Zukunftsraum Aarau

Was passiert mit den Schulen, wenn die Grossfusion durchkommt? Die zwölf wichtigsten Antworten

Die Organisation der Schule ist eines der wichtigsten Themen des Gemeindefusionsprojektes Zukunftsraum Aarau. (Symbolbild)

Die Organisation der Schule ist eines der wichtigsten Themen des Gemeindefusionsprojektes Zukunftsraum Aarau. (Symbolbild)

Wie sich der Zukunftsraum («Gross-Aarau») auf die Ausbildung der Kinder und die Jobs der Lehrkräfte auswirken würde.

Das grosse Fusionsprojekt bringt auch eine Neuorganisation der Schulen der Region mit sich. Bei diesem Punkt herrscht aber noch viel Unwissen. Was passiert mit den Schulen, sollte die Grossfusion zustande kommen? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

1. Wie würde die Schule neu organisiert?

Bei dem Punkt, der wohl die meisten verunsichern dürfte, gibt es klar Entwarnung: Alle Schulstandorte der Zukunftsraum-Gemeinden bleiben bestehen. In jedem Stadtteil – Suhr Feld, Unterentfelden, Rohr, Gönhard usw. – wird es weiter einen Primarschulstandort und verschiedene Kindergärten haben. Jeder der Bereiche Nord, West und Ost – in etwa entsprechend den heutigen Aarau (inkl. Densbüren), Entfelden und Suhr – wird weiter sein Schulzentrum der Oberstufe haben.

Die über 20 Schulleitungen bleiben vor Ort präsent. Das städtische Schulwesen als Ganzes wird in die Stadtverwaltung integriert und politisch vom Stadtrat geführt, genauer vom Departement Bildung und Sport. Die heutigen Kreisschulen Aarau-Buchs und Entfelden werden aufgelöst und in die neue Organisation überführt.

Die Schulen Suhr und Densbüren sind bereits als Gemeindeschulen ohne Kreisschulrat organisiert. Für Rekurse, die heute von den Schulpflegen bearbeitet werden, kann der Stadtrat eine Rekurskommission einsetzen. Die Zusammenarbeit mit Buchs kann weitergeführt und in einem Schulausschuss gesteuert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Schulpflegen im ganzen Kanton abgeschafft werden.

2. Was ist mit Kindergarten und Primar?

Sie bleiben dort, wo sie sind. Die kurzen Schulwege werden beibehalten.

3. Was ist mit der Oberstufe?

Das Schulhaus Aarau Schachen.

Das Schulhaus Aarau Schachen.

Die insgesamt rund 110 Klassen sollen an drei bis fünf typendurchmischten Standorten unterrichtet werden. Suhr und Entfelden gelten als gesetzt. Buchs auch. In Aarau ist offen, wie lange noch die Oberstufen im Schachen, Zelgli und Rohr geführt werden. Der Standort in Küttigen wird nur für eine Übergangszeit genutzt. Die Stadt hat Pläne für einen Oberstufencampus in der Telli – unabhängig vom Zukunftsraum.

4. Welchen Einfluss hat der geplante Oberstufencampus in der Telli?

An einer Infoveranstaltung zum Thema «Schule im Zukunftsraum» in Suhr wurde diese Frage mehrmals gestellt. «Irgendetwas müsst ihr doch in euren Köpfen vorhaben», insistierte eine Teilnehmerin. Der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker bekräftigte, dass der Campus keinen Einfluss haben werde auf die Oberstufen in Suhr und Entfelden. Auch Zukunftsraum-Projektleiter Marco Salvini stellte klar, dass die Projekte in der Telli nichts mit dem Zukunftsraum zu tun haben.

5. Was bedeutet das Ganze für Suhr?

Auf den ersten Blick ändert sich eigentlich nichts. Die Verträge mit Gränichen und Hunzenschwil für die Bezirksschule werden fortgeführt. Schüler aus dem Suhrer Feld-Quartier könnten allenfalls im näheren Gönhard-Schulhaus unterrichtet werden.

6. Was bedeutet es für Ober- und Unterentfelden?

Der Schule Entfelden mangelt es an Platz. Falls die Probleme bis zur Fusion 2026 noch nicht gelöst werden, könnte Entfelden von den erweiterten finanziellen Mitteln der neuen Stadt profitieren und endlich seinen Schulhausneubau realisieren. Die ­Mittel dafür sind bei der Berechnung der finanziellen Fusions- effekte berücksichtigt.

7. Was bedeutet es für Densbüren?

Die rund 50 Kindergarten- und Primarschulkinder würden weiterhin im Dorf unterrichtet. Laut Hanspeter Hilfiker kann dieser Schulstandort dank des Zukunftsraums besser garantiert werden. Betreffend Oberstufe aber würden die Schüler nicht mehr die Wahl haben zwischen Frick und Aarau: Die Densbürer Jugendlichen würden alle wohl mit dem Bus zur Schule fahren, womöglich schon in den künftigen Oberstufen-Campus in der Telli. Die Busverbindungen sollen angepasst werden, damit sie über Mittag nach Hause können.

8. Was ist mit dem Schulstandort Rohr?

Die Oberstufe in Rohr wird aufgelöst, dafür erhält die Primarschule mehr Platz. Dies ist unabhängig vom Zukunftsraum so geplant.

9. Was ist mit Buchs, Küttigen sowie Erlinsbach AG und SO?

Die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden wird auf Vertragsbasis weitergeführt. Der Oberstufenstandort in Küttigen wird unabhängig vom Zukunftsraum für eine Übergangszeit durch die Kreisschule Aarau-Buchs genutzt. Anschliessend gehen alle Schüler der Oberstufe aus Küttigen und Biberstein in Aarau oder Buchs zur Schule. Inwiefern Buchs allein die Mindestgrösse für einen Oberstufenstandort erreicht, ist offen. Buchs könnte sich theoretisch von Aarau loslösen, einen offensichtlichen Grund dazu gibt es aber eigentlich nicht.

10. Was ist, wenn die Schulpflegen nicht abgeschafft werden?

Dann wird es weiterhin eine Schulbehörde geben, die Schule wäre nicht nur dem Stadtrat direkt unterstellt, die Führungsstruktur müsste nochmals präzisiert werden. Mit dem Wegfall der Schulpflegen würden laut Zwischenbericht der Fachgruppe Schulwesen des Zukunftsraums 250'000 Franken gespart, die «zur Stärkung der Schulorganisation eingesetzt werden können».

11. Welche Vorteile werden aufgeführt?

Weil die Gesamtzahl der Schüler grösser wird – man spricht von 6000 Kindern und Jugendlichen –, könnte etwa die Musikschule eine grössere Vielfalt an Instrumenten anbieten. Das Angebot an Freifächern in der Oberstufe würde grösser. Es würden mehr Ressourcen frei, etwa für Begabtenförderung oder Heilpädagogik. Die schulergänzende Betreuung gilt laut Zwischenbericht zudem als «ein Schlüsselprojekt des Zukunftsraums».

12. Welche Befürchtungen wurden laut?

An der Infoveranstaltung sagte jemand, er befürchte, in einer derart grossen Schulorganisation würden die Kommunikationswege zu lang und sonst einfache Prozesse zu kompliziert.

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