Grosser Vergleich

Weniger Steuern, mehr Gebühren? Wie sich der Zukunftsraum für den Einzelnen auswirken würde

Vier der fünf Gemeinden haben einen höheren Steuerfuss, als er im Zukunftsraum künftig gelten soll. (Symbolbild)

Vier der fünf Gemeinden haben einen höheren Steuerfuss, als er im Zukunftsraum künftig gelten soll. (Symbolbild)

In der Diskussion um den Zukunftsraum, das Fusionsprojekt der fünf Gemeinden Aarau, Densbüren, Suhr sowie Unter- und Oberentfelden, dreht sich vieles um den angedachten Steuerfuss von 97 Prozent. Es geht aber auch um die Höhe der Gebühren. Ein Vergleich.

Die Gebühren-Frage steht im Mittelpunkt dieses Artikels. Es wird nicht der Anspruch erhoben, sie vollständig zu klären. Die Gebühren sind zu individuell (abhängig vom Konsum und von der Wohnsituation) und die Systeme zum Teil recht unterschiedlich. Insbesondere beim Wasser und beim Abwasser ist ein Vergleich kaum möglich. Es ist aber ersichtlich, dass die beiden Entfelden günstigeres Wasser haben als Suhr und Aarau (Letzteres ist am teuersten). Die Differenz erreicht aber für einen Normalverbraucher nicht 100 Franken.

Einfacher ist ein Vergleich bei den Kehrichtgebühren: Ein reiner Hauskehricht-Produzent (ein 35-Liter-Sack pro Woche) fährt in Aarau mit 110,24 Franken am günstigsten. In Unterentfelden zahlte er 232 Franken. Die Differenz beträgt gut 120 Franken. Allerdings ist in Unterentfelden das Grüngut enthalten, dass in Aarau sehr teuer ist. Ein Direktvergleich (35 l Hauskehricht plus 140 l Grüngut-Container) zwischen Aarau und Suhr zeigt, dass Suhr eine Fünfzigernote günstiger ist.

Nicht in der Tabelle enthalten ist der Strom. Aarau, Densbüren und Unterentfelden beziehen die Energie von der Eniwa, Oberentfelden und Suhr haben je kommunale Elektrizitätsversorungen. Im Strompreisvergleich der AZ vom letzten Oktober (basierend auf einem Beispiel der El-Com) zahlte ein Durchschnittshaushalt in den Eniwa-Gemeinden 910 Franken, in Oberentfelden 735 und in Suhr 816 Franken. Die maximale Differenz liegt hier bei 175 Franken.

Wie sieht es bei den Steuern aus? Ein einfaches Rechenbeispiel anhand des kantonalen Steuerrechners (verheiratetes Ehepaar mit zwei Kindern, 100'000 Fr. steuerbares Einkommen Steuerjahr 2020): Die Beispiel-Familie zahlt in Aarau aktuell 4814 Fr. Gemeindesteuern. Die gleiche Familie könnte in Densbüren im 97%-Zukunftsraum 993 Fr. sparen. In Unterentfelden 794 Fr., in Oberentfelden 645 Franken und in Suhr 546 Fr. Bei einem steuerbaren Einkommen von 50'000 Franken sind die Differenzen weniger gross: In Aarau müssten 1321 Fr. Gemeindesteuern bezahlt werden. In Densbüren würde die Familie 272 Fr. sparen, in Unterentfelden 218 Fr. in Oberentfelden 177 Fr und in Suhr 150 Franken.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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