Meter langer Durchbruch durch ein bestehendes Gebäude gemacht werden. Das bezahlt die Stadt. Den notwendigen Abbruch zweier weiterer Gebäude muss sie jedoch nicht finanzieren. Das in Betrieb stehende Anschlussgleis der Weinkellereien wird vom Veloweg überquert. Bei einem SBB-Gebäude (Cargo) muss die Zufahrt baulich angepasst werden. Im Bereich der Eniwa-Energiezentrale mündet dann auch die geplante Passerelle zum Torfeld Süd in den Veloweg. Die Linienführung habe man so gewählt, dass sie am Rande des Areals verläuft und sich die ansässigen Gewerbebetriebe und die Nutzer des neuen Fuss- und Radwegs möglichst wenig in die Quere kommen, sagt Schib.

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