Denbsüren
Weniger Produktion, mehr Entwicklung und Forschung: Im Staffeleggtal soll ein neuer Technopark entstehen

In Densbüren liegt derzeit eine Raumplanungsvorlage auf, die es in sich hat: Wird die Zonenplanänderung «Kaisermatt Süd» so umgesetzt, wie sie der Gemeinderat in die öffentliche Auflage gegeben hat, könnten in der Gemeinde rund 150 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Nadja Rohner
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Die Kaisermatt von Norden her gesehen. Der neue Kopfbau käme an das südliche Ende, auf den Parkplatz.

Die Kaisermatt von Norden her gesehen. Der neue Kopfbau käme an das südliche Ende, auf den Parkplatz.

Michael Küng

Konkret sollen 3293 Quadratmeter Dorfzone zu Gewerbezone werden. Die zwei Parzellen liegen am Südrand des Industriegebiets Kaisermatt, auf ihnen befinden sich ein Einfamilienhaus und ein Teil des Parkplatzes gegenüber des Gemeindehauses. Hierher soll der Industriekomplex Kaisermatt ausgeweitet werden.

Das heutige Areal sei zu klein, die Firmen könnten sich nicht angemessen entwickeln, heisst es im aufliegenden Planungsbericht. Die Rede ist von einem Technologiepark, der in der Kaisermatt entstehen soll; einem «Hub» für Forschung und Entwicklung, ein Hirn für die Autoindustrie.

Kaisermatt hat Jahresumsatz von 45 Mio. Franken

Der Industriekomplex Kaisermatt gehört der Lifa AG, deren CEO Georg Senn in Densbüren und Asp bestens bekannt und verwurzelt ist. Er hat die Firma gegründet, er hat sie gross gemacht, ihm ist es zu verdanken, dass die Kaisermatt boomt und entsprechend viel Geld in die Gemeindekasse spült.

Verschiedene unabhängige Firmen sind auf dem Areal eingemietet, die alle verschiedene Kompetenzen im Gebiet Maschinen- und Antriebstechnik vereinen: LCD LaserCut AG, SWD AG Stator- und Rotortechnik, MTA Mechatronic AG, acco AG (Accounting & Consulting). Sie beschäftigen etwa 150 Personen und haben einen Jahresumsatz von gesamthaft rund 45 Millionen Franken.

Die MTA AG ist im Bereich Werkzeug-Vorrichtungsbau tätig, die LCD AG entwickelt Antriebstechnik und die SWD AG gestanzte Elektroblechpakete, acco ag Treuhand, Kunden und Gästebetreuung. «Ihr Stolz sind hochautomatisierte eigenentwickelte Maschinen und Prozesse für höchste Präzision für Klein- und Gross-Serien», schrieb die AZ im Jahr 2018. «Kunden wie Daimler, BMW, Audi, Volvo, Bosch, ZF oder Maxon vertrauen auf die Produkte aus der Kaisermatt.»

Künftig soll in der Kaisermatt weniger produziert und mehr entwickelt werden. Die in Densbüren minutiös geplanten Anlagen werden andernorts aufgestellt. Denn die zunehmend vollautomatisierte Produktion könne man erstens in Densbüren gar nicht im nötigen Ausmass ausbauen, sagt Lifa-CEO Georg Senn. Und zweitens sollen die Anlagen dort stehen, wo sie gebraucht werden – im In- und Ausland, etwa in der Nähe von Autofabriken. «Gesteuert wird weiterhin alles von Densbüren aus», betont Senn.

Hier, im Staffeleggtal, soll ein Technopark entstehen. Die künftige Ausrichtung der Kaisermatt führt weg von der ausschliesslichen Produktion, hin zum Forschungs- und Bildungsstandort. Brillante Köpfe werden die neusten Technologien austüfteln und ausprobieren. Messtechnik, Wuchttechnik, Magnettechnik – «hier soll das Wissen zusammenkommen und neues generiert werden», beschreibt es Senn.

Die Umzonung soll im Wesentlichen zwei neue Gebäude ermöglichen: ein neues Palettenlager sowie ein im Planungsbericht als «Kopfbau» bezeichnetes Gebäude. Bis zu 21,6 Meter hoch kann es werden. Ein Eingangstor zum Technopark, ein prägendes Element im Dorfbild, aber schön eingepasst.

Eine Neugestaltung des Bereichs zwischen dem «Riders Bar & Pub» und dem neuen Kopfbau – inklusive Begrünung – ist zwingend und muss von der Bauherrschaft bezahlt werden anstelle einer monetären Mehrwertabgabe. Im neuen Gebäude sollen Büroräume, Reinräume, Labors, und grössere Sitzungszimmer Platz finden. Senn rechnet damit, dass sich die Anzahl der Arbeitsplätze bis in fünf Jahren auf etwa 300 quasi verdoppelt.

Die Teilrevision bezieht sich noch auf die alte Bau- und Nutzungsordnung. Die Gesamtrevision ist erst im Anfangsstadium, das Projekt Kaisermatt Süd soll rasch vorangetrieben werden. Vorerst zurückgestellt wurde hingegen eine Erweiterung Kaisermatt Nord.