Wohnungspolitik

Weniger Leerwohnungen im Raum Aarau-Lenzburg – in den Tälern besteht aber weiterhin Überangebot

In Buchs ist der Leerwohnungsbestand mit 169 Einheiten (Vorjahr 185) hoch, doch es wird weiter gebaut.

In Buchs ist der Leerwohnungsbestand mit 169 Einheiten (Vorjahr 185) hoch, doch es wird weiter gebaut.

In den Städten geht die Produktion von Wohnraum in den letzten Monaten tendenziell zurück. In den Tälern wird aber weiterhin gebaut, obwohl der Leerwohnungsbestand hoch ist.

In Aarau und Lenzburg hat es weniger Baukräne. Ebenso in vielen Dörfern. Die Neuproduktion von Wohnraum ist in den letzten Monaten tendenziell zurückgegangen. Im ganzen Aargau sank der Leerwohnungsbestand (am 1. Juni) auf 8377 Einheiten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war kantonsweit allerdings mit 0,7 Prozent deutlich geringer als in der Agglomeration Aarau-Lenzburg (die beiden Städte plus Buchs, Suhr, Küttigen, Biberstein, Rupperswil, Niederlenz, Hunzenschwil, Schafisheim und Staufen), wo er 12 Prozent betrug. Die Zahl der Leerwohnungen sank um 97.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Aarau: Der Leerwohnungsbestand sank auf 119 Einheiten (Vorjahr 152) – und das, obwohl neu die gesamte Aeschbachsiedlung (167 Wohnungen) im Angebot ist. Offensichtlich haben viele der neuen, teils relativ teuren Wohnungen Mieter gefunden. Wie hoch die Leerwohnungsziffer (Anteil der leeren Wohnungen am Gesamtbestand aller Wohnungen) ist, wird erst im Spätherbst bekannt.

Staufen weiterhin mit relativ wenig Leerwohnungen

Auch in der Stadt Lenzburg haben es die Mieter heute schwieriger, ein Logis zu finden, als noch vor einem Jahr: Die Anzahl leerer Wohnungen sank von 141 auf 111. Ein Phänomen ist Staufen: In den letzten Jahren sind dort noch und noch Blocks fertiggestellt worden. Aber es scheint dort weiterhin eine grosse Nachfrage nach Wohnraum zu geben – vielleicht, weil die Gemeinde mit einem Steuerfuss von 76 Prozent neuerdings zu den drei Steuerparadiesen der Region gehört. Die Zahl leere Wohnungen betrug Anfang Juni 59 (Vorjahr 51). In den Seetaler Goldküstengemeinden war sie ebenfalls relativ konstant: Meisterschwanden 11 (13), Seengen 40 (42).

Gränichen neu kantonsweit auf Platz 2

Eine Verbesserung ist weniger Anlass zu Stolz als zum Nachdenken: Gränichen belegt in der kantonalen Leerwohnungsstatistik neu den 2. Platz (Vorjahr 3. Platz) – deutlich hinter Oftringen. In Gränichen stieg die Zahl der leerstehenden Wohnungen innerhalb Jahresfrist von 228 auf 259 – das ist Wohnraum für etwa 500 Personen. Und es wird weiter gebaut. Mehr noch: Eben erst hat der Gemeinderat die Bewilligung für eine weitere Mehrfamilienhaus-Überbauung erteilt. Im oberen Wynental hat es etwa gleich viele Leerwohnungen wie im Vorjahr: Aber der Unterschied zwischen Reinach (neu 123 Einheiten, 20 weniger) und Menziken (neu 232 Einheiten, neu plus 8) steigt.

Konstant hoch ist die Zahl der Leerwohnungen auch in der grössten Gemeinde im oberen Suhrental. In Schöftland waren 153 Appartements und Einfamilienhäuser ohne Bewohner – gleich viele wie im Vorjahr.

Vervierfachung des Leerstandes in Boniswil

Interessant ist die Entwicklung auch am weniger attraktiven Ufer des Hallwilersees: Die Zahl der leeren Wohnungen stieg in Boniswil (plus 46 auf 61), Beinwil am See (plus 17 auf 76) und in Birrwil (plus 4 auf 18) an.
Stabilisiert hat sich der Leerwohnungsbestand in Hunzenschwil: aktuell 50. 2016 waren es 162.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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